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Von einer Webdoku bis ins Kino: Wie „DIE NORM“ transmedial erzählt

„DIE NORM – Dabei sein ist alles“ will über verschiedene Medien hinweg erzählen. Wie das funktioniert, erklärt Produzentin Silvia Weihermüller.

Bild: "Die Norm"

Eine Geschichte über verschiedene Medien hinweg erzählen – genau das will „DIE NORM – Dabei sein ist alles“. Im Zentrum des Doku-Projekts stehen ausgewählte Athleten, die sich am Olympiastützpunkt Hamburg–Schleswig-Holstein auf die Olympischen Spiele 2016 in Rio vorbereiten. Ihr Ziel: Die Norm für Olympia zu knacken. Bevor der Kino-Dokumentarfilm im Herbst/Winter 2016 in die Kinos kommen soll, werden die Sportler wie Schwimmstar Steffen Deibler bereits jetzt in einer Webdokumentation und über Social Media-Kommunikation begleitet.
Mit Silvia Weihermüller, der Produzentin des Formats, haben wir über das transmediale Projekt gesprochen.

Frau Weihermüller, „DIE NORM“ möchte die Sportler bei Ihrer Qualifikation für Olympia in Rio begleiten – und das transmedial. Wie innovativ mussten Sie an das Projekt herangehen?

Bei „DIE NORM“ ist so vieles neu und anders, dass wir uns keine erfolgreichen Projekte als Vorbild nehmen konnten. In den ersten Monaten haben wir bewusst viele Dinge ausprobiert, z. B. den Einfluss von Design und Funktionalität der Webdoku auf das Storytelling. Hierbei haben wir natürlich positive und negative Erfahrungen gemacht, aber in erster Linie wertvolle Erkenntnisse gewonnen. Wir sehen „DIE NORM“ als agiles Filmprojekt, dass nicht nur die  Bedürfnissen der User/Zuschauer berücksichtigt, sondern auch neue Möglichkeiten im Bereich Marketing und Finanzierung entwickelt. Wir sind dadurch definitiv ein Pilotprojekt mit einem großen Entwicklungspotential und wir bekommen eine großartige Resonanz.

Der Kinofilm ist das Highlight des Projekts „DIE NORM“, erscheint aber erst im kommenden Jahr. Wieso gibt es bereits jetzt mit der Webdokumentation und vielen Social Media-Auftritten eine so starke Präsenz des Formats?

Als Filmemacher ist Kino natürlich die Kür. Aber die Menschen heutzutage ins Kino zu holen, gerade mit Dokumentationen, ist nicht so einfach. Durch die digitale Verlängerung haben wir aber die Möglichkeit, interessierte Zielgruppen bereits im Vorfeld zu Wegbegleitern des Projekts zu machen und dann ins Kino mitzunehmen. Unsere Protagonisten sind absolute Spitzensportler, die aber leider nur selten im Rampenlicht stehen. Durch den transparenten Produktionsprozess und der kontinuierlichen Veröffentlichung von Episoden und Videotagebüchern können wir schon jetzt eine Nähe zwischen Sportlern und Publikum aufbauen.

Neben der Webdoku findet „DIE NORM“ auch auf den sozialen Netzwerken und als Kinofilm statt. Wie unterscheiden sich hier die Themen und Storylines?

Vereinfacht gesagt, erzählen wir unsere Geschichte in jedem Medium aus einer anderen Erzählperspektive. Die Webdoku fokussiert auf den Weg der Athleten und bietet dem User eine Entdeckungsreise auf einem Zeitstrahl an. Der User kann sich seinen Lieblingsathleten auswählen und dabei tief in die Inhalte eintauchen. Bei einer Anmeldung auf der Webseite, wird er über neue Inhalte via Newsletter informiert. Im Bereich Sozial Media steht die Kommunikation mit der Community und den Athleten im Vordergrund. Unsere Follower sind hautnah dran und erleben unsere Reise in einem umfangreichen „Making of“. Der Kinofilm wird dann erneut die Perspektive wechseln, sehr persönlich sein und und den Weg der Athleten reflektieren.

Innerhalb der Webdoku gibt es auch Videotagebücher, in denen die Sportler sich selbst filmen und die eher einen YouTube-Look haben. Wie passt das in die Story des gesamten Projekts?

Die Videotagebücher sind ein Element der Webdoku, da wir die Sportler nicht die gesamte Zeit begleiten können. Das Beachvolleyball-Nationalteam Laura Ludwig und Kira Walkenhorst z. B. ist über 200 Tage pro Jahr unterwegs. In den Videotagebüchern können die Sportler ganz einfach und spontan ihre persönliche – und auch emotionale – Sicht der Dinge zeigen. Wir kuratieren diese Videos dann natürlich.

Das Ziel von Transmedialität ist es, den User über verschiedene Kanäle zu begleiten. Besteht hier aber nicht auch die Gefahr, den User bereits im Vorfeld mit zu viel Material zu versorgen und ihn zu übersättigen?

Nein, eigentlich ist das genau andersrum: Wir wollen die Beachvolleyballer, Schwimmer und weitere Sportler – alle, die jenseits von Olympia kaum sichtbar sind – und ihre Sportarten sichtbar machen. Der User soll die Lust haben, sie auf ihrem Weg zu begleiten, sich mit ihnen zu freuen und mit ihnen zu kämpfen. Wir merken, dass unser Ansatz funktioniert und die User auf den Geschmack kommen, sich noch über unser Projekt hinaus mit den Sportlern zu beschäftigen.

Ein grundsätzliches Problem bei vielen Online-Produktionen bleibt aber die Finanzierung des Projekts. Wie verhält sich das bei „DIE NORM“?

Für den Kinofilm gibt es Unterstützung von der Filmförderung Hamburg-Schleswig-Holstein. Aber Transmedialität bietet auch die Möglichkeit, Partnerschaften jenseits der klassischen Filmförderung einzugehen. Unternehmen und andere Partner erkennen, dass sich dieses Projekt ideal für eine lange authentische Kommunikation eignet. Unser USP ist eine besondere Nähe zu den Athleten, die wirklich tiefgreifend ist. Wir können also in der Webdoku auch Branded Content herstellen, die Authentizität und Tonalität der Videos aber trotzdem erhalten. Das sind verhältnismäßig wenige Videos, bei denen wir das einsetzen, es hilft aber bei der Finanzierung des Projekts.

Und was erwartet die User noch im kommenden Jahr?

Natürlich der Kinofilm selbst. Aber wir finden mit dem Projekt auch draußen statt; dazu wird es auch im kommenden Jahr noch mehr geben. Denn die Geschichten, die wir erzählen, wollen wir auch ins Leben und auf die Straße holen – also eine weitere Form der Transmedialität.


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