MEDIA LIFT, der Inkubator von nextMedia.Hamburg, ist gestartet.

MEDIA LIFT startet mit Kick-off-Event

Die Teams und die Ideen von Batch 1

Das Auswahlverfahren ist abgeschlossen, Batch 1 ist komplett: Sechs Teams haben sich gegen die starke und zahlreiche Konkurrenz durchsetzen können und starten ab sofort die erste Runde des Inkubators von nextMedia.Hamburg. Bei einer Kick-off-Veranstaltung in den VR Headquarters Hamburg kamen die Teilnehmer*innen erstmals zusammen, lauschten den inspirierenden Impulsvorträgen von Agnieszka Walorska und Britta Schewe und präsentierten sich einem größeren Publikum. Wir zeigen euch, wer die eifrigen Ideenentwickler*innen sind, was sie geplant haben und wie sie ihre Ideen umsetzen wollen.

Von digitalen 360°-Reisebegleitern über eine AR-Lösung für Akkustikabmessungen bis hin zu Wahrnehmungserweiterungen durch intelligente Algorithmen: Die MEDIA LIFT-Jury, bestehend aus Nina Klaß, Michael Leitl, Kerstin Fröhlich, Meinolf Ellers und Jens Unrau, erreichten die unterschiedlichsten Bewerbungen von insgesamt 40 interessierten Teams. Keine einfache Aufgabe, in dieser Masse an innovativen Ideen die vielversprechendsten Konzepte zu identifizieren. So erstreckte sich das Auswahlverfahren auch über zwei Runden und fand erst mit den Pre-Pitches seinen Abschluss. Hier mussten die Bewerber-Teams die Jury nochmals persönlich von ihren Kompetenzen überzeugen und auf den Punkt bringen, warum gerade ihre Idee im neuen Inkubator unterstützt werden sollte. Durchsetzten konnten sich letztlich sechs Teams, die nun für eine Auftakt-Veranstaltung in den VR Headquarters zusammenkamen.

Einer kurzen Eröffnung von Egbert Rühl, dem Geschäftsführer der Hamburg Kreativ Gesellschaft, und Nina Klaß, Leiterin von nextMedia.Hamburg, folgte ein Vortrag der Digital-Vordenkerin und KI-Expertin Agnieszka Walorska. Die Gründerin und Geschäftsführerin von Creative Construction war eine der ersten Mitarbeiterinnen von studiVZ – zu einer Zeit, in der das „Start-up-Modell“ noch nicht weit verbreitet war. Entsprechend groß ist der Erfahrungsschatz, den Walorska mit den Teilnehmer*innen teilen konnte. Dabei betonte sie vor allem die Bedeutung einer guten Costumer Experience, die bei funktionierenden Produkten ein wesentlicher Erfolgsfaktor sei. Man müsse sich von dem Gedanken lösen, dass ein technologischer Vorsprung alleine erfolgsbringend sein könne. Demnach sei Innovation mehr als nur neue Technologie, sondern vor allem das Befriedigen neuer Nutzer-Bedürfnisse.

Nutzer-Bedürfnisse spielten auch beim späteren Impuls-Vortrag von Britta Schewe, Chief Sales & Marketing Officer bei Rocket Beans TV, eine gewichtige Rolle. Am Beispiel der Fernseh- und Medienproduktionsfirma zeigte sie auf, wie man eine Marke erfolgreich aufbaut und bekräftigte die anwesenden Ideenentwickler*innen darin, an die Kraft der eigenen Idee zu glauben und auch bei Gegenwind an ihr festzuhalten. Vor allem Authentizität sei für Start-ups ungemein wichtig. Dem Nutzer falle fehlende Authentizität direkt auf, wenn man versuche, es allen recht zu machen. Vor allem in Professionalisierungsprozessen sei es bedeutend, sich immer wieder auf seine Wurzeln zu besinnen.

