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Umfrage zum Nutzungsverhalten von Live-Content

65% der befragten Deutschen konsumieren täglich Live-Content

Umfrage von nextMedia.Hamburg dokumentiert Nutzungsverhalten

Hamburg, 25. April 2017 – Laut Experten werden bis 2020 über 80 Prozent des Internet-Datenverkehrs Video-Inhalte sein – einen immer größeren Anteil davon stellen Live-Inhalte dar. Möglich machen dies die neuesten Technologien, u. a. im Mobilfunk-Bereich. Viele Medien- und Digitalunternehmen streamen mittlerweile via Facebook oder Youtube eigene Live-Shows zu den unterschiedlichsten Themen.

Aber wann und mit welchen Inhalten funktioniert live am besten? Und vor allem auf welcher Plattform? Live-Inhalte werden zu einem immer wichtigeren Baustein im Kommunikationsmix und der Ruf des Publikums nach Bewegtbild-Formaten immer lauter.

Denn das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage, die Statista für nextMedia.Hamburg durchgeführt hat, lautet: 65 Prozent der Deutschen verfolgen täglich Live-Formate im Fernsehen, Radio oder Internet. In der Altersgruppe zwischen 50 bis 60 Jahre sind es sogar 74 Prozent. 24 Prozent aller Befragten gaben an, ca. einmal die Woche Echtzeit-Content zu konsumieren. Lediglich 4 Prozent sagten, sie würden nie Live-Berichterstattung verfolgen.

Jeder Zweite schaut oder hört Live-Formate im Internet
Der Fernseher ist weiterhin die Informationsquelle Nummer eins für Live-Inhalte (das gaben 86 Prozent aller Befragten an), vor Radio (63 Prozent) und Internet (45 Prozent). In den jüngeren Altersgruppen wird verstärkt im Netz konsumiert. 55 Prozent der befragten 18- bis 29-Jährigen gaben an, Live-Berichterstattung im Internet zu sehen oder zu hören (Mehrfachnennung war möglich). Bei den 30- bis 39-Jährigen sind es immerhin noch fast die Hälfte (49 Prozent). Zum Vergleich: Bei den 40- bis 49-Jährigen sind es nur 39 Prozent. Facebook (17 Prozent) liegt dabei als Informationsplattform vor YouTube (13 Prozent) und Twitter (4 Prozent). 43 Prozent der Befragten wünschen sich mehr Live-Inhalte.

Wenn es darum geht, welche Inhalte am liebsten live konsumiert werden, ist die Aktualität ausschlaggebend. 89 Prozent aller Befragten interessieren sich für Nachrichten. Gefolgt von Sport-Übertragungen (55 Prozent), politischen Debatten (41 Prozent), Wettervorhersagen (37 Prozent), Spielshows (30 Prozent), Konzerten (22 Prozent) und Kriegsberichterstattungen (15 Prozent). Immerhin 9 Prozent nutzen die Möglichkeit, Vertriebsfernsehen/Produkt- oder Markenvorstellungen live zu verfolgen.

Knapp jeder Fünfte würde Geld für noch mehr Live-Inhalte ausgeben
Live-Formate werden immer beliebter. Die Bereitschaft, zusätzlich Geld für Live-Berichterstattung auszugeben, ist auch schon vorhanden. Auf die Frage „Wären Sie bereit, zusätzlich einen Betrag X zu bezahlen, wenn Sie dadurch einen besseren Zugriff auf verschiedene Live-Inhalte erhalten könnten“, antworteten immerhin 17 Prozent mit „Ja“.

Unter diesen 17 Prozent ist auffällig, dass vor allem die Jüngeren sowie die Gruppe der 40- bis 49-Jährigen mehrheitlich auch über 5 Euro (bis maximal 10 Euro) für zusätzliche Live-Inhalte bezahlen würden. Zum Vergleich: Unter den 50- bis 60-Jährigen besteht die Bereitschaft dazu nur bei 37 Prozent. Insgesamt würden 47 Prozent der Befragten bis zu 5 Euro und 50 Prozent zwischen 5 Euro und 10 Euro dafür ausgeben. Einig sind sich alle Generationen in einem Punkt: 10 Euro oder mehr im Monat dürfen Live-Inhalte nicht kosten. So viel würden lediglich drei Prozent der Befragten zahlen.

Für Sport-Inhalte sitzt das Geld am lockersten
Zudem haben die Deutschen eine klare Vorstellung davon, für welche Art von Live-Inhalten sie Geld ausgeben würden. Hier dominiert ganz klar der Sport. 67 Prozent aller Befragten wären bereit, für Live-Berichterstattung aus dem Sport in die Tasche zu greifen (Mehrfachnennung war möglich). Gefolgt von Nachrichten (49 Prozent) und – überraschenderweise – Musik-Konzerte (48 Prozent). Anschließend wurden Politische Debatten (34 Prozent), Wetter- und Ortsinformationen (23 Prozent), Spielshows (17 Prozent), Kriegsberichterstattung (16 Prozent), Vertriebsfernsehen/Produkt- oder Markenvorstellungen (10 Prozent) und Sonstige (10 Prozent) genannt.

Noch sind die Deutschen übrigens eher lieber Konsument als Produzent. Dennoch gaben 22 Prozent aller Befragten an, schon einmal selbst etwas live über das Internet übertragen zu haben (z. B. mit dem Smartphone). Weitere 16 Prozent beantworteten die Frage zwar mit „Nein“, gaben aber an, es unbedingt mal ausprobieren zu wollen. Das Thema „Live“ wird damit weiter an Bedeutung gewinnen.

Das sagen die Experten
Wir haben Medien- und TV-Experten wie Richard Gutjahr (Journalist und Blogger) zum Thema Livestreaming, den entsprechenden Plattformen und der Zahlungsbereitschaft der Nutzer befragt.