NextMedia

Blog

Jetztra: Die Suchmaschine für Interessen

Du hast plötzlich abends doch Zeit für Dein Workout, aber Dein Sport-Partner ist nicht da? Du hast zwei Theater-Karten und Deine Verabredung sagt spontan ab? Was machst du jetzt? Du könntest zu jetztra gehen und dir dort einen „Gleichgesinnten“ suchen. So triffst Du mal wieder neue Leute. Und das auch noch in echt!

Ungewöhnliche Hobbys (zumindest im eigenen Freundeskreis) sowie immer mehr fehlende Spontanität durch Termine etc. führen dazu, dass wir zwar online wunderbar mit allen uns wichtigen Menschen vernetzt sind, auf der anderen Seite aber viel weniger Leute einfach mal kennenlernen. Und sei es nur für den Moment.

Dem will das Hamburger Startup jetztra (eine Mischung aus den Worten jetzt und extra) nun entgegen wirken. Die Gründer Julia Weber und Christian Kranemann haben eine Social Discovery Plattform entwickelt – um das Soziale in die sozialen Netzwerke zurück zu holen. Noch gibt’s jetztra nur als Web-App. In den nächsten Wochen aber auch für iOS und Android.

Jetztra funktioniert wie eine Suchmaschine für Interessen. Wichtige Suchbegriffe sind als Hashtags („#“) gekennzeichnet. Das Besondere: Nur wer als Nutzer selbst aktiv ist und sein Interesse als Inserat einstellt, sieht die Inserate der anderen und kann mit ihnen in Kontakt treten.

„Auf den ersten Blick gibt es heutzutage schon für eigentlich alles ein soziales Netzwerk. Wenn ich aber nach einer Möglichkeit suche, spontan Leute für eine Aktivität zu finden, stoße ich hier schnell an Grenzen. Insbesondere wenn das außerhalb meines bestehenden Freundeskreises passieren und nicht direkt einen Dating-Charakter implizieren soll Und genau das war der Auslöser für jetztra. Wir haben festgestellt, dass es gar nicht so einfach ist, Interessenspartner zu finden.“, erklärt Weber.

Und fährt fort: „Jetztra ist eine Social Discovery App, die sich nur auf Interessen fokussiert und zugleich auf Dinge verzichtet, die den Fokus hiervon lösen könnten. Also Nutzerprofile oder vorgegebene Inhalte, durch die ich ohne eigene Aktivität stöbern kann. Letzteres bedeutet im Umkehrschluss, dass User bei jetztra nur etwas sehen, wenn sie selbst aktiv werden und ihr Interesse in Form eines Inserats einstellen. Erst dann können sie auch mit anderen in Kontakt treten.“

Der Clou: Jedes Inserat ist nur 24 Stunden sichtbar. Hat sich jetztra da am „Snapchat-Prinzip“ orientiert? Weber: „Natürlich kommt vielen direkt Snapchat in den Sinn, wenn man an zeitlich vergängliche Inhalte denkt. Der Auslöser, weshalb wir Inserate auf maximal 24 Stunden beschränkt haben, war aber vielmehr, dass wir einerseits die Informationsüberflutung eindämmen möchten, die uns mittlerweile in sozialen Netzwerken umgibt. Und andererseits für Inhalte sorgen möchten, die auch wirklich aktuell und somit relevant sind. Und das funktioniert unserer Meinung nach nur durch eine zeitliche Befristung von Inhalten,. Denn die Erfahrung zeigt: Je länger ich etwas im Voraus plane, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass daraus tatsächlich etwas wird.“

Das Konzept von Weber und Kranemann kommt an. Im Rahmen einer ersten Finanzierungsrunde hat die Venture-Capital-Gesellschaft 20 Scoops jüngst eine mittlere sechsstellige Summe in jetztra investiert. Sie stellt zudem qualifiziertes Knowhow zur Verfügung und errichtet derzeit einen Startup-Campus am Standort in Altona. Das Geld wollen Weber und Kranemann zur technischen Weiterentwicklung und für Marketing nutzen.

„Wie auch zum Start der Web-App fokussieren wir uns bei der Einführung der nativen App zunächst auf Hamburg. Das bietet für uns den großen Vorteil, jetztra anhand von Nutzerfeedback direkt an die Wünsche unserer User anzupassen und stetig zu optimieren“, sagt Kranemann. Und Weber ergänzt: „Jährlich ziehen etwa 80.000 Personen neu nach Hamburg, die ein besonderes Interesse an jetztra haben. Und: Die Elbphilharmonie ist wohl nur das i-Tüpfelchen, dass Hamburg auch aus touristischer Sicht immer attraktiver wird. Nicht zuletzt für Touristen und/oder Personen, die sich für eine befristete Zeit in der Stadt aufhalten, sehen wir jetztra auch langfristig als die ideale App, um auf ‚Locals’ zu treffen und so die Stadt aus einer anderen Perspektive kennenzulernen.”

Und wonach wird denn hauptsächlich gesucht bzw. welche Interessen werden denn am meisten geteilt? Julia Weber: „Grundsätzlich sind es die ganz alltäglichen Dinge, wonach User am meisten suchen. Und das geht von allgemeinen Vorstellungen bis hin zu ganz konkreten Dingen. Also: Ein gemeinsamer Lunch mit neuen Leuten, kulturelle Unternehmungen, sportliche Aktivitäten, ein Spaziergang. Oder auch die Suche nach Gleichgesinnten, um gemeinsam Musik zu machen.“

Social Media, Social Discovery, Venture Capital