NextMedia

Blog

Drohnen in Hamburg: Was die Medien- und Digitalindustrie mit den Fliegern anstellt

Sie filmen dort, wo der Mensch nur schwerlich hinkommt: Drohnen. Auch wenn der nachrichtlich geschulte Kopf bei dem Begriff zuerst an militärische Einsätze im Nahen Osten denken mag, finden Drohnen auch in der Medien- und Digitalindustrie breite Anwendung.

Drohnen schwirrten auch schon über das scoopcamp 2012.

Der Blick einer Drohne, festgehalten von Coopercopter.

Egal, ob aus luftigen Höhen oder in versteckten Winkeln – der Einsatz der kleinen Fluggeräte wird immer beliebter. Das Hotel für den Sommerurlaub kann durch Drohnen genauso außergewöhnlich dargestellt werden wie ein Bergpanorama für TV-Dokumentationen.

Auch Hamburger Firmen wie Coopercopter arbeiten mit Drohnen, um Bildmaterial zu liefern. Die Aufnahmen des Teams waren unter anderem schon im ZDF und bei Sportartikelherstellern zu sehen: „Für Nike haben wir einen Indoor-Fußball-Event in Madrid begleitet, dort haben wir ein latenzfreies Videobild der Fußballspiele zur Verfügung gestellt. Das war sehr spannend die Bilder quasi vorauszudenken und dann live auf der Leinwand eingespielt zu sehen“, so Ranil Beyer und Frederick Vidal von Coopercopter.

Privatpersonen, die sich ein Foto ihres Fischteichs von oben wünschen, gehören aber genauso zu den Kunden der Hamburger wie Immobilienunternehmen oder Architekten.

Dass Drohnen so breit genutzt werden, überrascht zumindest preislich nicht: Deren Aufnahmen sind deutlich günstiger als mit Helikoptern – „immer mindestens mehr als die Hälfte“, so Beyer und Vidal. Aber sie sehen noch mehr Argumente auf ihrer Seite: „Wir können oft viel näher an ein Objekt heran, tiefer und viel leiser fliegen.“

Drohnen verändern den Journalismus

Auch im Journalismus können Drohnen eingesetzt werden, weiß Stephan Weichert. Der Professor für Journalismus und Digitale Kommunikation an der Hochschule Macromedia in Hamburg und wissenschaftlicher Studiengangleiter an der Hamburg Media School glaubt an einen veränderten Blickwinkel durch die kleinen Flieger: „Drohnen verändern den Journalismus ganz grundlegend, weil die Sicht auf die Welt, so wie die Journalisten sie sehen, verändert wird.“

Wie auch das Coopercopter-Team sieht Weichert eine Vielzahl für Einsatzmöglichkeiten von Drohnen: „Neben der unabhängigen Berichterstattung ist auch die Eventberichterstattung – von Olympia, Kulturevents bis zum Christopher Street Day – möglich. Aber auch Privatpersonen werden hier zukünftig vermehrt Bilder machen. Ein Phänomen, das wir aktuell schon von Periscope kennen.“

Anders als bei der Live-Streaming-App, deren Blickwinkel nur so weit reicht wie der Arm des Users, können Drohnen sich theoretisch frei in der Umgebung bewegen. Ein paar Einschränkungen gibt es jedoch trotzdem. „Der wichtigste Faktor, ganz besonders hier bei uns im Norden, ist wohl das Wetter. Heutzutage sind präzise Wettervorhersagen bis zu einer Woche vorher möglich. Im Falle kommerzieller Aufnahmen kommen dann noch Erlaubnisse und Aufstiegsgenehmigung, z. B. seitens der Luftfahrtbehörde, dazu“, so Beyer und Vidal.

Regulierungen müssen beachtet werden

Im Hinblick auf die rechtlichen Rahmenbedingungen gilt es jedoch nicht nur den Luftraum zu beachten, sondern auch jene Regeln, die auch bei Aufnahmen auf dem Boden gelten. Stephan Weichert hat hier etwa die Persönlichkeitsrechte im Blick:
„Drohnen können auch missbraucht werden, etwa von Paparazzi. In einigen Bereichen, in denen Drohnen eingesetzt werden können, ist noch nicht geklärt, inwiefern dort in Ton und vor allem Bild berichtet werden darf.“

Übrigens wurde in Zürich das Filmen mit Drohnen über öffentlichem Grund sogar bereits verboten.  Welche Regelungen in Hamburg zu beachten sind, steht auf hamburg.de. Und im September 2015 gibt es mit UASympEx2015 auch ein Event in Hamburg, das u. a. Drohnen thematisiert.

 


Drohnen, Journalismus, Medien, Digital, Hamburg, Coopercopter, Stephan Weichert, nextMedia, Veranstaltungen, Regulierungen