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VIZZR – der Marktplatz für Webvideos

VIZZR beschreibt sich als Deutschlands ersten Marktplatz für Webvideos. Pino Almeida lässt uns im Interview hinter die Kulissen des Unternehmens blicken.

Foto: Andrea Thode

An Bewegtbild kommen auch Onlinemedien nur schwerlich vorbei. Umso interessanter, was Pino Almeida und seine Kollegen von VIZZR anbieten: einen Marktplatz für Webvideos. Dass die Idee gut ankommt, zeigt der 2. Preis beim Award von SpeedUP! Europe im November vergangenen Jahres. Im Interview erklärt VIZZR-Geschäftsführer Pino Almeida, wie ihr Produkt funktioniert und was sich in der Bewegtbildbranche derzeit tut.

Pino, ihr beschreibt VIZZR als Deutschlands ersten Marktplatz für Webvideos. Wieso ist keiner vor euch auf diese Idee gekommen?

Gute Frage (lacht)! Aber um der Wahrheit Ehre zu tun: In den USA gibt es zwei, drei solcher Angebote schon seit ein paar Jahren. Da ist uns auch der dortige Webvideomarkt ein bisschen voraus. Jedenfalls glauben wir, dass das Angebot und die Nachfrage für eine professionelle Vermarktung von Webvideoinhalten nun auch hierzulande groß genug ist. Das merken wir täglich in unserer Arbeit bei Bit Projects, wir bewegen uns auf diesem Markt ja schon seit ein paar Jahren. Und das ist sicherlich auch ein Vorsprung, den wir vor anderen haben.

Wie genau funktioniert denn VIZZR?

Sehr einfach: Auf der einen Seite können uns Videofilmer ihre Clips, fertig oder auch als Rohmaterial, anbieten. Unsere Redaktion entscheidet dann, ob der Film Chancen hat, über uns einen Käufer zu finden, dann bieten wir ihn über VIZZR an und der Produzent wird an etwaigen Verkäufen beteiligt. Oder wir entscheiden uns, selber einen Film daraus zu produzieren, dann kaufen wir ihm das Material direkt ab. Auf der anderen Seite sind unsere Kunden große Onlinewebsites und TV-Sender, die immer auf der Suche nach interessanten Stoffen und Clips sind und uns als Vermittler und Produzent nutzen.

Inhalte – egal ob Text oder Bewegtbild – wandern ja heute gerne durchs Web und sind nicht mehr nur an einem Ort auffindbar. Wie stellt ihr sicher, dass die bei euch angebotenen Inhalte nicht aus dem Web zusammengebastelt sind?

Es gibt redaktionelle und technische Recherchemethoden, mit denen man die Herkunft eines Clips mittlerweile ganz gut bestimmen kann. Unsere Redaktion ist ja seit Jahren geübt darin, solche Fragen zu klären. Wir versuchen zudem, jeden Anbieter von Videomaterial persönlich zu kontakten und lassen ihn per schriftlicher juristischer Vereinbarung für die Echtheit und Rechtmäßigkeit des Videos geradestehen.  

Zu euren Kunden gehören von SPIEGEL Online über XING bis GMX ganz unterschiedliche Onlineangebote. Welche Videokategorie wird denn medienübergreifend gerne geordert?

Im Moment stehen ganz klar die Clips im Vordergrund, die viral – also auch vor allem in den sozialen Netzwerken – sehr erfolgreich sind. Und das können dramatische, faszinierende, rührende oder lustige Aufnahmen sein. Wichtig ist, dass sie – wie heißt es so schön – „mitten aus dem wahren Leben“ sind. Aber wir stellen fest, dass es zum Beispiel auch eine steigende Nachfrage nach „life Hacks“ gibt, aber Tipps und Tricks, mit denen man sich das Alltagsleben leichter und schöner machen kann. Auch da ist das Angebot im Netz schier unerschöpflich.

Bisher fokussiert sich euer Angebot ja auf faktuale Inhalte. Wären fiktionale Inhalte – etwa Webserien – für euch auch interessant?

Nein, im Moment nicht – obwohl es auch dort immer mehr interessante Newcomer und Experimente gibt. Vieles davon ist allerdings eher noch nach klassischen TV-Vorbildern produziert. Aber vielleicht gibt es ja bald eine tagesaktuelle WebTV-Satire, das wäre sicherlich etwas für uns.

Was ist deine Einschätzung: Welche Entwicklungen werden wir in diesem Jahr im Bewegtbildbereich erleben?

2016 werden wir auf dem deutschen Markt viele neue Newsformate erleben, vor allem speziell für den Mobilbereich entwickelt – auch wir arbeiten an solchen Shortnews. Ob der Hype um Live-Geschichten weiter anhält, ist dagegen nicht eindeutig. Vieles von dem, was man derzeit via Periscope und anderen Kanälen präsentiert bekommt, ist doch eher amateurhaft und ohne richtiges Konzept. Und: 2016 wird Facebook eine noch größere Rolle im Webvideomarkt spielen.

 

Übrigens: Mehr zu Bewegtbildthemen gibt's beim newTV Kongress in Hamburg, der am 2. März stattfindet.

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