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Storytelling: Mit Geschichten zum Erfolg

Seit jeher wird Erlebtes oder Erfundenes weitergegeben – schon erste Höhlenmalereien um 6000 v. Chr. erzählten uns bildhafte Geschichten. Im digitalen Zeitalter erlebt das Storytelling aktuell ein Revival und wird als Kommunikationstool für Unternehmen zunehmend interessanter. Die dpa-Tochter news aktuell hat sich dem Thema in einem Whitepaper angenommen. Hier die wichtigsten Learnings.

news aktuell Whitepaper 05 "Storytelling"

Keine andere Verständigungsform dringt so tief ins Bewusstsein vor wie Erzählungen. Hirnforscher haben bewiesen, dass alleine Beschreibungen von Gerüchen oder Schmerzen ausreichen, um die gleichen Areale im Gehirn zu aktivieren, die auch tätig werden, wenn wir solche Sinneseindrücke real erleben. Solche Informationen werden besonders gut erfasst und bearbeitet. 

Geschichten erleichtern durch die ansprechende Verpackung das Abspeichern von harten Fakten, können jedoch auch gezielt positive Gefühle evozieren und vor allem eins: überzeugen – das Kernziel eines jeden PR-, Marketing- und Kommunikations-Profis. Nicht verwunderlich also, dass Storytelling in der Branche inzwischen zu einem Trend geworden ist, auf den immer mehr Medienmacher aufspringen wollen. Doch wie schreibt oder visualisiert man gute Storys, die Marken zum Leben erwecken?

Geschichten erzählen – und keine Märchen 

Auf der großen Leinwand bedienen sich Geschichten nur allzu gerne aus dem Reich der Fantasie. Klar, wer will schon einen verweichlichten James Bond sehen, der nach jedem Schusswechsel schwer verwundert ins Krankenhaus transportiert wird, oder normalsterbliche X-Men-Mutanten ohne Superkräfte? Fiktionale Erzählelemente mögen in Hollywood-Blockbustern funktionieren, nicht jedoch im Content Marketing.

Kein Verbraucher, kein Kunde, kein User will von Unternehmen übers Ohr gehauen werden, die Falsches versprechen oder sich größer machen, als sie es tatsächlich sind. Gute Storys bilden immer die Wirklichkeit ab, Produkte müssen wahrheitsgemäß dargestellt werden. Dabei folgt das digitale Storytelling einer zur filmischen Erzählung entgegengesetzten Logik: Der eigentliche Protagonist, also das Unternehmen, nimmt nur eine Nebenrolle ein. Hingegen werden deren Mitarbeiter ins Rampenlicht gerückt und zu den eigentlichen Hauptakteuren gemacht. 

Storytelling statt reines Storys€lling

Die besten Geschichten schreibt das (wahre) Leben – dazu gehören Ängste, schräge Eigenarten und manchmal auch Fehler. So schafft man sich im hart umkämpften Markt ein Alleinstellungsmerkmal. In einem guten Storytelling sollte man mit Authentizität Menschen um- und keine Produkte bewerben. Denn am Ende geht es vor allem um Identifikation. Geschichten ohne Belehrungen, in denen wir eigene Erfahrungen wiedererkennen, berühren uns am meisten – und das ist wichtiger als ein verkauftes Produkt oder eine erfolgreich abgewickelte Dienstleistung. 

Laut der Kommunikationsexpertin Petra Sammer sind virtuelle Geschichten nämlich die neue Währung im Netz. Wer gute zielgruppenorientierte Storys generiert, wird damit quasi zur Zentralbank. Das drückt sich in einem gesteigerten viralen Potenzial und höheren Reichweiten aus. In crossmedialen Erzählungen sind die Inhalte erfolgreicher, wenn sie sich von ihrem herkömmlichen Medium trennen, um sich komplett neu auf die Vorteile des neuen Formats einzulassen. Jedes Medium fügt der Story „formateigene“ Stärken zu und nimmt den Rezipienten mit in eine nie auserzählte Parallelwelt. Unternehmen sollten allerdings stets auf Qualität statt auf Quantität setzen – nicht jede belanglose Handlung ist auch eine Story wert. 

Storytelling, Geschichten, Unternehmen