Industrie 4.0: Hamburger Startup "Skybus" lässt Maschinen miteinander sprechen

Foto: Muriel Liebmann

Es gibt viele Schlagwörter, die die Medien- und Digitalwirtschaft derzeit umtreibt. Eines davon ist Industrie 4.0. Mit Leben füllt diesen Begriff gerade das Hamburger Startup „Skybus“, deren Gründer am Donnerstag auch den „Startup Slam“ für sich entscheiden konnten.

Hinter der cleveren Softwareplattform für Maschinen von Skybus stehen Pierre Manière, ein ehemaliger Unternehmensberater, Marius Schmeding, der als Software-Entwickler schon bei bekannten Startups mitgearbeitet hat, und Peter Sorowka, Elektroingenieur mit einer Passion für Online-Technologie. Sie sind seit vielen Jahr Freunde und arbeiten im Hamburger Inkubator Gründerwerft an der Software. Die wichtigsten Fragen zum Unternehmen beantworten Peter und Marius gemeinsam in unserem Interview.


Zunächst einmal herzlichen Glückwunsch zum Sieg beim „Startup Slam“! Wie habt ihr euch auf das Event vorbereitet? Immerhin war es der erste Slam dieser Art im Norden.
Die Vorbereitung war interessant, denn im Gegensatz zu einem klassischen „Business-Pitch“ war hier ja nun auch echter Unterhaltungswert gefragt. Keines der teilnehmenden Startups wusste, was auf sie zu kommt und ich denke wir haben alle nur versucht, gleichzeitig eine gute Show zu liefern und unsere Idee interessant rüberzubringen.

Lasst uns einmal über euer Produkt reden. Was verbirgt sich hinter Skybus?
Wir bieten eine Softwareplattform, mit der Maschinen und Software so leicht miteinander vernetzt werden können wie noch nie. Dabei überwinden wir vor allem Herstellergrenzen und machen es Firmen aus völlig verschiedenen Branchen möglich, gemeinsame IT-Projekte zu stemmen. Ein gutes Beispiel ist ein Fall, in dem eine Smartphone-App entwickelt werden soll, die z. B. bei Überhitzung einer Maschine den zuständigen Schichtleiter warnen soll. So etwas ist bisher sehr kompliziert, da die Maschinenhersteller keine Kompetenz in Sachen Apps, und die App-Agenturen keinen Bezug zur Maschine haben. Skybus füllt genau diese Lücke.

Wie seid ihr denn auf den Namen gekommen?
Industrie-Maschinen sind klassisch mit so genannten BUS-Systemen verbunden. Wir bringen diese in die Cloud, daher: Skybus.

Zur Gretchenfrage: Welches Finanzierungskonzept steht hinter Skybus?
Wir haben vor Kurzem eine Seed-Finanzierung bekommen, die es uns ermöglicht, uns voll auf unsere Produktentwicklung zu konzentrieren. Für das große Wachstum planen wir ab Herbst weiteres Kapital aufzunehmen.

Hamburg ist als Hansestadt schon immer ein wichtiger Wirtschaftsstandort gewesen. Welche Herausforderungen und Chancen siehst du für den Standort durch Industrie 4.0?

Die große Chance für Hamburg ist, dass sich hier gleichzeitig ein etablierter Industrie-, als auch Software- und Innovations-Standort befindet. Wenn wir es schaffen, dieses Potential gemeinsam zu nutzen, könnte sich Hamburg zum wahren Industrie 4.0-Zentrum entwickeln.

Welche weiteren Schritte stehen jetzt für euch an?
Wir haben erste Pilotprojekte akquiriert, in denen wir die Leistungsfähigkeit unseres Prototypen unter Beweis stellen können. Damit haben wir bereits gut zu tun und konzentrieren uns ansonsten aber natürlich auf weitere Akquise und die Finanzierungssuche.

 

Das Startup-Profil von Skybus beim Hamburg Startup Monitor.

Foto: Muriel Liebmann

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