Wie kreativ ist eine KI wirklich, Florian Woeste?

| | Blog

„Bis zur vollen Eigenständigkeit von KI ist es noch ein steiniger Weg."

Florian Woeste ist Co-Founder von AdaLab – ein Start-up aus Hamburg, das an KI-Lösungen für Unternehmen arbeitet. Im Interview erzählt er, warum KI nur begrenzt kreativ ist und was Forscher*innen brauchen, um Bias zu bekämpfen.

Ist KI wirklich kreativ?

Die Frage an sich ist für manche schon ein Provokation. Selbst in der Machine Learning Community wird das heiß diskutiert. Wie überall spielen Verdrängungsängste eine Rolle. Übertriebener Hype und reißerische Headlines à la “KI kreiert eigenen Filmtrailer” verstärken das noch. Leider ist der heute am besten zu vertretende Standpunkt ein agnostischer. Je nach Definition ist KI vielleicht heute schon kreativ. Bis zur vollen Eigenständigkeit und zur allgemeinen KI, die nicht jedes Mal für eine Nische neu trainiert werden muss, ist es noch ein steiniger Weg.

Wie stehst du zu der Aussage, dass eine KI in Zukunft hochwertige Inhalte mit minimalem Budget produzieren kann? 

Der Aufwand von aktuellen KI-Modellen ist enorm frontlastig. Ein Modell zu trainieren benötigt häufig Tausende bis Millionen von Datenpunkten, deren Beschaffung oft noch menschliche Aufsicht erfordert. Ist ein Modell erstmal funktionsfähig, lassen sich die Ergebnisse oft quasi per Knopfdruck ernten. Auch das Einbinden neuer Datenpunkte – das Weiterlernen in Produktion – ist vergleichsweise wenig aufwendig.

Welche Herausforderungen siehst du bei dem Umgang mit einer kreativen KI? 

Auf absehbare Zeit wird jede KI für komplexe Anwendungen wenigstens sanfte, menschliche Führung brauchen. Die Schnittstelle um die KI anzuleiten ist allerdings von der UI bis zur Datensammlung nicht unbedingt einsteigerfreundlich. Dadurch entstehen Reibungspunkte, die Ergebnisse weit hinter dem zurücklassen was unter Laborbedingungen möglich ist. Häufig werden ethische Aspekte leider noch unterbeleuchtet. Große Sprachmodelle wie GPT-3 sind toll, was ihre Mächtigkeit angeht. Für vernünftige Untersuchungen und vor allem Mitigierung von Bias fehlt allerdings Funding und öffentlicher Druck.

Jetzt für die Veranstaltung Creative AI anmelden!

Am 15. Februar bringen wir gemeinsam mit dem Artificial Intelligence Center Hamburg (ARIC) Medienunternehmen mit KI-Expert*innen in den Austausch und diskutieren in der dritten Ausgabe über die kreativen Potenziale von AI. Vor der offenen Diskussionsrunde erwarten uns zwei spannende Kurzvorträge von Werner Bogula (ARIC) und Florian Woeste (AdaLab). 
Hier geht es zur Anmeldung.

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on xing
Share on print
Weitere Artikel
EU Flagge

Neue Runde europäischer Förderungen für die Contentbranche

Auch in 2022 gibt es zahlreiche Förderangebote der EU für die Contentbranche – allen voran im Förderprogramm Creative Europe, das in diesem Jahr ca. 385 Millionen Euro zur Verfügung stellen wird. Im Fokus stehen dabei die Themen
Cross-sektorale Innovationen, Journalismus, Medienkompetenz und Meinungsfreiheit sowie immersive Content-Entwicklung.

Mehr lesen
X