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Roboter und künstliche Intelligenz – Spielzeug oder Zukunftstechnologie?

Was Roboter und Smartphones gemeinsam haben und was das mit Daten zu tun hat, erklärt Oliver Rößling, Chief Digital Officer bei ABSOLUTE Software GmbH, in einem Gastbeitrag.

Oliver Rößling, Chief Digital Officer bei ABSOLUTE Software GmbH

Die Filmindustrie bespielt uns schon seit einiger Zeit mit Zukunftsfiktionen, in denen Roboter eine wesentliche Rolle spielen. Nicht selten polarisiert die Rolle der Roboter in den Filmen stark, denkt man beispielweise an die düsteren Szenarien aus Terminator, Metropolis und jüngst Ex Machina oder auf der anderen Seite des Sympathiespektrums an die herzallerliebsten Roboter, wie R2D2 oder WALL·E. Ja, intelligente Roboter sind im Zeitgeist fest verankert!

Doch nicht nur in Hollywood ist Robotik ein großes Thema. Insbesondere im technikverrückten Japan spielt Robotik eine wichtige Rolle und ist bereits von weiten Teilen der Bevölkerung akzeptiert. Roboter betreuen dort beispielsweise ältere Menschen in Pflegeheimen, indem sie Routineaufgaben erledigen oder mit den Menschen durch Ansprache interagieren.

Als Grundlage für eine gelungene und langfristige Interaktion zwischen Mensch und Roboter muss der Roboter ausreichend intelligent sein. Diese Intelligenz basiert auf Software, die wir künstliche Intelligenz nennen. Diese Software simuliert das neuronale Denken des Menschen durch das Zusammenspiel komplexer Algorithmen. Algorithmen sind mathematische Formeln, die auf bestimmte eingehende Informationen, die in Form von Mustern in der Datenbank bzw. im System hinterlegt sind, mit vordefinieren Routinen nach dem Wenn-Dann-Prinzip antworten. Diese Informationen können durch Sensoren die Software des Roboters ansprechen. Ein Mikrophon ist beispielsweise ein Sensor, der Töne in ein elektrisches Signal wandelt. Beinhaltet das Signal, das den Ton ins System trägt, ein bestimmtes vordefiniertes Muster, erkennt es die Software des Roboters und spielt als Folge dessen vorbestimme Routinen ab, die wir als Reaktionen des Roboters wahrnehmen. Die Informationen der Sensoren werden regelmäßig durch Schnittstellen zum Internet mit weiteren passenden Informationen angereichert.

Beispiel: Die virtuellen Assistenten auf unseren Smartphones – wie Siri – funktionieren nach dem gleichen Prinzip. Der Nutzer gibt einen Befehl, um die Spracherkennung zu aktivieren, der als Muster von der Software erkannt wird. Lässt der Nutzer sich nun das Wetter heute in Hamburg vorhersagen, erkennt das System ein Muster und reagiert auf die Begriffe “Wetter”, “heute” und “Hamburg” mit einer lokalen Wettervorhersage, die aus dem Internet vorgelesen wird.

Je nachdem wir komplex die Algorithmen der künstlichen Intelligenz des Roboters zusammenwirken und wie viele Sensoren unterschiedlichste Informationen in das System speisen, ist es möglich, aus der Masse an eingehenden Informationen neue Informationen zu gewinnen. Werden beispielweise gehäuft bestimmte Muster zusammen erkannt, kann das System daraus Schlüsse ziehen und lernen. Das wird als maschinelles Lernen bezeichnet. Aufgrund der gesammelten Daten kann die Software Vorhersagen treffen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit eintreten. Die neuen Smartphones verfügen bereits über diese Technologie.

Beispiel: Ich fahre jeden Morgen mit der Bahn zu ähnlicher Zeit von Montag bis Freitag zu einer bestimmten Adresse und bleibe dort durchschnittlich acht Stunden. Bei Temperaturen über 20°C nehme ich jedoch gern das Fahrrad. Aufgrund der Information, die mein Smartphone zu bestimmten Zeitpunkten durch GPS und Internet einsammelt, ergibt sich der Schluss, dass diese bestimmte Adresse mein Arbeitsort sein muss. Aufgrund der Geschwindigkeit in der Bahn und der Geoinformationen weiß mein Telefon, dass ich zumeist mit der Bahn fahre und erinnert mich rechtzeitig die Wohnung zu verlassen, um pünktlich auf der Arbeit anzukommen. Sollte es Schienenersatzverkehr geben, erhält das Telefon diese Information aus dem Internet und gibt sie an mich weiter. Auch erkennt es, dass ich bei sommerlichen Temperaturen lieber Fahrrad fahre und erinnert mich rechtzeitig loszufahren.

Wie man an den Beispielen sieht, unterscheiden sich Roboter und Smartphone heute kaum noch in Bezug auf die verbaute künstliche Intelligenz. Roboter unterscheiden sich lediglich dadurch, dass sie über Bauteile verfügen, die mit der Außenwelt interagieren können. Je nachdem was verbaut ist, können sie sich gegebenenfalls selbstständig bewegen und durch Mimik und Gestik menschliche Emotionen simulieren.

Durch die Unmenge an Daten, die Roboter oder andere smarte Systeme aufnehmen, nachhalten und auswerten können, werden Roboter oder andere “smarte” Geräte immer mehr Einzug in unser tägliches Leben bekommen. Diese komplexe Anhäufung von Sensoren, Schnittstellen und nie da gewesener Rechenleistung gepaart mit hoch komplexen und ineinander verschachtelten Algorithmen helfen uns, komplexen Situationen und unendlichen Datenmengen Sinn zu machen.
Big Data ist seit einiger Zeit das Modewort schlechthin. Viele Firmen sitzen auf genau diesen riesigen Datenmengen und wissen bis heute nur wenig damit anzufangen. Einige Unternehmen sind sich über den Fakt, Datenschätze zu besitzen, nicht einmal bewusst. An genau dieser Stelle kann künstliche Intelligenz enormen Nutzen schaffen und Big Data zu Smart Data umwandeln. Man stelle sich einen großen quadratischen Marmorblock vor, der Big Data – eine riesige ungeordnete Datenmenge – repräsentiert. Wichtig ist es nun, das geeignete Werkzeug zu definieren, um aus diesem Block eine kunstvolle Statue zu schlagen – was durch den Begriff Smart Data repräsentiert ist.

Der richtige Umgang mit Daten wird heute immer wichtiger und der Datenschatz wächst exponentiell mit rapider Geschwindigkeit weiter. Insbesondere Firmen mit digitalen Geschäftsmodellen müssen sich rüsten um schritthalten zu können, da sie sonst das Nachsehen haben werden. Wir bei Absolute erleben es immer wieder, dass dem Thema Daten viel zu wenig Wichtigkeit entgegengebracht wird, bis es dann fast zu spät ist und ganz schnell irgendetwas in einer Kurzschlussreaktion aus der Taufe gehoben werden soll.

Eines steht fest: Daten bedeuten Wissen und Wissen bedeutet Macht - das haben wir inzwischen alle von Google und Co. gelernt!


Oliver Rößling ist Chief Digital Officer bei ABSOLUTE Software GmbH

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