“Value Creation in the Virtual World“ – die Insights des VR Bootcamps

“Value Creation in the Virtual World“ – die Insights des VR Bootcamps

Die zweite VR-/AR-/MXR-Technologie-Welle ist im Markt angekommen und der Absatz von Endgeräten nimmt stetig zu. An dieser Stelle stellt sich nun die Frage: Wie lässt sich mit virtuellen Welten Geld verdient? Um das zu beantworten, lud nextMedia.Hamburg am 5. Dezember zum ersten VR Bootcamp ins Stilwerk Hamburg ein.

Im Rahmen des neuen Formats kamen Hamburger Media Worker in kleiner Runde zusammen, um auf Augenhöhe über VR zu diskutieren. Unter dem Motto “Value Creation in the Virtual World“ ermöglichten VR-Spezialisten aus den Branchen Marketing, Gaming und Journalismus Einblicke in ihre Arbeit und den aktuellen Stand der Technologie. Zu Beginn stellte Moderator Simon Graff, VR-Enthusiast der ersten Stunde und Head of Immersive Media bei ROBA Impact, einen eigens für diesen Anlass vom InnoLab der Hamburg Media School erhobenen VR-Trendreport vor. Im Trendreport werden einige der Cases, die Simon vorgestellt hat, präsentiert.

Im Marketing ist VR besonders für den B2B-Sektor spannend

Anschließend vertieften die Branchenexperten die jeweiligen Themenschwerpunkte Werbung/Marketing, Gaming und Journalismus in Form von kurzen Impulsvorträgen sowie anschließenden Hands-On-Parts. Mathias Keswani von Nerdindustries stellte den Besuchern einen Case vor, bei dem Architekten ihren Kunden neue Gebäude schon vor dem Bau zeigen können. Da die Modelle in diesem Bereich häufig ohnehin mit Hilfe von CAD (Computer Aided Design) Software erstellt werden, werden diese Daten einfach über Nacht auf die Server von Nerdindustries geladen, dort noch einmal kurz nachbearbeitet und stehen dann für die Kundenpräsentation im Stilwerk zur Verfügung.

Hamburger VR-Startups sind kreativ, agil und international konkurrenzfähig

Die Hamburger VR-Nerds haben sich einen Namen als Hamburger VR-Pioniere gemacht und sind inzwischen zum Hub der deutschen Virtual-Reality-Szene geworden. Das Unternehmen versteht sich dabei als vielseitiger Dienstleister rund um das Thema VR. Beim VR Bootcamp sprach Co-Gründer Phillip Steinfatt über die aktuellen Debatten und Projekte im Bereich Gaming. Insbesondere im Gaming sei das Eintauchen in die virtuelle Welt ein echtes Erlebnis und ein echter Mehrwert. Durch dieses gesteigerte Realitätsempfinden, müssen Spiele allerdings mit größerem Bedacht entwickelt werden, um die Spieler geistig und emotional nicht zu überfordern.  Die Spiele-Industrie zählt zu den umsatzstärksten Genres im VR-Bereich. Die Zahlungsbereitschaft ist hoch, allerdings ist es von höchster Bedeutung, dass die Anzahl der VR-Geräte im Markt steigt, um nachhaltig Gewinne erzielen zu können.  Laut Golem und basierend auf Zahlen von Digi-Capital wurden bislang mit AR/VR-Games (inkl. Hardware) 20 Mrd. US-Dollar umgesetzt. Ein noch relativ geringer Betrag, mit prognostiziertem Wachstum zwischen 30 % und 75 %.

Aus seiner eigenen Erfahrung wusste er zudem zu berichten, dass Hamburg einer der europäischen Hotspots im Bereich des VR-Gamings ist. Ein Merkmal der vielen hanseatischen Startups: Sie sind eher klein und haben keine großen Geldgeber, weshalb sie agil und kreativ sind.

„Auch in der virtuellen Welt steht am Beginn von gutem Journalismus ein engagierter Redakteur mit einer spannenden Geschichte“


Virtual Reality im Journalismus lebt insbesondere vom Storytelling, von gutem Content und guter journalistischer Arbeit, verriet Martin Heller von WELT/N24 im dritten und letzten Impulsvortrag des VR Bootcamps. Aus eigener Erfahrung weiß er, dass Techniker keineswegs Journalisten werden sollen, vielmehr ginge es darum, den Journalisten in der heutigen Zeit Technik näherzubringen. Aufgrund der erlernten Skills würden sich bei der journalistischen Arbeit völlig neue Narrative ergeben, die den Rezipienten eine Story wesentlich emotionaler erleben lassen, als beispielsweise bei einer linear erzählten Reportage. Und davon würden auch Medien- und Verlagshäuser profitieren: Nach Meinung von Heller würde emotional aufgeladener Content mehr Menschen erreichen und somit besser monetarisierbar sein. 360-Grad-Videos sind bspw. ein guter Einstieg in eine realistischere Erlebniswelt für den Betrachter.

„Der Verbraucher muss an die Technologie herangeführt werden – die Geschäftsmodelle gibt es schon“

Abschließend kamen die drei Branchenexperten noch einmal zu einer gemeinsamen Diskussionsrunde mit Moderator Simon Graff zusammen. Ihr Fazit: Medien, Wirtschaft und Politik müssen gemeinsam daran arbeiten, den Verbrauchern die Skepsis vor der neuen Technologie zu nehmen. Denn das VR Bootcamp zeigte deutlich, dass in allen drei Bereichen bereits Cases und Content vorhanden sind, die den Verbraucher nur noch erreichen müssen. Im offenen Diskurs mit dem Publikum wurde deutlich, wie groß branchenübergreifend das Interesse an VR ist. Und wir stehen weiterhin erst am Anfang der Entwicklung, denn mit dem stetig steigenden Absatzzahlen der Endgeräte wird die Technologie auch für die großen Player im Markt immer spannender.

VR, Virtual Reality