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gamecity:Hamburg

Gamecity Arbeitsmarktbefragung 2016

Moderater Rückgang der Arbeitsplätze in der Gamecity Hamburg

•    4.295 Arbeitsplätze erfasst, Anzahl der Festanstellungen auf dem Niveau von 2014
•    Zunahme bei Freelancern und kleinen Indie-Studios um rund neun Prozent
•    Schere zwischen kleinen Unternehmen mit bis zu zehn Mitarbeitern und großen Studios mit mehr als 50 Angestellten weiterhin sehr groß


Hamburg, 15. Dezember 2016 – Die deutsche Games-Branche stand 2016 vor großen Herausforderungen, die auch am Standort Hamburg zu einem Personalabbau geführt haben. Doch die Ergebnisse der durch das Netzwerk gamecity:Hamburg erhobenen Arbeitsmarktbefragung 2016 zeichnen mit einem Rückgang um fünf Prozent auf insgesamt 4.295 sozialversicherungspflichtige Angestellte ein weit weniger negatives Bild als erwartet. Damit bewegt sich die Gesamtzahl der Festanstellungen auf dem Niveau von 2014. Gezählt worden sind die Arbeitnehmer in 171 Unternehmen entlang der kompletten Wertschöpfungskette Games in Hamburg sowie in Niederlassungen von Hamburger Unternehmen außerhalb der Metropolregion. Dazu zählen neben den Studios und Publishern unter anderem auch Dienstleister und Zulieferer wie Tonstudios, Agenturen, Startups sowie Freelancer.

Die Entwicklerstudios müssen sich in einem (inter-)national hart umkämpften Markt gegenüber ihren Wettbewerbern behaupten. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies ein Minus von 229 Anstellungen. Mussten zuletzt Branchengrößen wie Goodgame Studios oder Daedalic Entertainment einen nicht unerheblichen Personalabbau vermelden, so gibt es bei anderen Hamburger „Playern“ wie der Gamigo Group, InnoGames, Bytro Labs oder Xyrality weitere Personalzuwächse.

„Von der großen Konsolidierungswelle in der deutschen Games-Branche blieben natürlich auch Hamburger Unternehmen nicht verschont“, so der neue Sprecher der gamecity:Hamburg, Oliver Redelfs. „Trotz stürmischer Zeiten haben in diesem Jahr auch Spielefirmen wie Osmotic, Mooneye Studios und Sviper erfolgreich die Segel gehisst. Mit ihren Netzwerkaktivitäten konnte die gamecity:Hamburg den Indiestudios im Hintergrund mit Rat und Tat zur Seite stehen. Wir sind hoffnungsvoll, dass auch in 2017 Jungunternehmer den Mut haben, zu gründen und die von einer Entlassung Betroffenen mit ihrem Know-how der Branche erhalten bleiben“, so Redelfs weiter.

Die Schere zwischen kleinen Unternehmen mit bis zu zehn Mitarbeitern und großen Studios mit mehr als 50 Angestellten ist weiterhin sehr groß. In Hamburg sind neun Studios mit mehr als 50 Angestellten niedergelassen. Dem gegenüber stehen 162 Unternehmen mit Mitarbeiterzahlen zwischen eins und 49. Auffällig ist die Zunahme bei den Freelancern und kleinen Indie-Projekten um rund neun Prozent auf 438 – im Vergleich zum Vorjahr ein Zuwachs um 40 Jobs. Neben Umstrukturierungen in den größeren Firmen haben die aus der Szene selbst organisierten „Indie Treffs“ in den letzten zwei Jahren bereits auf diese Entwicklung hingedeutet.

Neben Arbeitsmarktzahlen wurden auch Einschätzen zu allgemeinen Trends und Marktentwicklungen abgefragt. Unter anderem wird „eine Monopolisierung der Angebote“ befürchtet: Weniger Titel und Marken vereinten immer größere Umsätze auf sich. Startups und alternative Studentenprojekte stellen sich nichtsdestotrotz dem Wettbewerb mit den top gerankten Appstore-Games und -Produzenten. Darüber hinaus stehen aus Sicht der Befragten mit „Mobile versus cross-Plattform“ und „Virtual Reality versus Retro“ weitere wichtige strategische Weichenstellungen für 2017 an.