Zwischen den Impulsen der zwei erfahrenen Media Worker, bot sich natürlich auch den sechs Teams aus Batch 1 die Chance, ihre Ideen vorzustellen. Eins dieser sechs Teams ist das Team BotTalk, das sich aus dem ITler Kirill Kholodilin und dem gelernten Sprach- und Literaturwissenschaftler Andrey Esaulov zusammensetzt. Dabei zeigt sich Erstgenannter für die Plattform-Architektur und Programmierung verantwortlich, während sich Esaulov hauptsächlich um das operative Geschäft kümmert. Aktuell suchen die beiden Ideengeber zudem noch nach weiteren Media-Experten, mit denen sie ihren Product- und Market-Fit testen und ihr Team erweitern können. Ihre Vision: Ihr Programm BotTalk soll es Publishern ermöglichen, Content und digitale Produkte auf Sprachassistenten wie Amazon Alexa und Google Assistant zu platzieren und die Erstellung von Skills deutlich zu vereinfachen. Für Content-Creator seien die Zugangshürden für die Erstellung von Skills auf solchen Plattformen noch zu groß, so die BotTalk-Verantwortlichen. Mit BotTalk könne die Qualität von Skills allgemein nachhaltig verbessert werden.

Nachhaltig unterbinden möchte das Team SPACE WALK das VR-Phänomen der Motion Sickness. Dabei helfen soll eine Technologie, die das natürliche Gehen in Virtual Reality ermöglicht. Das sogenannte „Redirected Walking“ reduziert den Effekt der Motion Sickness und erhöht das Präsenzgefühl sowie die räumliche Orientierung. Damit ist diese Technologie für viele Arten von VR-Inhalten interessant und könnte im Games-, Architektur-, Tourismus-, aber auch im Marketing- und Storytelling-Bereich Anwendung finden. Das Team SPACE WALK setzt sich aus dem VR-Experten Eike Langbehn und dem PR-Berater und -Strategen Dennis Briddigkeit zusammen und wird ab sofort um 3D-Artist Hannah Paulmann ergänzt. Gemeinsam wird es für die drei dann darum gehen, die neue Technologie in den nächsten Monaten mithilfe des Inkubators auf das nächste Level zu heben. Dafür wird es intensive Gespräche mit der Games-Szene benötigen.

 

Ebenfalls eine neue Technologie entwickeln möchte das Team WUNDERPARC, das mit seinem Programm die Erstellung von 3D-Landschaften für Filme und Computerspiele automatisiert. Eine große Herausforderung stellen in diesem Bereich oftmals dreidimensionale Naturdarstellungen dar, da 3D-Artists für deren Umsetzung viel technisches Wissen, künstlerische Fähigkeiten und langjährige Erfahrung benötigen. WUNDERPARC greift hier ein, erstellt aus einem zweidimensionalen Bild einer Landschaft automatisch eine 3D-Szene, die in gängigen 3D-Applikationen geladen und weiter bearbeitet werden kann. Der größte Aufwand, nämlich die Szene manuell zu bauen, fällt damit weg. Das Kernteam besteht zurzeit aus zwei Personen: 3D-Artist Martin Jann und 3D-Entwickler Joachim Diepstraten.

Einen eher redaktionell getriebenen Ansatz verfolgt hingegen das Team NewsSeam, dessen Teilnehmer*innen mittels KI-Algorithmen die Möglichkeit schaffen, automatisch Zeitleisten zu gewünschten Medien und Themen zu generieren. Sie sollen dem Problem entgegenwirken, dass Leser*innen beim Lesen von Ereignisketten über einen längeren Zeitraum schnell den Überblick über die gesamte Thematik verlieren. Nutzer*innen können aktuelle Geschehnisse so in den zeitlichen Kontext einordnen und sich ganzheitlich über komplexe Themen informieren. Die Medienpartner*innen dagegen finden Leser*innen für vergangene und neue Artikel: Alter Content kann als Teil eines aktuellen Themenstrangs relevant gehalten werden. Somit könnte eine Win-win-Situation entstehen, die die Teammitglieder Alexander Both, Sebastian Vogt und Daniel Nikola mit disziplinierter Arbeit an ihrem Produkt erreichen wollen.

