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Oliver-Arne Hammerstein: "Digitalisierung ist Mannschaftssport für Unternehmen!"

Digitalisierung, Unternehmen und Lösungsansätze: Darum geht es bei der solutions.hamburg. Wir haben Oliver-Arne Hammerstein, Geschäftsführer bei Silpion IT Solutions GmbH, die das Event organiseren, im Interview.

Auch 2016 wird der Herbst in Hamburg heiß – und eventlastig. So findet auch wieder die solutions.hamburg statt und bietet eine breite Speaker-Palette in über 300 Sessions, die die verschiedenen Aspekte der Digitalisierung beleuchten. Oliver-Arne Hammerstein, Geschäftsführer bei Silpion IT Solutions GmbH, die das Event organiseren, spricht in unserem Interview über die Digitalisierung in Unternehmen und den Weg dorthin.

„Digitalisierung klingt, als ginge es nur um Technik. Tatsächlich aber geht es vor allem um Menschen und Teambuilding“, heißt es in der Eventbeschreibung der solutions.hamburg. Das klingt wiederum so, als müssten wir die Phänomene der Digitalisierung noch besser in die Unternehmen integrieren, oder?

Spannende Frage! Die einfache Antwort: Ja! Und damit kommen wir dann zu der Frage des „wie?“. Ich fasse das für den Kongress und mich so zusammen: Erstens Leadership und Strategie – es bedarf der Führungskräfte und Entscheider, die optimalen Rahmenbedingungen schaffen, damit ihre Mannschaft zu einem echten Team zusammen wachsen kann. Zweitens Hochleistungsteams – die Köpfe und Projektleiter der einzelnen Fach- und Kompetenzbereiche, die interdisziplinär immer besser zusammen arbeiten, Innovation ganzheitlich denken und gemeinsam erfolgreich projektieren. Drittens technische Exzellenz – die Fähigkeit, die Anforderungen der beiden ersten Gruppen in intelligente, stabile und mit kurzem Time-to-market ausgestatte technische Lösungen zu gießen.
Wenn es mir als Unternehmen gelingt, diese drei Ebenen tragfähig  zu integrieren, kann ich echter Gestalter des digitalen Wandels, sowohl als Teammitglied wie als Gesamtunternehmen, werden!   
 
Mit den Thementracks sollen bei der solutions.hamburg inhaltliche Schwerpunkte gesetzt werden, etwa mit „Collaboration & Digital Workplace“. Welche Rolle müssen diese beiden Punkte spielen, um ein Unternehmen erfolgreich zu machen?

Digitalisierung ist Mannschaftssport für Unternehmen! Also steht die Grundfrage im Raum, wie Mannschaftsspiel funktionieren kann, wenn mein Spielfeld nicht mehr alleine die gemeinsame Büroetage ist, sondern sich über Städte- und Ländergrenzen erstreckt. Und hier bieten digitale Kollaborationsansätze große Stärken. Einfach und niedrigschwellig kann ich heute schon über unterschiedlichste Kanäle und Medien punktgenau kommunizieren, und mich auf Lösung von Aufgaben konzentrieren. Interessanterweise funktionieren diese Ansätze besonders gut in Startups oder digitalen und gemeinnützigen Organisationen und entfalten enorme Stärke! Ein wichtiger Erfolgsfaktor, aber nicht der einzige, denn was nutzt eine sehr gute digitale Kooperationsplattform, wenn die Unternehmenskultur Einbahnstraßenkommunikation bevorzugt? Die Frage ist also untrennbar mit modernen Führungsansätzen und Neugestaltung / Mitgestaltung von Verantwortung verknüpft.
 
Mit Heiner Brand, dem ehemaligen Handball-Nationalmannschaftstrainer, haben Sie einen Keynote-Speaker, der sich mit Erfolg und Teamgeist auskennt. Was können Teilnehmer aus der Medien- und Digitalbranche noch von ihm lernen?

