Corona-Krise? Die Chance für kreative Digital-Angebote!

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Von innovativen Tools, digitalen Content-Formaten und vergünstigten Services

Die Corona-Krise ist die Zeit der digitalen Ideen! Diese Erkenntnis ist in den letzten Tagen mehr als deutlich geworden. Wo man auch hinschaut finden sich neue, digitale Angebote, die als Antwort auf die gegenwärtige Pandemie verstanden werden können. Gleichzeitig wird die Nutzung vieler bereits vorhandener Service-Angebote vergünstigt angeboten. Wir haben für euch spannende Cases zusammengestellt, die beispielhaft aufzeigen, wie auf die derzeitige Situation reagiert wird und warum die jetzige Situation auch eine Chance sein kann.

Die Medien- und Digitalwirtschaft befindet sich seit Jahren im Wandel: In sämtlichen Bereichen gewinnen digitale Angebote und innovative Geschäftsmodelle an Relevanz. Und doch: Die Ausbreitung des Corona-Virus hat dazu geführt, dass dieser Wandel schneller als je zuvor voranschreitet. Sämtliche Unternehmen der Branche sehen sich mit einer Situation konfrontiert, in der sie auf digitale Angebote angewiesen sind und die ganze Wirtschaftszweige nachhaltig verschieben und verändern könnte. Salopp gesagt: Die Medienwirtschaft ist per Schleudersitz in die digitale Zukunft befördert worden.

Es verwundert daher nicht, dass gerade jetzt jede Menge neue Angebote entstehen und kurzfristig ausprobiert werden. Der folgende Überblick präsentiert verschiedene aktuelle Cases, die besonders innovativ oder in außerordentlich kreativ auf die Krise reagieren.

 

Mit Kreativität und Engagement gegen das Virus

Mit unterschiedlichsten Kampagnen versuchen immer mehr Unternehmen und Organisationen, die Bevölkerung im Umgang mit der Situation zu unterstützen. Unter dem Hashtag #allefüralle appelliert auch die Initiative „Deutschland gegen Corona” mit ausgefallenen Visuals an die gesamte Gesellschaft und ruft zu Solidarität in diesen schwierigen Zeiten auf. „Haltet Abstand und gleichzeitig zusammen“ ist dabei die Kernbotschaft der Kampagne, an der auch zahlreiche Hamburger Unternehmen wie DER SPIEGEL, Gruner + Jahr, die Hamburger Hochbahn und fischerAppelt beteiligt sind.

Das Netzwerk Kreative Deutschland hat in Zusammenarbeit mit der Fördereinrichtung Promoting Creative Industries Netzwerk (PCI) indes die Kampagne #dontstopcreativity gestartet. Das Projekt soll die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Kultur- und Kreativwirtschaft sichtbar machen, konkrete Unterstützungsbedarfe formulieren sowie die Kultur- und Kreativwirtschaft als Lösungsanbieter positionieren.

Um einen Impfstoff gegen das Coronavirus herzustellen, muss man dessen Struktur und Wirkweise entschlüsseln – ein Prozess bei dem enorm viel Rechenleistung benötigt wird. Das Projekt Folding@home bündelt nun Pakete der zu berechnenden Daten und lässt die Strukturanalyse des Virus nicht über einen, sondern über viele verschiedene Rechner laufen. Auf diese Weise kann jede Person, die einen Computer besitzt, einen Beitrag zur Erforschung von COVID-19 beitragen. Ganz einfach, indem sie Rechenleistung „spendet“. Hierzu muss lediglich ein Programm auf dem eigenen Rechner installiert werden, welches ungenutzte Rechenkapazitäten zur Verfügung stellt.

Sich selbst nicht ins Gesicht zu fassen ist eine der alltäglichen Maßnahmen, die jede*r beachten sollte, um eine Ausbreitung des Virus COVID-19 zu verlangsamen. Was banal und einfach klingt, kann in der Praxis ziemlich herausfordernd sein. Das Startup Immutouch hat ein Tool entwickelt, um gegen diese lästige Angewohnheit anzugehen: Ein Armband, das über personalisierte Algorithmen die Position der eigenen Hand erkennt und vibriert, bevor man sein Gesicht berührt. Die Armbänder wurden ursprünglich für andere medizinische Zwecke entwickelt.

