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Umfragen mit Wal: Die App “Swali”

Wissen, was die Leute vor Ort denken: Das bietet die App Swali. Wir haben mit Gründer Gordon Prox über das Hamburger Startup gesprochen und auch erfahren, warum der Wal ihr Maskottchen ist.

Die Swali-Gründer (von links nach rechts): Gordon Prox, Jan Pauseback und Tim Leers

Eine App, die weiß, was die Menschen in der Umgebung denken und wollen – was futuristisch klingt, bietet das Hamburger Startup Swali schon heute. Hinter der App stehen die Entwickler Jan Pauseback und Tim-Ibo Leers sowie Gordon Prox, der sich um Marketing und Vertrieb kümmert. Was die App nun mit einem Wal zu tun hat und was Swali von anderen Umfragetools unterscheidet, beantwortet Gordon im Interview.

First things first: Wieso heißt ihr Swali und was hat der Wal damit zu tun?

Swali bedeutet “Frage" auf Suaheli und weil es bei unserer App um Fragen und Umfragen geht, haben wir sie einfach Swali genannt. Nun zum Wal: Wale haben ja eine Art Sonar, mit dem sie sich orientieren können. Swali funktioniert so ähnlich, denn mit der App kann jeder eine Frage an seine Umgebung stellen und sich mit dem erhaltenen Feedback eine bessere Orientierung verschaffen. Außerdem gelten Wale als liebenswürdige und sehr soziale Tiere – ein perfektes Maskottchen für unsere App.

Einer Umfrage zufolge hat die Mehrheit der Smartphone-Nutzer elf oder mehr Apps auf dem Gerät. Wieso sollten sie sich mit Swali  eine weitere herunterladen?

Du gewinnst mit Swali einen Einblick in Deine Umgebung bzw. erfährst, was Menschen in deiner Umgebung bewegt. Im Prinzip kann man dabei von einer Art Mini-Petition sprechen. Dabei können durch den geringen Aufwand auch und insbesondere ‘kleinere’ Themen interessant werden wie z. B. eine Umfrage zum mangelnden veganen Sortiment im örtlichen Supermarkt. Was wir vermeiden wollen ist, ein ‘internet hangover’ bei dem Nutzer sich fühlen als ob sie ihre Zeit mit der App vergeudet hätten. Im Idealfall nimmt man Swali mit nach draußen und nutzt das Ergebnis einer Umfrage, um seine Umwelt zum Positiven zu verändern. Beim Beispiel des Supermarktes könnte man den Betreiber mit Hilfe des Umfrageergebnisses überzeugen mehr vegane Lebenmittel zu verkaufen.

Es gibt ja schon eine Angebote, um Meinungen und Umfrageergebnisse zu liefern: Jüngst hat Twitter die Möglichkeit für Umfragen eingeführt und auch der Webfuture Award-Gewinner Appinio setzt auf Marktforschung via App. Ist der Markt nicht schon übersättigt?

Eines unserer Anliegen ist es, lokale Meinungsumfragen einem großen Publikum zugänglich zu machen. Appinio finden wir wirklich sehr gelungen. Deren Zielgruppe sind jedoch Geschäftskunden, während Swali einfach jedem die Möglichkeit bietet, Fragen zu stellen. Außerdem ist das ganze umsonst und richtet sich an Menschen in einer bestimmten geographischen Region. Nachdem Swalis Nutzer abgestimmt haben, können sie die Fragen zudem weiter diskutieren, neue Einsichten gewinnen, und ihre Meinung gegebenenfalls auch ändern.
Twitter und auch verschiedene Messenger-Apps haben Umfrage-Features. Wir finden aber, dass Meinungsumfragen zu wichtig sind, als dass man sie nur als zusätzliches Feature behandelt. Außerdem muss man bei den meisten bisherigen Lösungen ein Kontakt des Umfragestellers sein, um die Umfrage zu sehen und daran teilnehmen zu können. Bei Swali kann man an Umfragen teilnehmen sobald man sich in der gleichen Stadt oder im gleichen Stadtviertel befindet. Daraus entstehen differenziertere Diskussionen und eine ganz andere Dynamik als bei Umfragen, die nur Menschen im eigenen sozialen Umfeld ansprechen.

Schon länger gibt es ja auch hyperlokalen Journalismus, etwa von den Eimsbütteler Nachrichten. Sind Kooperationen mit anderen, etwa journalistischen, Angeboten für euch relevant?

Auf jeden Fall! Wir sind bereits in Gesprächen mit Eventagenturen und Marktforschungsunternehmen. Kooperationen mit lokalen journalistischen Angeboten finden wir auch sehr interessant. Die könnten so aussehen, dass im Vorfeld eines Artikels eine Umfrage auf Swali startet, auf deren Ergebnis dann im Artikel Bezug genommen wird. Besonders für Fragen wie z. B. die Zustimmung der Hamburger zu Olympia wäre das ideal. In diesem Kontext würden wir uns z. B. auch die Stadt Hamburg als Partner wünschen.

Stichwort Monetarisierung: Wie wollt ihr mit Swali  Geld verdienen?

Wir sind gerade dabei, unterschiedliche Wege der Monetarisierung zu bewerten, und wollen mit der Community zum gegeben Zeitpunkt Lösungen erarbeiten, um das Projekt weiter zu finanzieren. Es gibt auch schon ein paar Ideen dazu, die wir mit unseren Partner noch besprechen müssen.

2015 neigt sich langsam dem Ende zu, also lass uns mal in Richtung 2016 schauen: Welche Zukunftsbotschaft für euer Startup würdet ihr gerne beim Bleigießen an Silvester entdecken?

Seit dem Launch haben wir viel Feedback gesammelt, Fehler behoben und Verbesserungen implementiert. Jetzt geht es erst einmal darum, mehr Nutzer für Swali zu gewinnen damit die Inhalte noch vielfätiger und interessanter werden. Parallel dazu werden wir noch mehr Features für Swali entwickeln – unseren Nutzern sind wir dabei sehr dankbar für ihr tolles Feedback. Beim Bleigießen würden wir uns gerne einen Wal wünschen. Wale stehen unter anderem für Weisheit, und die können wir bei den anstehenden Entscheidungen gut gebrauchen. Es wird ein ereignisreiches neues Jahr werden für uns, auf jeden Fall mit vielen interessanten Meinungen und spannenden Diskussionen auf Swali!

 

Swali im Monitor von Hamburg Startups

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