#dasmitmedien – digitale Trends von Anke Nehrenberg und Daniel Bröckerhoff

Anke Nehrenberg und Daniel Bröckerhoff sind Botschafter für #dasmitmedien.

Anke Nehrenberg und Daniel Bröckerhoff sind Botschafter für #dasmitmedien. Welche Trends sie 2018 in der digitalen Welt bewegen und welche Technologien jetzt besonders wichtig sind, haben sie für uns kurz und knapp notiert.

Anke Nehrenberg

  • Fluide Organisationen und starke Employer Brands: der Trend zu flexiblen Arbeitsmodellen

Wir/kommitment beobachten Arbeit eine Entwicklung hin zu „fluiden Organisationen“: die Grenzen eines Unternehmens werden fließend. Spezialisten, die ein Kernteam projektbezogen ergänzen, arbeiten zeitweise vor Ort oder remote als E-Lancer mit. Hier entstehen neue, flexible Arbeitsmodelle: wer wann und wo an einem Projekt mitarbeitet, wird in verschiedenen Konstellationen gelebt.

Das bedeutet gleichzeitig, dass sich Menschen, die zur Wertschöpfung eines Unternehmens beitragen, nicht in die Organisationsstruktur eines Auftraggebers eingliedern möchten - persönliche Unabhängigkeit und Freiheit sind wichtiger. Das erfordert flexible Arbeitsmodelle.

Unternehmen, die sich in diesem Markt wertvoller Talente behaupten, brauchen starke Employer Brands. Flexible Arbeitsmodelle sind ein Kernbaustein: dem shiny Personalmarketing muss eine Unternehmenskultur folgen, die das gegebene Versprechen jeden Tag erneuert.

Starke Employer Brands mit flexiblen Arbeitsmodellen fällt es im Wettbewerb um die besten Talente auch einfacher, auf deren Bedürfnisse einzugehen: Eltern, Aging Workforce, zeitzonenübergreifendes Arbeiten (E-Lancer, Off-/Nearshoring).

Ein weiterer Aspekt ist die Organisation von Weiterbildung: erfolgreiche flexible Modelle binden Lernen in Eigenverantwortung ein, z.B. in Form integrierter Slack Time.

Last but not least: Immer mehr Unternehmen streben agile Organisationsformen an. Konstruktionsmerkmale sind u.a. Selbstorganisation und Veränderungsbereitschaft  - insofern liegt es nun bei den Unternehmen, antizipativ zu agieren und flexible Arbeitsmodelle zu schaffen.

Daniel Bröckerhoff

 

  • On Demand-Inhalte (Audio, Video, Livestreams)

Während die Generation Ü50 häufig ihren Tagesablauf noch nach dem Fernsehprogramm ausrichtet, sieht die Generation Smartphonefreunde wann und wo sie will. YouTube und Instagram- oder Snapchat-Stories sind ihr Fernsehen, doch für viele Bewegtbildanbieter sind diese Plattformen immer noch der Feind in diesem Netz. Wer seine Inhalte aber nicht dorthin bringt, wo die  Nutzer sind und sie entsprechend anpasst darf sich nicht wundern, wenn #diesejungenLeute woandershin gucken. Und nicht mehr in die Röhre.

  • User-Generated Content

Das große Thema vor einigen Jahren ist 2018 so aktuell wie AOL  InternetCDs. Viele Redaktionen haben eingesehen, dass die meisten Nutzer lieber konsumieren als selber Inhalte zu erstellen, schließlich habe sie ja eigene Jobs und wollen nicht die von anderen machen. Trotzdem sind Inhalte von Nutzern mittlerweile überall. Nach Anschlägen, bei Katastrophen oder anderen Ereignissen bedienen sich alle Redaktionen bei Bildern und Videos auf Twitter, Youtube und Facebook. Und manche checken sogar vorher, ob die Bilder auch echt sind und die Ersteller die redaktionelle Verwendung erlaubt haben.

  • Bezahl-Inhalte (Paywall, Premium Content)

Fast alle Häuser versuchen mit ihren eigenen Paywalls und selbstgestrickten Premium Content-Modellen Geld zu verdienen. Für die User ist das immer noch so praktisch wie "draußen nur Kännchen" und so einfach händelbar wie das Ausfüllen von Kindergeld-Formularen. Aber wer im Ernst glaubt, dass seine Premiuminhalte so doll sind, dass die User gerne NOCH einen Account anlegen und NOCH ein Abo abschließen glaubt auch an das Comeback von MySpace und Jamba Spar-Abos. Mit Blende und Readly gibt es zwar Versuche einen virtuellen Kiosk in die Smartphones zu bauen, aber sie scheitern an zu geringer Bekanntheit, zu hohen Preisen oder schlechter Bedienbarkeit. Doch selbst wenn das Netflix für Print kommen sollte würden die Verlage sich wohl immer noch schwer tun, ihre eigenen Modelle zu canceln. MySpace war schließlich auch ne super Idee.

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