Viele ähnliche Ideen sind auch beim Wir-Vs.-Virus-Hackathon am vergangenen Wochenende entwickelt worden. Mehr als 40.000 Teilnehmende arbeiteten über drei Tage an digitalen Projekten, um den durch COVID-19 entstandenen Herausforderungen entgegenzuwirken. Obwohl die Bundesregierung erst zwei Tage zuvor zum Hackathon aufrief, kamen innerhalb kürzester Zeit über 1.500 Projektideen zusammen. Aus einer der Ideen ist die Initiative „Wir von hier“ entstanden, die aktuell eine App entwickelt, mit der lokale Händler*innen und Kund*innen während der Coronakrise direkt verbunden werden sollen. Mehr Eindrücke der Online-Veranstaltung finden sich im Abschluss-Video.

 

Innovative Content-Formate

Mit dem täglichen Corona-Update von Professor Christian Drosten, dem Leiter der Virologie an der Berliner Charité, hat NDR Info ein überaus erfolgreiches Format geschaffen, das bundesweit Zuspruch findet. In einem Podcast klärt der Virologe über COVID19 auf und teilt sein Wissen und seine Gedanken aus erster Hand. Im Podcast geht es unter anderem um die Wirksamkeit von Schutzmasken, den aktuelle Stand der Medikamenten-Forschung und Funktionsweisen von Viren. In Zeiten von Fake-News und dem rapiden Entwicklungstempo der Corona-Situation lohnt es sich definitiv in den Corona-Podcast reinzuhören. 

ONE Hamburg möchte die Stadt digital miteinander verbinden und der Kunst- und Kulturszene online eine Bühne geben. Vor diesem Hintergrund bietet Hamburgs neues Social-TV-Angebot einen Mix aus verschiedenen Unterhaltungsformaten wie Podcasts, Workouts, Live-Musik, Talk-Formaten, Lesungen und Comedy mit Hamburg-Bezug an. Am 18. März fiel der Startschuss für den Online-Sender. 

Wie man den Diskurs über digitale Innovation trotz Event-Absage fortführt, zeigen derweil Hamburg Startups und German.Innovation mit der Video-Reihe #couchbycouchwest. Bei YouTube werden täglich spannende Inhalte zum zuvor abgesagten South by Southwest-Programm angeboten. 

Dass die Digitalisierungswelle die Kongress-Welt erreicht hat, zeigt auch das Beispiel der valantic visiondays. Der Kongress des IT-Anbieters wurde zwar in das Jahr 2021 verschoben, gänzlich ausfallen lassen wollten die Organisator*innen die Visiondays 2020 jedoch nicht. So findet der zweite Workshop-Tag nun nicht mehr wie geplant in Hamburg, sondern im Netz statt. Hier wird es Interessierten am 26. März möglich sein, geplante Inhalte der Digitalkonferenz vom Home-Office aus in sechs frei zugänglichen Webinaren zu verfolgen.

nextReality.Hamburg hat das Thema Networking in Corona-Zeiten auf ein neues Level gehievt und kürzlich den ersten XR-Developer Stammtisch ins Leben gerufen, zu dem sich Kontakte aus dem Netzwerk virtuell zusammenfanden. Als gemeinsame Schnittstelle nutzen die Teilnehmenden die sogenannte AltspaceVR-Software, die von einem kalifornischen Startup stammt. Am „virenfreien“ Treffpunkt tauschte sich die Gruppe rund um die Corona-Pandemie, berufliche Einschnitte, Virtual-Reality-Lösungen und persönliche Erfahrungen aus.

Darüber hinaus hat FOODBOOM mit dem Format „Home Office Lunch – Come and cook with us!” eine Content-Idee an den Start gebracht, die Unterhaltung und praktischen Nutzen miteinander verbindet und gleichzeitig einen kulinarischen Mehrwert bietet. Über Instagram teilt das Food-Startup über den eigenen Kanal vorab eine Einkaufsliste. Mit den genannten Zutaten kann jede*r anschließend das Videoformat einschalten und jeden Montag, Mittwoch und Freitag ab 11:30 Uhr live mitkochen.

