Der Media Innovation Buzz steuerte in diesem Jahr die fünf Stationen Rocket Beans TV, das Greenhouse Innovation Lab von Gruner + Jahr, DIE ZEIT, das NDR NextNewsLab und Jung von Matt an.

Media Innovation Buzz gastiert bei fünf Hamburger Medienunternehmen

Ein Tag, fünf Stationen, 50 Medientalente

Gemeinsam mit 50 ausgewählten Medientalenten haben wir zum bereits zweiten Mal fünf Hamburger Medien- und Digitalhäuser besucht. Der Media Innovation Buzz steuerte die Stationen Rocket Beans TV, das Greenhouse Innovation Lab von Gruner + Jahr, DIE ZEIT, das NextNewsLab des NDR und Jung von Matt an. Für die dritte Ausgabe der Innovationstour können sich interessierte Unternehmen ab sofort melden.

Einen Tag lang mit dem Bus durch das Hamburger Innovationsökosystem touren: Der zweite Media Innovation Buzz bot 50 High Potentials aus Content und Tech die seltene Möglichkeit, innovative Projekte, Produkte und Geschäftsmodelle namhafter Medienunternehmen zu entdecken, hinter die Kulissen zu blicken und sich ein Bild über entstehende Arbeitsfelder zu machen. Die Innovationstour vernetzte Medientalente mit Innovationstreiber*innen der großen Medienhäuser und zeigte in Vorträgen, Workshops und Deep Dives, was sich abseits der traditionellen Pfade der Medien- und Digitalbranche in der Hansestadt entwickelt.

Der Startschuss für den Media Innovation Buzz fiel auf der Hamburger Sternschanze bei Rocket Beans TV, wo Lisa Handirk, Pressesprecherin und Assistentin der Geschäftsführung, und Britta Schewe, Chief Sales and Marketing Officer, erklärten, was den unabhängigen Websender ausmacht. Eines wurde dabei schnell klar: Das Wort „divers“ wird den vielen Geschäftsmodellen und Strategien der Bohnen kaum gerecht. Hinter dem 2015 gestarteten 24/7-WebKanal hat sich ein Hybrid aus Online-Plattform, Kreativschmiede, Fashionlabel, Eventveranstalter, Produktionsfirma und Publisher entwickelt, der seine große Bandbreite an Inhalten komplett in Eigenregie erstellt. Vor allem zeigten aber die verschiedenen Ansätze der communitygetriebenen Finanzierung und Formatentwicklung die Stärken des unabhängigen Mediums. Um auch in Zukunft unkonventionelle Formate abseits des Gewohnten und Gewöhnlichen umzusetzen, werde man flexibel bleiben, schnell und viel testen und sich finanziell breit aufstellen, um nicht auf einzelne Kooperationen oder Distributionskanäle angewiesen zu sein, so die beiden Gastgeber*innen. Den inhaltlichen Impulsen folgte ein Rundgang durch die Räumlichkeiten, der die vorher beschworene Vielseitigkeit und Kreativität unter Beweis stellte: Von verwandelbaren Sets und mobilen Produktionseinheiten, über Playrooms und Regieräume, in denen mit eigens entwickelter Software das einzigartige Multichannel-Angebot orchestriert wird – es gab viel zu sehen.

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Zweiter Gastgeber des Media Innovation Buzz war das Greenhouse Innovation Lab von Gruner + Jahr. Hier wurden die Teilnehmer*innen von Lisa Limbach von der Digital Special Solutions Einheit auf spielerische Weise dazu gebracht, ihre Haltung und ihr Verhalten gegenüber Werbung auf journalistischen Webseiten zu hinterfragen. Danach zeigte Tim Adler, Managing Director des Greenhouse, am Beispiel der Meditationsapp Balloon den Weg von der Idee zum Neugeschäft auf und erklärte, warum es eigenständige Innovationseinheiten wie das Greenhouse braucht: „Große Unternehmen stoßen schnell an Grenzen was neue, innovative Ideen betrifft. Denn in der Praxis ist so ein Entwicklungsprozess viel chaotischer, als man zunächst annimmt – und große Unternehmen sind eigentlich darauf optimiert, ein etabliertes Geschäftsmodell zuverlässig auszuführen.“ Der Erfolg entsteht nach Auffassung von Adler nicht am Reißbrett oder in Businessplänen, sondern durch Ausprobieren und Anpassen der Ideen, beispielweise in interdisziplinären Teams und im Austausch mit Kunden. Hier setze das Greenhouse an: Es stellt die benötigten Ressourcen unabhängig vom Kerngeschäft des Mutterkonzerns zur Verfügung und schafft Raum für das Ausprobieren von Ideen, um so fundierte Investmententscheidungen treffen zu können.

