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„A Magic Tale": Wenn Hamburger Studierende interdisziplinär zusammenarbeiten

Was passieren kann, wenn Hamburger Studierende gemeinsam interdisziplinär arbeiten, zeigt das Projekt „A Magic Tale" aus dem SAE Institute. Wir haben die Beteiligten im Interview.

Die crosssektorale Zusammenarbeit gehört zu jenen Kompetenzen, die im Zuge der Digitalisierung immer wichtiger werden. Zentral also, dass junge Medienschaffende früh damit in Berührung kommen. Im Hamburger SAE Institute wird dies bereits in die Ausbildung integriert: Neele Luckmann studiert dort seit September 2015 Game Art Animation und hat gemeinsam mit ihrer Kommilitonin Olivia Mickler sowie weiteren Studierenden aus dem Bereich Audio Engineering das Projekt „A Magic Tale“ umgesetzt. Betreut wird das Projekt von Patrick Moechel, Head Instructor Game Art am SAE Institute Hamburg, der auch die interdisziplinäre Zusammenarbeiten von Studenten am SAE Institute fördert. Und das mit Erfolg: Derzeit wird mit Hilfe von Game Programmern an der Weiterentwicklung des Projekts zu einem interaktiven Adventure bzw. Walking Simulator in dem Setting gearbeitet. Wir haben Neele und Patrick zur interdisziplinären Zusammenarbeit in der Praxis interviewt.

Neele, du hast bei „A Magic Tale“ nicht nur mit einer Kommilitonin aus deinem Game-Art-Studiengang zusammengearbeitet, sondern auch mit zwei Audio-Engineering-Studenten. Wie habt ihr das Projekt koordiniert?

Neele: Für „A Magic Tale“ war es uns wichtig, eine gemeinsame Vision zu formulieren, die sich in der künstlerischen Linie des Projektes wiederfindet. Diese Vision konnten wir dank einem strengen Zeitplan mit festgelegten Meilensteinen realisieren. Regelmäßige Treffen planten wir hierbei mit ein.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit gehört zu den Themen, die im Job oft gefordert werden. Aber zu einer wirklichen Wissenszusammenarbeit gehört auch das Dazulernen von neuem. Wie sah das bei euch aus – konntest du dir etwa Audio-Kenntnisse von deinen Kommilitonen aneignen?

Neele: Neben einigen fachlichen Begriffen und den Voraussetzungen für die Implementierung der Audioinhalte, wurde ich vor allem für die Simulation der akustischen Umgebung sensibilisiert. Während der Projektarbeit wurde die Kritik auf beiden Seiten sprachlich differenzierter. Gerade bei einem interdisziplinären Team ist es wichtig, die gleiche Sprache zu sprechen und in diesem Hinblick konnten wir viel voneinander lernen.

Wie sieht es denn generell mit der Wissenszusammenarbeit in der Games-Branche aus – geht die Veröffentlichung eines Games überhaupt noch ohne?


Neele: Um dem Spieler ein möglichst intensives Spielerlebnis zu bieten, ist die Zusammenarbeit verschiedener Wissensbereiche unerlässlich. Ein Game, das sich beispielsweise nur auf Grafik oder eine tolle Soundkulisse verlässt, erscheint schnell eindimensional und unausgereift.

Patrick: Das stimmt. Auf der einen Seite ist es dank dem Zugriff auf leistungsstarke Technologien und moderne Vertriebswege heute mehr denn je möglich, ein Spiel als Ein-Mann-Projekt zu realisieren. Auf der anderen Seite ermöglichen eben jene Technologien die intensive interdisziplinäre Zusammenarbeit und vereinfachen diese erheblich. Für Indie-Entwickler entscheiden am Ende des Tages zwei Faktoren: wie groß ist der Umfang der zu erstellenden Inhalte und in welchem qualitativen Maße der einzelne Entwickler die verschiedenen Disziplinen beherrscht. Um die effiziente Zusammenarbeit in einem professionellen Entwicklerstudio zu garantieren, ist zumindest das theoretische Verständnis verwandter Disziplinen unumgänglich.

Gerade Coworking-Spaces gelten als ein gutes Beispiel, um immer wieder mit neuen Themen in Kontakt zu kommen und sein Wissen zu teilen. Kann man diese Arbeitsatmosphäre auf universitäre Strukturen übertragen?

Patrick: Auf jeden Fall – gerade am SAE Institute setzen wir auf offene Übungsbereiche, welchen den Kontakt zwischen den Studenten ermöglichen und unterstützen. Darüber hinaus ermutigen wir unsere Studenten im Rahmen von freiwilligen und verpflichtenden Projekten den professionellen Kontakt mit Kommilitonen anderer Disziplinen zu suchen, um durch diese Zusammenarbeit mehr über andere Fachrichtungen wie Audio, Web oder eben Games zu lernen.

Könntest du dir denn vorstellen, nach deinem Studium in einem Coworking-Space zu arbeiten?

Neele: Schon jetzt begeistert mich das kreative Potenzial, das während unserer Projektarbeit entstand. Der Austausch von immer neuen Ideen und Verbesserungen auf beiden Seiten halte ich für eine Gelegenheit, die ich auch später nutzen möchte. Coworking-Spaces würden dabei eine tolle Plattform bieten.

Gerade auch in der Games-Branche hat Hamburg viel zu bieten. Mit welchen Branchen könnte diese innerhalb der Hansestadt denn noch enger zusammenarbeiten?

Patrick: Hamburg ist als Medienstandort generell sehr interessant. Gerade die Echtzeitvisualisierung hält zurzeit in sehr vielen Branchen Einzug. Hierbei, sowie bei der Interaktion mit dem Konsumenten, handelt es sich um Kerndisziplinen der modernen Spieleentwicklung. Dieses in der Branche über viele Jahre angehäufte und weiterentwickelte Wissen auf höchstem technischen Niveau bietet viele spannende Möglichkeiten – denkbar sind zum Beispiel interaktive Produktdemos, Architekturvisualisierung oder praktische Anwendungen im Bereich der Augmented Reality.

Neele: Durch die Möglichkeiten der VR-Technologie wäre eine Zusammenarbeit mit der Tourismusbranche denkbar. So könnte das Erlebnis einer Sightseeing-Tour durch virtuelle Visualisierungen intensiviert werden. Die VR-Inhalte könnten zum Beispiel auf neuartige Weise die Geschichte der Hansestadt erlebbar machen.

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