 

Vergünstigte Service-Angebote

Keine Schule und keine Besuche von oder bei Freund*innen – vielen Kindern fällt Social Distancing besonders schwer. Audible hat daher „Audible Stories“ ins Leben gerufen und stellt dort gratis Hörbücher für Kinder und Jugendliche zur Verfügung. Unter dem Motto „For as long as schools are closed, we’re open” können hier hunderte Audiobooks gratis gestreamt werden. Zwar gibt es dort auch Hörbücher auf Deutsch, der Großteil der Angebote ist allerdings auf Englisch und lässt sich mit Sicherheit nutzen, um ein wenig Abwechslung in die heimische Englischstunde zu bringen.

aiconix nutzt KI, um Sprache in Text umzuwandeln – als Live-Transkriptions-Tool und in Form von Live-Untertiteln. Das kann dabei helfen, hörgeschädigten Menschen im Netz Inhalte besser zugänglich zu machen. „Jetzt, wo die Statements und Reden der Politiker die Nachrichten dominieren, ist uns aufgefallen, dass kaum Untertitel existieren. Deshalb haben wir uns entschieden, hier helfen zu wollen”, so CEO und Co-Founder Eugen Gross. Aktuell sucht das Hamburger Unternehmen eine Lösung, die Live-Untertitelung für NGOs und Behörden für die nächsten drei Monate zu einem geringeren Preis anzubieten, um so die Barrierefreiheit aktueller Nachrichten zu gewährleisten. Wer sich auf nextMedia.Hamburg beruft, kann bereits jetzt Rabatte von bis zu 50% in Anspruch nehmen.

Aus dem Homeoffice arbeiten, ohne dabei wesentlich Produktivität einzubüßen, ist eine zentrale Herausforderung für Unternehmen und Angestellte. Passend dazu hat t3n einen umfassenden Homeoffice-Guide zur Verfügung gestellt, der in einem 30-seitigen PDF Tipps zum Umzug vom physischen Büro ins Homeoffice gibt. Aufgrund der Corona-Pandemie hat sich t3n entschieden, den Ratgeber kostenlos zur Verfügung zu stellen.

Ebenfalls gratis erhältlich ist derzeit der Pro-Account von Cobocards, der das Online-Lernen mit digitalen Karteikarten ermöglicht. Ganz nach dem Motto „schulfrei ist nicht lernfrei“ erhält man hier den Premium-Zugang für sechs Monate umsonst, ohne automatische Verlängerung.

Diverse Arten von Content werden aktuell ebenfalls kostenlos zur Verfügung gestellt, um der häuslichen Monotonie entgegenzuwirken. Adobe bietet beispielsweise allen Schüler*innen und Studierenden die gesamte Creative Cloud-Palette an Desktop-Anwendungen bis zum 31. Mai kostenlos an. Wer auf der Suche nach einer umfassenden Übersicht an Gratis-Inhalten ist, sollte einen Blick auf den ComputerBILD-Artikel werfen. Darin gibt es Infos zu aktuell kostenlosen Homeoffice- und Lerntools, Freizeitipps, Spiele, Musik, Filme, Fitnessprogramme und vieles mehr. Einige der Angebote sind zeitlich begrenzt, während andere gratis zum Download zur Verfügung stehen.

Diese Fülle an Angeboten und Projekten macht einmal mehr deutlich, dass der Einfallsreichtum der Medien- und Digitalbranche in diesen Tagen enorm ist und die Akteure der Szene bemüht sind, die aktuellen Herausforderungen mit Hilfe digitaler Lösungen zu meistern. Trotz aller Widrigkeiten wird vielerorts versucht, die derzeitige Situation auch als Chance für neue Formate und Produkte zu begreifen.

Übrigens: Wo ihr in der derzeitigen Situation Hilfe erhaltet und was ihr jetzt wissen müsst, haben wir für euch in diesem Blogbeitrag zusammengetragen.

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