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CeBIT 2017: Hamburger Startups räumen in Hannover ab

Menschenähnliche Roboter, intelligente Drohnen, selbstfahrende Autos: Der Schwerpunkt der CeBIT 2017 lag auf den Anwendungsmöglichkeiten neuer Technologien. Dass Hamburg im digitalen Wandel ganz vorne mit dabei ist, zeigten insbesondere die Startups der Hansestadt, die bei Experten und Messebesuchern einen bleibenden Eindruck hinterlassen konnten.

Zwischen dem 20. und 24. März rollte die CeBIT seinen roten Teppich für 200.000 Besucher aus.

So sehen Gewinner aus: DailyDress konnte den Gründerwettbewerb der CeBIT für sich entscheiden.

 „Die Welcome Night mit dem japanischen Premierminister Shinzo Abe und Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem Messegelände war ein beeindruckender Startschuss. Diese vibrierende Stimmung hat sich in den nächsten Tagen in den Messehallen fortgesetzt“, resümiert Oliver Frese (Vorstand der Deutschen Messe AG) die CeBIT 2017 am Freitag.

Frese hatte allen Grund, zufrieden zu sein: Die Besucherzahl entsprach mit gut 200.000 Menschen weitgehend den Erwartungen. In diesem Jahr hatten 3007 Aussteller aus 70 Ländern ihre technologischen Innovationen für die digitale Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft vorgestellt. Besonders präsent war Japan, das als Partnerland mit 120 Unternehmen nach Niedersachsen reiste. 

Fünf Preisträger aus Hamburg

Aus Hamburg stellten sich rund 70 Unternehmen auf der CeBIT vor. Darunter auch bekannte Namen wie CoreMedia, Anbieter von Lösungen für Content und E-Commerce, und Dermalog, Weltmarktführer für biometrische Identifikation. Große Aufmerksamkeit erhielt die Hansestadt bereits am ersten Messetag am Stand des Bundesministeriums für Bildung und Forschung in Halle 6: Der mit 30.000 Euro dotierte zweite Platz des Innovationspreises ging an das Startup Viewlicity. Mit ihrer Entwicklung PuttView präsentierten die sportbegeisterten Hanseaten eine Technologie, die es ermöglicht, beim Putten die ideale Linie mit dem tatsächlichen Weg des gespielten Golfballs vergleichen zu können.

Ebenfalls über Auszeichnungen durften sich vier der insgesamt zehn Hamburger Startups freuen, die sich mit der Unterstützung von nextMedia.Hamburg am Gemeinschaftsstand der Stadt in der „SCALE 11“ unter dem Motto „Hamburg Digital Future“ vorstellten. So erhielt das Team von wingu für seine Location Based-Plattform den INNOVATIONSPREIS-IT der Initiative Mittelstand in der Kategorie „CMS“. Den Pitch der Deutschen Bahn entschied Nect mit seinem digitalen Versicherungsausweis für sich.

Beim Gründerwettbewerb konnte DailyDress die Jury überzeugen und erhielt vom Wirtschaftsministerium 7.000 Euro für seine Mode-App, die bei der täglichen Kleiderauswahl hilft. Allein für die aufblasbaren Schafe und das Windrad-Model an ihrem Stand hätten Bastian Springer, Karl Rabe und Christian Stassek schon eine Auszeichnung verdient. Mit Windcloud bietet das Trio Cloud-Lösungen aus regenerativer Energie an. Dafür sponserte der German American Chamber of Commerce den Gründern die Teilnahme am fünftägigen „STEP NYC – Startup and Entrepreneur Program“ in New York im Wert von 3.000 Euro.

Mensch und Maschine vereint

Das Thema künstliche Intelligenz bestimmte die weltgrößte Fachmesse. Eng damit verbunden dominierte in den Messehallen Hannovers auch ein Trend, bei dem vor allem Japan als Vorreiter gilt: Roboter als Alltags-Helfer. Bereits beim Betreten der Eingangshalle der CeBIT empfing der 120 Zentimeter große und freundlich dreinschauende Apparat „Pepper“ die Besucher und servierte ihnen Kaffee – wenn auch etwas hüftsteif. Wesentlich menschlicher wirkten die humanoiden Roboter, die die Universität von Osaka in Hannover vorführte. Sie tragen Kleidungen, haben menschenähnliche Gesichter und sind auf soziale Interaktionen spezialisiert.

Neben Menschenmaschinen sorgten auch zahlreiche Drohnen für neugierige Blicke beim CeBIT-Publikum. Auf der Wiese vor Halle 2 ließ Chip-Hersteller Intel eine Drohne über eine Ölplattform im Maßstab 1:15 in den Himmel steigen. Knapp 30 weitere Hersteller zeigten ihre unbemannten Fluggeräte, die vielzählige Aufgaben wie Wartung und Überwachung von Anlagen übernehmen können. Damit einhergehend wurde in zahlreichen Konferenzen auch das Thema der Datensicherheit diskutiert, die nach Meinung von Experten in vielen Bereichen der Wirtschaft nach wie vor lückenhaft sei.

Den Schwerpunkt „Deep Learning“ hat sich auch das Hamburger Startup FUSE-AI auf die Fahne geschrieben, das mit seiner Software zur Muster- und Bilderkennung in der Gesundheitsbranche zahlreiche nationale und internationale Besucher an den Hamburger Gemeinschaftsstand lockte. „Wir haben uns über das durchweg positive Feedback auf unser Vorhaben sehr gefreut“, zitiert „pressebox.de“ Matthias Steffen, einer der Gründer von FUSE-AI. „Überrascht hat uns der ungeheure Gesprächsbedarf, der auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz in Medizin und Gesundheitswirtschaft herrscht – und zwar von allen Seiten.“

Die Bilanz nach fünf Tagen CeBIT fällt für die Startup-Szene aus Hamburg also äußerst positiv aus. Viele Jungunternehmen konnten die Fachmesse als Sprungbrett für den nächsten großen Karriereschritt nutzen und auch Hamburg auf die internationale Karte der Digitalisierung bringen.

(Mit Material der dpa)

CeBIT 2017, Hamburg, Startups