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Im Anschluss an eine kleine Mittagspause folgte der Besuch der Verlagsgruppe DIE ZEIT, bei der Mareike Birkhahn, Director Paid Content, und Sascha Bossen, Produkt Manager, die verschiedenen Monetarisierungsstrategien hinter den digitalen Angeboten vorstellten. Das hybride Paywallmodell „Z+“ habe sich beim Verlagshaus als einer der wichtigsten Treiber des digitalen Abos etabliert und sich zu einem echten „Gamechanger“ entwickelt. Es verbindet die Funktion einer klassischen Paywall mit einem Anreizsystem: Nutzer*innen registrieren sich kostenfrei zum Lesen von Artikeln. Erst wenn Nutzer*innen mehr als eine Handvoll Beiträge lesen, wird ihnen angeboten, ein Abonnement abzuschließen. Wie man diese und weitere Ideen des digitalen Angebots ausbauen oder ergänzen könnte, diskutierten die Teilnehmer*innen anschließend in kleinen Teams in einer interaktiven Brainstorming-Runde. Der Austausch war fruchtbar: Unter anderem entstanden verschiedene Ansätze, die hybride Paywall durch zeitlich und preislich ebenfalls flexible Hybrid-Abomodelle zu ergänzen und Ideen für die Zusammenarbeit mit anderen Premium-Publishern außerhalb des Journalismus, um neue Zielgruppen zu erschließen.

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Für den vierten Halt ging es für die Buzz-Teilnehmer*innen zum NDR nach Lokstedt: Im Studio 3, in dem die Kulisse des NDR Sportclubs aufgebaut war, gaben das NextNewsLab, der Bereich „Strategie und Innovation“ der Tagesschau, die WebVideoUnit und das Change-Team Lokstedt spannende Einblicke in Social-Media-Strategien, non-lineare Formatentwicklung sowie Innovationsmanagement und Change Management in einer Anstalt des öffentlichen Rechts. Der NDR sei kein durch und durch agiles Unternehmen, in vielen Bereichen hielten jedoch neue Methoden Einzug, berichtet NextNewsLab-Leiter Björn Staschen. Insbesondere der Bereich Social Media habe in den vergangenen Jahren einen immer höheren Stellenwert bekommen, erläuterte Andreas Lützkendorf, Head of Strategy and Innovation bei ARD-aktuell. Ein Grund dafür: Die Aufbereitung und das Nachrichtenangebot unterscheide sich nun je nach Plattform und Community of Interest. Als besonders erfolgreicher Ausspielweg erweise sich derzeit vor allem der Instagram-Kanal, der mittlerweile nahezu eine „Nachrichten-Vollversorgung“ für Abonnent*innen sicherstelle und neue Zielgruppen erschließe. Das Ziel, ein jüngeres Publikum zu erreichen, verfolge die Tagesschau aber nicht nur auf Instagram, sondern seit kurzem auch auf der Kurzvideo-App TikTok, wo man in den ersten acht Tagen bereits über 100.000 Abonnent*innen gewinnen konnte. Die unkomplizierte Zusammenarbeit mit spezialisierten Innovationsabteilungen wie der WebVideoUnit, die mit Inhalten experimentiert und formatübergreifende Projekte vorantreibt, sei allgemein einer der wesentlichen Erfolgsfaktoren im Social-Media-Bereich, so Lützkendorf.

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Am Ende der Tour wurde es dann noch einmal richtig interaktiv: Bei Jung von Matt entführte Data Strategist Leonie Gehrkens die Teilnehmer*innen zunächst mit einer Case-Präsentation in die Welt der Werbung und zeigte, wie die Hamburger Agentur ihre kreativen Talente mit technologischer Kompetenz und datengetriebenen Analysen in inspirierenden Projekten gewinnbringend verbindet. Matthias Rohmer, Development Director bei Jung von Matt/TECH, erklärte anschließend am Beispiel von BMW-M.com, wie eine Verkaufsseite in eine Content-Plattform verwandelt und individualisierte User-Journeys durch integrative Bewegtbild-Formate und interaktive Elemente im Editorial-Bereich entwickelt wurden. Der Kreationsprozess beginne dabei stets ohne digitale Hilfsmittel und mit agilen Methoden. Wie dadurch aus einer Idee ein Prototyp entstehen kann, durften die Teilnehmer*innen dann selbst testen. Die Aufgabe: In Kleingruppen aufgeteilt sollten verschiedene Papierflieger gebastelt werden, die eine vorgegebene Distanz bestmöglich überwinden sollten. Hinter dem spielerischen Wettbewerb steckte die Scrum-Methode, bei der die Teams vor allem lernten, interaktiv zu arbeiten und selbständig und eigenverantwortlich Prozesse zu optimieren, um die vorgegebenen Ziele zu erreichen.

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Open Call: Du und dein Unternehmen wollt bei der nächsten Tour auch dabei sein? Der nächste Media Innovation Buzz durch die Medienmetropole Hamburg findet im April 2020 statt. Unternehmen, die an einer Teilnahme interessiert sind, können sich bis zum 16.02.2020 hier bei Paula Lauterbach melden.

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