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Studierende entwickeln Geschäftsmodelle und Anwendungen für Pinterest

Mit evolutionärem und revolutionärem Ansatz: Studierende der BiTS Hochschule in Hamburg haben Geschäftsmodelle und Anwendungen für die Plattform Pinterest entwickelt. Andreas Moring, Leiter des Hamburger Campus der Business & IT School BiTS, berichtet darüber.

Das Team "Pinterest Evolution" der BiTS Hochschule in Hamburg.

Das Team "Pinterest Revolution" der BiTS Hochschule in Hamburg.

Plattformen im Social Media-Bereich oder zur Kommunikation bestimmen das private und das berufliche Leben heute. Das bedeutet auch: Hier liegt ein großes Geschäftsfeld. Und besonders in digitalisierten Medienmärkten müssen Geschäfte immer wieder durch sinnvolle Innovationen weiterentwickelt werden. Zeit also, sich um eine bisher vielleicht unterschätzte Plattform zu kümmern.

Pinterest ist kein klassisches Social Network. Vielmehr ist es eine bilderbasierte Plattform für Inspiration und das Sammeln von Wissen durch Bilder und dazugehörige Informationen. Pinterest bekommt auch immer mehr den Charakter einer Suchmaschine für Informationen und Inspirationen. Ausgehend davon haben Studenten der BiTS Hochschule in Hamburg zwei innovative Anwendungen entwickelt. Eine evolutionär und eine revolutionär.

Evolutionärer Ansatz: Pinterest Discovered

Der evolutionäre Ansatz (umgesetzt von Charlotte Dahms, Janine Benkhardt, Benjamin Bigger, Jan-Nicklas Heckmann) geht von bestehenden Trends der Nutzung von Pinterest aus und entwickelt hierfür optimale Erweiterungsmöglichkeiten. Zu den Rennern auf Pinterest gehören die Themen Essen, Mode und Reisen. Vor allem letztgenannter Bereich ist interessant für Innovationen. Hierzu müssen die Nutzungsgewohnheiten von Pinterest-Usern und Reisensuchenden verglichen werden. Reisen und Reiserouten orientieren sich an besonderen, pittoresken Orten. Und die Buchung soll möglichst individuell und einfach sein. Das ist der Service von „Pinterest Discovered“. Bilder von Orten auf Pinterest werden dafür mit Geodaten versehen. Pinterest-Nutzer können nun eigene Boards mit ihren individuell gewünschten Destinationen anlegen. Daraus wird automatisch eine optimale Reiseroute errechnet und auf einer Karte dargestellt. Zu den einzelnen Orten der Route können über die Pinterest-Oberfläche passende Hotels auf Pinterest gesucht werden, oder sie werden vorgeschlagen, und durch eine Verlinkung zu einem Buchungstool gebucht werden. Gleiches gilt für Flüge, da der Standort des Nutzers bekannt ist, ebenso wie der Start und Endpunkt der Reiseroute. Pinterest Nutzer haben eine sehr einfache und visuelle Möglichkeit, eigene individuelle Reisen zu kreieren, Pinterest verdient über ein Affiliate-Modell mit Hotels, Destinationen und Carriern.

Revolutionärer Ansatz: Pinterest Professional

Der revolutionäre Ansatz (umgesetzt von Caren Conrad, Marie-Julie May, Marlene Graubner-Müller, Isabell Schäfer) setzt dagegen auf ein komplett neues Anwendungsformat der Pinterest-Logik und Technologie unabhängig von heutigen Nutzungstrends. Ergebnis ist „Pinterest Professional“ für die berufliche Nutzung und zugeschnitten auf Content-Publisher wie Fachverlage und B2B-Agenturen. In diesem innovativen Format werden verschiedene Abomodelle angeboten, zu Preisen von 500 Euro pro Jahr. Fachmedien von möglichst vielen verschiedenen Verlagen und Publishern stellen ihre Inhalte auf Pinterest Professional zu unterschiedlichen Themenbereichen auf Boards zur Verfügung. Diese Themen können von Medizin über Agrar bis hin zu beispielsweise Textilwirtschaft reichen. Zugriff haben nur Nutzer mit einem entsprechenden Abo. Die Nutzer können aus den unterschiedlichen Themenboards  eigene Boards zu ihren individuellen Interessen und beruflichen Hintergründen erstellen und zusammenstellen. Zugleich ist Pinterest Professional durchsuchbar, so dass Nutzer auch gezielt nach Inhalten suchen können, um diese in ihre Boards zu integrieren.
Nutzer von Pinterest Professional haben den Vorteil einer Publisher übergreifenden Auswahl an Fach-Content, den sie individualisiert auf ihre eigenen beruflichen Bedürfnisse und Vorhaben anpassen können. Im B2B-Geschäft der Fachmedien sind Abomodelle akzeptiert, die Zahlungsbereitschaft ist hoch. Hier können Fachverlage und andere Publisher über Pinterest Professional ein funktionierendes Digital-Abo-Modell als neues Standbein etablieren und neue Erlösquellen erschließen. Das ist etwas, was Medienunternehmen im B2C-Bereich mit ihren Content-Angeboten bis heute so gut wie nie gelingt. Pinterest ist als Plattform- und Serviceprovider an den Abo-Erlösen beteiligt. Zudem können auch Nicht-Publisher beziehungsweise Werbekunden wie zum Beispiel Pharmaunternehmen oder Gerätehersteller auf Pinterest Professional Inhalte einstellen (Content Marketing), wodurch Pinterest und den teilnehmenden Publishern weitere Erlöse zufließen.

Zum Autor: Professor Doktor Andreas Moring ist Leiter des Hamburger Campus der Business & IT School BiTS und des Studiengangs Kommunikations- und Medienmanagement. Die Schwerpunkte seiner wissenschaftlichen Arbeit sind Digitale Geschäftsmodelle für Medien und Innovationsmanagement.
Vor seiner aktuellen Professur arbeitete er für die Axel Springer AG, Schickler Unternehmensberatung und die Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft. Er wurde für seine journalistische Arbeit und von ihm entwickelte Produkte und Formate in den letzten Jahren mehrfach ausgezeichnet.

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