NextMedia

Blog

Auch bei ticr muss das Runde ins Eckige

Liveticker und Social Communities miteinander verbinden - das will das Hamburger Startup ticr. Wie das funktioniert, hat Andreas "The Spectator" Wrede, Editor-in-Chief InnoLab/Medienmanagement, Hamburg Media School, aufgeschrieben.

Lou Richter, einer der Geschäftsführer von ticr

Was macht ein Profi-Fußballer, wenn er nicht mehr spielt?
Die meisten versuchen in ihrem Business zu bleiben, bei dem einen geht das irgendwie immer schief (etwa: Lothar „Loddar“ Matthäus, immerhin Weltmeister). Bei dem anderen (etwa: Franz Beckenbauer, bis zum FIFA-Skandal „Lichtgestalt“) scheint einfach alles immer zu funktionieren, das kann dann im Realitätsverlust enden.

Aber es gibt natürlich jene Fußballspieler, die schon vor dem Ende ihrer Karriere daran denken, was sie nach dem Ende der Karriere machen wollen. Dazu zählen zum Beispiel Marcell Jansen (gründete die vielseitige MJ GmbH), Gerald Asamoah (investierte in Waschpakete.de) oder Tim Borowski, der gemeinsam mit Fabian Ernst in das Hamburger Startup ticr investierte. Die Live-Ticker-App kann man sich im App Store/Google Play runterladen, kost nix.

Die originelle Idee dahinter erklärte dem Spectator einer der Geschäftsführer, TV-Moderator Lou Richter. Zuvor nennt er einige echt beeindruckende Zahlen: „In Deutschland sind im DFB 6,8 Millionen Mitglieder organisiert, bei uns finden pro Jahr rund 1,6 Millionen offizielle Fußballspiele statt, es gibt über 150.000 Teams und gut 25.000 Vereine.“ Das sollte es doch mit dem Teufel zugehen, wenn in diesem Feld nicht Geld verdient werden kann.

Zumal ticr eigentlich eher ein soziales Netzwerk ist denn nur eine schnöde App. Lou Richter betont. „Wir verbinden zwei Megatrends – Livetickern und Social Communities – miteinander. Fakten liefern wir natürlich auch, aber ganz vorne steht erstmal der Social Content.“ Das bedeutet, die ticr-User können zu allen Fußballspielen einen eigenen Liveticker hautnah aufsetzen, „und das nicht nur mit Text, sondern auch mit Fotos, Audio oder Video“, ergänzt Lou Richter.

Er und seine Geschäftspartner Jörg Salamon, Daniel Helmbrecht und Nahuel Lopez wollen „das Erlebnis vor das Ergebnis stellen“, Fußball soll (wieder) authentischer werden und (noch) emotionaler. „Und wir geben den Usern einen echten Mehrwert mit: ein Tool, das, anders als Twitter oder Facebook, für den Fußball konzipiert und darauf zugeschnitten ist, somit auch keine Interessen vermischt“, wie ticr-Mitgründer Nahuel Lopez gegenüber deutsche-startups erklärt. Nicht zu vergessen: ticr kommt dem wachsenden Second Screen-Bedürfnis entgegen, ob nun beim HSV-Bundesligaspiel, bei „House of Cards“ oder beim Chatten, kaum einer will sich nur noch passiv berieseln lassen.

„Wir haben es doch mit der Generation Always On zu tun“, analysiert Lou Richter - obwohl er schon etwas älter ist, gehört er selbst dazu. Klar, „wir konkurrieren zum Beispiel mit redaktionellen Livetickern, aber die Zuspitzung auf den Social Community-Gedanken ist nur bei ticr zu haben“. Geld gemacht werden soll über Sonder-Werbeformen und Marken-Kooperationen. „Auf keinen Fall wird ticr zu einem Banner-Friedhof“, verspricht Lou Richter. Dann mal zacko die App runtergeladen, Freunde der Kirsche. Der große Sepp Herberger hat’s doch unvergleichlich klar formuliert: „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel“. Und am Ende des Tages heißt es einfach immer und immer wieder: „Das Runde muss ins Eckige“.

von Andreas Wrede, Editor-in-Chief InnoLab/Medienmanagement, Hamburg Media School

Liveticker, Social, Social Communities, Fußball, Bundesliga, Lou Richter, Interview, Hamburg, Startup, Startups, Gründer, Fußballer, Investoren, Investieren, Investment, Hamburger Startup, ticr. Andreas "The Spectator" Wrede, Editor-in-Chief InnoLab/Medienmanagement, Hamburg Media School