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"Reporterfabrik": Eine Online-Journalistenschule für jeden

Seit einigen Monaten gibt es eine Problemerscheinung, die kein gutes Licht auf die Glaubwürdigkeit der Medienlandschaft und des Journalismus wirft: Die Verbreitung von Fake News. Gefälschte Nachrichten mit absichtlichen Fehlinformationen, die die öffentliche Meinung verzerren sollen. Ein gefährliches Phänomen, dem ein Startup aus Hamburg nun entgegenwirken möchte: die „Reporterfabrik“, eine Online-Journalistenschule für jeden.

Die Reporterfabrik geht in Kürze an den Start

Federführend hinter der Web-Akademie für Journalismus stecken „Spiegel“-Urgestein Cordt Schnibben (wird die Ericusspitze nach 30 Jahren verlassen) und David Schraven, Herausgeber des gemeinnützigen Recherche-Büros Correctiv. Während sich Schraven um das Organisatorische kümmert, leitet Schnibben das Projekt inhaltlich.

Die Reporterfabrik möchte in Kooperation mit Journalisten- und Volkshochschulen Nicht-Journalisten und Journalisten gleichzeitig aus- und weiterbilden und „den Weg in eine redaktionelle Gesellschaft begleiten.“ So steht es im Konzept der geplanten Akademie, das in den vergangenen Monaten erarbeitet wurde.

"Unser Angebot richtet sich an jeden"

„Wir wollen dabei helfen, eine redaktionelle Gesellschaft zu entwickeln, in der möglichst viele Menschen in der Lage sind, Informationen zu sammeln, aufzubereiten und zu verbreiten. Wir glauben, damit einen Beitrag zum besseren Verständnis der Medien leisten und gleichzeitig die Diskussionskultur in Deutschland fördern zu können“, erklärt Schraven. „Unser Angebot richtet sich an jeden Menschen in Deutschland. Egal, ob alt oder jung.“

In Zeiten, in denen jeder auf lokalen News-Sites, in Blogs oder in Netz-Debatten ungefiltert Texte veröffentlichen und sich somit an der Meinungsbildung beteiligen kann, muss nach Ansicht von Schnibben und Schraven eine Akademie für Bürger-Reporter her, die Aufklärung und Bildung bietet.

Das Startup hat vier Ziele:

•    die Grundlagen des journalistischen Handwerks vermitteln
•    die Funktionsweise von sozialen und klassischen Medien erklären
•    Versuche von Desinformation erkennbar machen
•    die Fortbildung und den Erfahrungsaustausch von Journalisten unterstützen

Finanziert werden soll die „Reporterfabrik“ aus Spenden und Stiftungsgeldern. Die meisten Angebote (u.a. Online-Workshops, eBooks, Vor-Ort-Veranstaltungen) sollen kostenlos sein. Wann genau es losgeht und wo die „Reporterfabrik“ ihre Zentrale hat, steht noch nicht fest. Schraven: „Wir schauen uns um.“

Viele prominente Unterstützer

Die Zahl der Unterstützer ist aber schon jetzt riesig. Sie reicht u. a. von Chefredakteuren wie Giovanni di Lorenzo („Die Zeit“), Mathias Müller von Blumencron („FAZ“) und Wolfgang Krach („Süddeutsche Zeitung“) bis zu Bloggern wie Richard Gutjahr oder Netzjournalisten wie Teresa Bücker („Edition F“). Auch TV-Moderatoren (u .a. Claus Kleber/ZDF), Werbeunternehmer (u. a. Karen Heumann/Thjnk) und Verlagsvorsitzende (u .a. Julia Jäkel/CEO Gruner + Jahr) sind an Bord.

Fake News, Journalismus, Bürgerreporter