Media Lift: Lit-X bringt die Publishingbranche mit Risikominimierung in die Gegenwart

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Publishing ist ein riskantes Geschäft: Der Erfolg eines Buches ist von so vielen Faktoren abhängig, dass es schwierig ist, vorherzusagen, ob eine Veröffentlichung erfolgreich sein wird oder nicht. Das Start-up Lit-X will das mit Hilfe von Daten ändern.

Wie wird ein Buch zum Erfolg? Diese Frage stellen sich nicht nur zahlreiche Autor*innen, sondern auch so ziemlich jeder Publisher. Kreative Faktoren beeinflussen den Erfolg eines Buches maßgeblich – Genre, Stil und Handlung können allesamt beeinflussen, wie ein Buch auf dem Markt performt – aber auch die Vermarktungsstrategien des Publishers spielen eine große Rolle: Wie setze ich den richtigen Preis und halte dabei die Waage zwischen Profitmaximierung und Risikominimierung? Die Faktoren sind so kleinteilig und vielfältig, dass es nahezu unmöglich ist, zu entscheiden, welches Buch veröffentlicht werden soll und welches nicht, geschweige denn wie.

Use Cases für Lit-X

In anderen Branchen ist die Risikominimierung mit Hilfe von detaillierten Datensätze bereits Gang und Gäbe – nur im Publishinggeschäft noch nicht. Das Start-up Lit-X, das wir im fünften Batch unseres Inkubators Media Lift fördern, will daran etwas ändern: Das Team um Lars Leipson hat eine Software-Lösung für Publisher geschaffen, die mithilfe von KI-Erfolgsfaktoren identifizieren und Erfolgschancen für einzelne Use Cases vorhersagen kann. „Wir helfen Publishern, aber auch dem Buchhandel, Agenten und Autoren Literaturerfolg zu analysieren und vorherzusagen“, sagt Lars Leipson, Co-Founder von Lit-X über die Software-Lösung seines Teams. „Dies tun wir mit zwei Produkten: Success Analytics und Success Prediction. Mit unseren Success Analytics bedienen wir sehr business-nahe Use Cases wie Trend Scouting und Preissetzung. Die Success Prediciton ermöglicht dagegen die Identifikation von Erfolgstreibern, sowie eine Einschätzung ihrer Wirkungsgröße.“

Das Trend Scouting ermöglicht es Verlagen, internationale Literaturdaten zu analysieren, um Titel zu identifizieren die in den letzten Monaten auf einem geringen Erfolgsniveau einen großen Zuwachs an Verkäufen erzielen konnten – was auf entstehende Trends hinweisen könnte. Davon ausgehend können Verlage nationale Lizenzen für die entsprechenden Titel erwerben oder versuchen, denselben inhaltlichen Trend mit anderen Titeln zu bedienen.

Das Preissetzungs-Tool erlaubt es Verleger*innen dagegen, Vergleichsgruppen aus Verlagen, Autor*innen und Titeln zu erstellen, die daraufhin nach Genres, Produktvarianten wie Hard- oder Softcover und das Ursprungsland ausdifferenziert werden können. Die Vergleichsgruppe bietet anschließend eine Preisspanne, innerhalb derer sich die Verleger*innen strategisch fundiert positionieren können.

Success Prediciton bietet dagegen eine detaillierte Analyse inhaltlicher Erfolgstreiber, etwa wie sich die Eigenschaften der Charaktere oder der Ort der Handlung auf den Erfolg eines Buches auswirken. Im Umkehrschluss kann der erwartbare Erfolg eines noch unveröffentlichten Titels simuliert werden – ist ein noch unveröffentlichtes Buch erfolgreicher, wenn es auf Hawaii oder Sylt spielt?

So funktioniert Lit-X

Der Grundstein für den Erfolg von Lit-X wird bei der Datensammlung gelegt. „Wir schaffen einen großen Datenschatz aus verschiedenen Quellen“, sagt Lars Leipson. „Online-Shops, Bewertungs-Plattformen, Social Media, Suchmaschinen und noch viele mehr. Diese Daten werden daraufhin verarbeitet, qualitätsgesichert und vervollständigt.“

Der Data Science Tech Stack von Lit-X, in dem die gesammelten Daten weiterverarbeitet werden, ist auf dem neuesten Technologiestand: Das Start-up nutzt Python als Coding Basis, Github und GitHub Co-Pilot für die Dokumentation und Unterstützung, AWS als Cloud Plattform, Docker zur Containerization und PostgreSQL als Datenbanksystem. Für die großen Sprachmodelle (Large Language Models), die daraufhin das Output generieren, setzt Lit-X auf LLaMA und Falcon.

Für Kund*innen bietet das Geschäftsmodell von Lit-X zunächst zwei klassische Lösungen: ein traditionelles Abo-Modell und die Möglichkeit, einzelne Zugriffe auf Tools über eine Shopify-Plattform zu kaufen. „In der Zukunft hoffen wir auf starke Integrationspartner wie auf Verlage spezialisierte ERP-Systeme oder Distributoren, über die wir unsere Lösung gut skalierend vertreiben können“, sagt Lars Leipson von Lit-X über die Zukunft des Start-ups.

Für Lit-X bietet Media Lift eine Schnittstelle zur Contentbranche

Die Teilnahme an Media Lift ist für Lit-X, abseits von den Fördermitteln, vor allem für die Partner aus der Literaturbranche wertvoll: „Media Lift bietet uns Zugang zu einem sehr engagierten Netzwerk in einer sehr netzwerkgetriebenen Branche“, sagt Lars Leipson. „So entstehen diverse Kontakte zu Verlagen, mit denen wir unser Produkt validieren und verbessern können – oder zu Dienstleistern, die uns bei der Gründung unterstützen können.“

Aber nicht nur die Kontakte aus dem Inkubator sind für Lit-X wertvoll, auch das Know-how hilft ihnen, eine Branche, in der sie gerade erst Fuß fassen, von innen heraus zu verstehen: „Media Lift bietet aber auch inhaltliche Expertise von Brancheninsidern“, sagt Leipson weiter. „Wie funktioniert die Branche eigentlich? Was ist üblich? Wer sind die wesentlichen Spieler? Was sind aktuelle Trends? All das sind für uns, die der Branche eher fremd sind, sehr, sehr wertvolle Informationen.“

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