Heiner Brand hat 2007 die deutsche Handballnationalmannschaft zur Weltmeisterschaft geführt. Anders als in den großen Fußballturnieren bleibt wenig Zeit für ausführliches Teambuilding. Darüber hinaus liegen die Turniere auch noch in der Saison, so dass „mein“ Gegenspieler von letzter Woche mein Partner und Mannschaftskollege werden muss, damit wir gemeinsam erfolgreich nach dem Gewinn des Pokals streben können. Wir alle wissen, dass ein solches Umschalten nicht selten an die Grenzen unserer Leistungsfähigkeit geht, bei allem Idealismus! Gemeinsam diese Grenzen erfolgreich zu überschreiten und ein erfolgreiches und spielfreudiges Team zu werden, das schaffen herausragende Trainer und Heiner Brand wird uns einen Einblick in seine Erfolgsansätze liefern. Auf diese Impulse freuen wir uns außerordentlich.
 
Ziel des Kongresses ist es, Methoden und Werkzeuge für eine digitalisierte Arbeitswelt zur Verfügung zu stellen. Welche Rolle spielt dabei auch, welche Mitarbeitergenerationen in einem Unternehmen vertreten sind?

Die digitale bzw. digitalisierte Arbeitswelt profitiert nach meiner Erfahrung von einer diversifizierten Altersstruktur. Um hier noch mal den Mannschaftssport zu zitieren: Nur mit Stürmern oder Torhütern kann ich keine Meisterschaft erringen, ich brauche unterschiedliche Mannschaftsglieder, die intelligent, vorausschauend, spontan und sich auf den anderen „blind verlassend“ das Spiel gestalten. Natürlich hat der junge Digital Native einen schnelleren Zugang zu digitalen Ansätzen und Werkzeugen, der Mitarbeiter aus einer älteren und analog geprägten Welt bringt hingegen die langjährige robuste Erfahrung in der Realwirtschaft mit. Als Unternehmen brauche ich beides.
 
Mit dem ersten Tag der solutions.hamburg sollen gezielt mittelständische Unternehmen angesprochen werden. Wie ist Ihre Einschätzung: Verfügen diese bereits über ausreichende digitale Kompetenzen?

Aktuelle Studien bescheinigen dem deutschen Mittelstand ein hohes Themenbewusstsein, aber zwei Drittel der Unternehmen sind noch nicht oder nur ansatzweise in der digitalen Ära angekommen. Achtzig Prozent dieser Unternehmen verfügen noch nicht über eine tragfähige Strategie zur Digitalisierung ihrer Geschäftsmodelle. Und das ist auch durchaus verständlich, denn Digitalisierung konsequent vorausgedacht (soweit wir das heute können) hat das Zeug zu einem echten Paradigmenwechsel! Und damit verlieren tradierte Ansätze, Erfahrungen und Überzeugungen kurzfristig ihre Gültigkeit und Leistungsfähigkeit. Es ist also nicht nur ein Frage der digitalen Kompetenz sondern eine Frage inneren Haltung, des Aufbruchs und auch hier des Mutwillens. Da fordert uns die digitale Revolution außerordentlich.
 
Aktuell wird die Bindung von Content und Technology in der Medien- und Digitalbranche immer enger – welche Entwicklung sehen Sie hier in den kommenden Jahren?

Ich habe verschieden Blickwinkel: Für mich ist relevanter Content ein maßgeblicher Rohstoff der Gegenwart und Zukunft. Wissen, Erfahrungen, Analysen, „die Welt zu Gast in meinem Gehirn“. Dieser Rohstoff muss erschlossen, verfeinert, raffiniert werden und auf den richtigen Marktplätzen landen. Hier spielt Technologie eine wichtige Rolle, aber ich sehe zwei weitere Facetten. Content braucht Erlösmodelle, ansonsten bleibt das Thema Relevanz auf der Strecke. Auf der anderen Seite werden wir seit Jahren durch ein Überangebot an Content versorgt und Struktur, Orientierung und Relevanz halten dieser Entwicklung nicht immer Schritt. Der Trend wird von Massenmedien zur Individualisierung bzw. Personalisierung und zu einfachster Zugänglichkeit führen. Neue Konzepte, Qualität, intelligente Technik werden in den kommenden Jahren einer Branche Dynamik verleihen, da bin ich mir sicher.

 

Übrigens: Bereits im Vorfeld sagen die Botschafter des Events, auf was es in der Praxis der Digitalisierung ankommt. Lesenswerte Statements, die wir auf Facebook kuratiert haben.

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