Eine Win-win-Situation zwischen Unternehmen und Nutzer*innen herzustellen ist auch das Ziel von Team Wallie., das die native Wallet-App nutzen möchte, um Gutscheine, Rabatt-, Stempel-, Mitgliedskarten, Eventtickets und vieles mehr zu digitalisieren. Tim Augustin, Niels Kamps, Jeremias Ruf und Lars Kuhnert wollen so einen neuen, einfach zu bespielenden Touchpoint für Marken entwickeln, welcher via Geo-, Zeit- oder Beacon-Triggern genau zur richtigen Zeit und am richtigen Ort die passende Nachricht ausspielt. Der Vorteil für die Konsumierenden: Sie bekämen weniger irrelevante Werbung, so dass am Ende nur Inhalte ausgespielt werden, die wirklich Mehrwert bieten und somit ein positives Markengefühl erzeugen. Die Kundschaft könnte somit quasi einen persönlichen Shoppingassistenten erhalten, welcher an Rabattangebote erinnert, Guthaben verwaltet, Service Informationen ausgibt und Treueprogramme strukturiert.

Abgerundet wird Batch 1 durch die Female Leadership Academy.  Die Academy begleitet Organisationen über längere Zeiträume (zwei bis 24 Monate) dabei, Frauen in Führungspositionen und auf dem Weg dahin zu fördern. Durch einen Blended-Learning-Mix aus Onlinekursen, Podcast- und Videocontent, Mastermindgruppen, webinargestütztem Mentoring, Live-Workshops und Beratung werden Einzelpersonen oder ganze Teams im Arbeitsalltag begleitet und gefördert. Ein Team aus Coaches und Trainer*innen steht nicht nur Teilnehmenden, sondern auch Unternehmensentscheider*innen bei strategischen Fragestellungen mit fundierten Beratungskonzepten zur Seite. Noch ist die Macherin hinter dem Projekt, Vera Marie Strauch, allein unterwegs. Unterstützung soll aber schon bald folgen.

Die Auftaktveranstaltung machte in jedem Fall Lust auf das, was die sechs Teams in den nächsten Monaten entwickeln werden. In der ersten Phase werden die Teilnehmer*innen nun mittels Coachings in den Bereichen Team-Building, Ideenentwicklung und Marktwissen ausgebildet und von ihren Mentoren motiviert und unterstützt, ehe am 24.07. der nächste Pitch wartet.

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on xing
Share on print
Weitere Artikel
Um diese Zusammenarbeit gleich in die richtigen Bahnen zu lenken und mit einem gemeinsamen Grundverständnis zu beginnen, startete das Prototyping Lab mit einem Design-Sprint.

Prototyping Lab geht in die zweite Runde

Das zweite Prototyping Lab ist mit einem Design-Sprint im Coworking Space finhaven gestartet. Das Projekt bringt auch in diesem Jahr Studierende verschiedener Hochschulen mit renommierten Hamburger Medienhäusern zusammen, um gemeinsam mit neuen Technologien zu experimentieren. Zum Auftakt erarbeiteten die neuen Teams erste Entwicklungsansätze für ihre Prototypen.

Mehr lesen
Das etwas andere mobile Büro: Contentflow-Mitgründer Gregor Landwehr auf der Kirmes. Fotocredit: Julia Kneuse

Gregor Landwehr über das Erfolgsrezept von Contentflow

Kurz vor dem Graduation Pitch bei unserem Inkubator haben wir uns mit MEDIA LIFT-Mentor und contentflow-Gründer Gregor Landwehr darüber unterhalten, wie sein Jungunternehmen zum Start-up-Wunderkind avancierte, welche Rolle dabei der next media accelerator hatte und worauf es bei der Verwirklichung von Gechäftsideen ankommt.

Mehr lesen
Maschine, Mensch, Meinung - Prof. Dr. Andreas Moring zeigt die Potenziale von Künstlicher Intelligenz auf.

Predictive Analytics in Journalismus und Publishing

Journalist*innen und Medienmacher*innen können mit Hilfe Künstlicher Intelligenz deutlich mehr über morgen und übermorgen wissen und berichten, als noch vor wenigen Jahren. Das liegt an schier unendlichen Mengen an Daten und an Methoden und Instrumenten, diese auch auszuwerten. Das Ganze nennt sich „Predictive Analytics“ und bietet Potenzial und Chancen auf vielen Ebenen. Andreas Moring zeigt, wie es geht.

Mehr lesen
X