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Neue Serie: Die digitale Transformation in Großverlagen

Wie gelingt es den Hamburger Großverlagen, die Herausforderung „digitale Transformation“ zu gestalten? Wie schaffen sie es, ihre alten Geschäftsmodelle in innovatives Neudenken zu verwandeln? In unserer neuen Blog-Serie beleuchten wir in den kommenden Wochen in loser Zeitfolge, wie publizistische Unternehmen sich für die Zukunft aufstellen.

Arne Wolter ist Chief Digital Officer bei G+J

Unsere Reise beginnt im „Greenhouse“ in der Schanze. Hier – auf schicken Loft-Etagen in einem kernsanierten Hinterhof – hat das Innovation Lab von Gruner + Jahr seine Zelte aufgeschlagen. Hier werden komplett neue Produkte rund um die Digital-Marken des Hauses entwickelt und „zur Welt gebracht“.

Eine Erfolgsstory. Im Vergleich zur Konkurrenz hat G+J zwar relativ spät damit begonnen, seine digitale Offensive zu starten. Rückblickend wurde aber schnell an den richtigen Stellschrauben gedreht.

Umsatzplus von 48 Prozent

G+J Digital hat seinen Umsatz in Deutschland in 2016 im Vergleich zum Vorjahr um 48 Prozent gesteigert. Damit hat die „New Storytelling“-Sparte des Verlags ein Viertel des Gesamtumsatzes beigesteuert. „Digital wächst, ist relevant und profitabel“, freut sich Arne Wolter, der Chief Digital Officer im Haus, über die Jahres-Bilanz seiner Abteilung.

Auch die digitalen Vermarktungserlöse sind gestiegen. Und zwar um satte 15 Prozent. Zum Vergleich: Marktüblich waren im vergangenen Jahr 2 Prozent. Die Internet-Aktivitäten sind ein lohnendes Geschäft, das den seit Jahren stark schwächelnden Verkauf von klassischen Print-Titeln kompensiert und verschmerzbar macht. „Wir setzen jetzt verstärkt auch auf skalierbare Vermarktungsmodelle im Ausland“, erklärt Wolter.

Dass die Bertelsmann-Tochter auch im Ausland auf Einkaufstour gehen kann, verdankt G+J vor allem drei hochprofitablen Plattformen: „Club of Cooks“, „Chefkoch“ und „Applike“.

Kochen ist das Erfolgsrezept

„Club of Cooks ist die Food-Video-Marke Nummer 1 in Deutschland. Und die viertgrößte Marke im deutschen Video-Bereich“, erzählt Wolter. „Die Seite hat schon 40 Millionen Video-Views und knapp 1,2 Millionen Follower auf Facebook.“ Ein Erfolgsrezept hier: Die Zusammenarbeit mit „Foodtubern“, also den Koch-Künstlern von YouTube.

Genauso schmackhaft ist den Usern der „Chefkoch“. Die klare Nummer 1 der Koch-Community mit 19,47 Millionen Unique Usern und über 725.000 Facebook-Gourmets. Auch Bronze geht in diesem Segment an G+J – mit „Essen + Trinken“ (5,75 Mio. Unique User).

Im „Greenhouse“ liebevoll zum Wachsen gebracht wurde „Applike“. Eine App Discovery Plattform, die datengetrieben Android-Usern personalisiert Apps vorschlägt, indem sie ihr App-Nutzungsverhalten und ihre sozialen Daten analysiert. „Das ist unser am schnellsten wachsendes Unternehmen innerhalb des Digitalbereichs von G+J“, verkündet Wolter stolz. „Wir haben bereits 3,9 Millionen Installs in 25 Ländern und wollen in diesem Bereich bald Weltmarktführer werden.“

InCircles vereint die Influencer

Ebenfalls im „Greenhouse“ groß geworden ist „InCircles“. Eine Plattform für Influencer Marketing. In dieser digitalen Welt treffen sich erfolgreiche YouTuber, Twitterer und Instagramer mit Werbekunden – natürlich um Geschäfte zu machen. Wolter: „Bei InCircles haben wir unsere Business Plan-Ziele für 2017 jetzt schon im April erreicht.“

Mit „Ligatus“ geht’s im Mobile-Sektor rund. Einem Performance-Marketing-Dienstleister, der 2016 die Demand-Side-Platform LiquidM geschluckt hat und seitdem Europas Spitzenreiter im Native Advertising ist. Mobile genießt am Baumwall höchste Priorität.

Der Digital-Branche steht eine blühende Zukunft bevor. In den kommenden Monaten will G+J verstärkt das Thema Künstliche Intelligenz angehen. Mit der Entwicklung von Chatbots und Sprachassistenten. „Alexa“ lässt grüßen...

Digitale Transformation, Influencer Marketing, Native Advertising