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Hamburg goes Dublin: Der Web Summit 2015

Mit fünf Startups im Gepäck hat sich May-Lena Signus, Leiterin des nextMedia.Startup, auf zum Web Summit nach Dublin gemacht. Was die Hamburger Delegation mitnehmen konnte, schildert sie hier im Blog.

Foto: May-Lena Signus

May-Lena Signus gemeinsam mit den Gründern von ChannelPilot, TripRebel, Familo, Connected Health und Pay with a Tweet. Foto: May-Lena Signus

In Dublin hat sich in den letzten Jahren viel getan – nicht nur haben viele der US-amerikanischen Internetkonzerne ihre europäischen Headquarters hier eröffnet und so der Digitalwirtschaft und der Startup-Szene am Standort einen großen Schub gegeben, hier hat sich auch die größte Tech-Konferenz Europas entwickelt. In nur fünf Jahren von 400 auf 30.000 Teilnehmer gewachsen, ist der Web Summit inzwischen eines der wichtigsten Events für europäische Startups.

Hier kommen Gründer, Investoren, Dienstleister und Multiplikatoren zusammen, um neue Impulse zu erhalten, sich auszutauschen und Kontakte zu knüpfen. Um auch Hamburger Startups diese Möglichkeit zu bieten, hatte der nextMedia.Startup im Vorfeld fünf Gründer ausgewählt, die bei der größten Tech-Konferenz Europas dabei sein konnten. ChannelPilot, TripRebel, Familo, Connected Health und Protonet waren es dann schließlich, die wir mit einer Finanzspritze für die Teilnahme unterstützten und die ich nach Dublin begleiten durfte. Aber vor Ort gab es noch viele weitere bekannte Hamburger Gesichter: Das Startup Pay with a Tweet, der next media accelerator, Vertreter des NEXT Festivals – um nur einige zu nennen.

Verknüpfen und pitchen

Wie so häufig hängt der Erfolg einer solchen Reise vor allem von dem Netzwerk und den Kontakten ab, die man vor Ort hat. Um innerhalb der Hamburger Delegation auch bestmöglich voneinander zu profitieren, haben wir am Vorabend des Web Summit ein Get Together gemeinsam mit dem NEXT Festival veranstaltet; unter dem Motto „Meet the Hamburgers“ kamen rund 40 Teilnehmer, darunter Vertreter aus Hamburg und eingeladene Gäste.
Aber der Hauptteil der Reise mit insgesamt 21 thematisch unterschiedlichen Summits folgte natürlich noch. 2.000 Startups waren es, die in den zwei riesigen Hallen der Royal Dublin Society (RDS) ihre Unternehmen vor- und ausstellten – nicht alle an einem Tag, sondern täglich wechselnd. Hauptsächlich traf man hier auf Early Stage Startups, die um die Gunst der anwesenden Investoren buhlten.
Doch zu den Ausstellungen der Startups mischten sich auch durchaus kritische Töne in die ansonsten lockere Atmosphäre: Es gab schon im Vorfeld Kritik an den Kosten der Stände für die Startups. Die Teams, die von uns gefördert wurden, wählten daher einen anderen Weg: Sie haben auf den Standplatz verzichtet und stattdessen die Zeit vor Ort für individuelle Termine genutzt. Und das zahlte sich am Ende auch aus, was vor allem dadurch begünstigt wurde, dass sich unsere Hamburger Vertreter schon in einem fortgeschrittenen Stadium befinden und schon viele eigene Investorenkontakte haben. Der Web Summit war hier also die Chance, diese wieder aufzufrischen und weitere potenzielle Partner und Multiplikatoren zu treffen.

Hamburger Erfolge

„Insbesondere für zukünftige Finanzierungsrunden ist es wichtig, frühzeitig Beziehungen zu Investoren zu etablieren. Es besteht die Chance, dass der auf dem Web Summit 2015 begonnene Beziehungsaufbau mittel- oder langfristig auch zu einer Investition führen kann“, zog Johannes Jacubeit von connected health später als positives Fazit. Und Mirko Platz von ChannelPilot ergänzte, dass es für ihn sehr interessant war, viele gute Startups beim Pitchen zu beobachten, um dort auch Anregungen mitnehmen zu können.
Apropos Pitch: Hier konnte ebenfalls ein Hamburger Erfolg verbucht werden – Aaron Keilhau von Pay with a Tweet hat so erfolgreich gepitcht, dass er damit ins Halbfinale und somit unter die Top 20 Beta-Startups gekommen ist. Für das Finale auf der großen Centre Stage hat es am Ende leider nicht gereicht, aber auch so hat es dem Team schon einiges an Aufmerksamkeit eingebracht und sorgte dann auch für regen Besuchsverkehr, als Pay with a Tweet am Donnerstag seinen Stand in einer der großen Startup-Hallen hatte.
Das inhaltliche Programm mit seinen vielen Angeboten auf diversen Bühnen war letztlich für mich eher enttäuschend – zwar waren große Namen da, aber die wirklich inspirierenden Talks fehlten. Keynotes waren eine Seltenheit, stattdessen gab es fast nur Interview-Gespräche und kleine Panels.
Schauen wir mal, ob sich das im kommenden Jahr ändert. Dann aber fernab der Schafe und grüner Wiesen, sondern am Tejo: Bereits im Vorfeld gab der Veranstalter des Web Summit, Paddy Cosgrave, bekannt, dass die Veranstaltung ab 2016 nach Lissabon ziehen wird.

von May-Lena Signus, Leiterin des nextMedia.Startup

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