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SPHERIE landet im SXSW Accelerator – was hinter der VR-Drohne steckt

Virtual Reality und Drohnentechnologie kombinieren - das ist das Prinzip von SPHERIE. Wir haben Nicolas Chibac, VR-Vorreiter und SXSW Accelerator-Finalist, im Interview.

SPHERIE kombiniert die Virtual Reality- und Drohnentechnologie – und hat es mit dieser Verknüpfung sogar schon unter die Finalisten des SXSW Accelerator geschafft! Hinter der Idee stecken Nicolas Chibac, VR-Vorreiter und Gründer von SpiceVR.com, und der Drohneningenieur Jonathan Hesselbarth. Im Interview erklärt Nicolas, wie sie auf SPHERIE kamen und welche Einsatzmöglichkeiten es für ihr Produkt gibt.

 

Nicolas, zunächst einmal Glückwunsch, dass ihr als SXSW Accelerator Finalisten feststeht! Was erwartet ihr von Austin?

Tatsächlich habe ich vom SXSW zum ersten Mal genau vor einem Jahr gehört, als wir für Warner Music die VR Experience Robin Schulz 360 produziert haben und es vor Ort präsentieren wollten. Aus marketingtechnischen Gründen konnten wir es 2015 nicht einreichen, umso mehr freut es mich, dies Jahr mit Spherie am Start zu sein.
Ich glaube, dass SXSW ist ein internationales Event mit einer sehr spannenden Mischung der unterschiedlichen Genre. In unseren Projekten kombinieren wir genau diese Genre Musik, Film und innovative Technologie zu einzigarten VR-Erlebnissen, womit wir uns auf dem SXSW wohl sehr heimisch fühlen werden und mit etwas Glück die Jury und den ein oder anderen Investor begeistern können.

Virtual Reality und Drohnen sind derzeit Trendthemen, bisher werden sie aber primär separat gedacht. Wie kamt ihr überhaupt auf die Idee, die beiden Elemente zu verknüpfen?

Ich habe schon vor acht Jahren versucht, Panoramafotos das Laufen beizubringen, was aber harte Pionierarbeit war und nicht mit den Möglichkeiten von Virtual Reality heute vergleichbar ist. Und meine erste Drohne, einen Oktokopter, habe ich vor circa fünf Jahren inklusive Kamera ungewollt in einem balinesischen Hotelpool versenkt. Sprich 360°VR-Film und Drohen sind kein Neuland für mich.
Der 360°VR-Film hat ein großes Problem, die Kamera filmt alles, sprich man kann sich und die Filmcrew nicht hinter der Kamera verstecken. Es gibt kein "behind the scenes", nur "in the scenes".
Wie kann ich also die 360°VR-Kamera frei durch den Raum bewegen ohne einen sichtbaren Dolly und Kameramann. Klar, mit einer Drohne, nur ist die Drohne bei der herkömmlichen Bauweise auch im Bild und nicht wirklich für die Filmtechnik geeignet.
Auf der Republica 2015 in Berlin habe ich dann über Tom Plümmer Jonathan Hesselberth kennen gelernt. Noch auf der Afterparty haben wir mein VR-Wissen und Jonathans Drohnenwissen zusammen geworfen und wild gebrainstormed. Mit Hilfe einiger Drinks und viel lauter Musik hatten wir in den Morgenstunden eine grobe Konstruktionsskizze auf eine Serviette gezaubert. Kurz darauf hatte Jonathan bereits daraus ein theoretisch funktionierendes Cat-Model entworfen. Spherie - The VR-Drone war geboren.

Es gibt ja mittlerweile schon einige VR-Produkte auf dem Markt. Was macht eures besonders?

Die Idee einer filmenden VR-Drohne ist nicht neu, aber bisher wurden nur bestehende Drohnemodelle verwendet oder umgebaut, um sie so gut es geht VR-fähig zu machen. Spherie ist die erste Drohne, die von der ersten Schraube konzipiert wurde, um nahtlos 360°VR-Aufnahmen zu produzieren.
Die Konstruktion und Funktion ist weltweit einzigartig und wurde nach den ersten erfolgreichen Flug- und Filmtest von uns zum Patent eingereicht.
 
Wenn ihr 360° filmt, nimmt die Drohne ja wirklich alles auf – vom Kamerateam am Boden bis zu den umliegenden Häusern oder ähnlichem. Kann das nicht auch Probleme nach sich ziehen?
 
Natürlich stellt die 360°VR-Filmtechnik die Filmemacher vor viele neue Herausforderungen. Aber dies ist nicht der Drohne geschuldet, sondern der Kameratechnik. Die Drohne stellt somit mehr die Lösung einiger der Probleme da. Die Drohne wird manuell remote und in Zukunft auch automatisch gesteuert, sodass das Kamerateam weit genug entfernt positioniert sein kann, um nicht im Bild zu erscheinen. Aber natürlich erfordert die 360°VR-Filmtechnik eine ganz andere Auswahl an Situationen und Kulissen, man muss in 360° und nicht in 16:9 denken, aber gerade das macht die Technik auch so spannend.

Wo lässt sich euer Produkt einsetzen?

Die Einsatzbereiche sind sehr vielfältig und reichen weit über den Bereich der 360°VR-Filmunterhaltung hinaus. Die Drohne kann für Eventlive-Übertragungen, 3D-Scanning von Objekten und Landschaften genutzt werden, für den Einsatz im Katastrophenschutz oder für ein paar besondere Einsatzbereiche, die wir erst auf der SXSW verkünden werden.

Last but not least: Wird Virtual Reality in dem Jahr den Durchbruch schaffen und beim Endkunden wirklich ankommen?

Als ich im Frühjahr 2015 auf der Messe SVVR (Silicon Valley Virtual Reality) die neuen VR-Brillen von Oculus, htc und Sony Playstation zum ersten mal ausprobieren durfte, hatte ich nur einen Gedanken: "WOW, es ist da!" Mit Sicherheit wird in 2016 nicht jeder, der einen Fernseher im Wohnzimmer stehen hat, auch eine VR-Brille auf der Couch liegen haben, aber in 2020 wahrscheinlich schon!
VR und AR sind kein künstlicher Hype, die VR-Brillen sind erst der Anfang. Ich persönlich freue mich schon auf das erste Holodeck ;)

 

Mehr zum Trendthema Virtual Reality gibt es auch in Unified, dem Digitalmagazin von nextMedia.Hamburg.

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