Warum Communities für Medienmarken immer wichtiger werden

| | Blog

Beyond Memberships

Vom reinen Content-Anbieter über die Kuratierung von Inhalten geht der Trend hin zur Begleitung der eigenen Community. Diese geht weit über die reine Versorgung mit passenden Inhalten für die Zielgruppe hinaus. Es geht um gemeinsame Werte, um Austausch und das Gefühl, nicht alleine zu sein. Eine redaktionelle Ausrichtung, bei der Leser*innen weit mehr als nur eine Quelle finanzieller Unterstützung sind. Statt Konsum steht also Partizipation im Fokus.

Wir glauben, Communities sind die Zukunft. Gemeinsam mit euch möchten wir daher herausfinden, welche Potenziale für Medienmarken in moderierten Gemeinschaften liegen. Bei nextMedia.Live bringen wir am 10. Februar gemeinsam mit Andreas Spiegler von brand eins 30 Business Developer*innen, Innovationsmanager*innen und Community Manager*innen unterschiedlicher Branchen an einen (virtuellen) Tisch, um gemeinsam an konkreten Community-Strategien zu arbeiten. Bis zum 31. Januar könnt ihr euch noch bewerben. Hier haben wir acht überzeugende Beispiele zusammengestellt, warum ihr euch unbedingt dem Community-Thema widmen solltet. 

Community ist die Zukunft – diese acht Beispiele zeigen warum. Und wo noch Potenzial liegt.

1. Kund*innen-Communities immer gefragter

Mehr als die Hälfte der deutschen Social-Media-Nutzer*innen ist an unternehmenseigenen Online-Plattformen interessiert – erst 18 Prozent sind versorgt. Der aktuelle Social-Media-Atlas 2020 der Hamburger Kommunikationsberatung Faktenkontor und des Marktforschers Toluna zeigt, den Deutschen fehlen Online-Plattformen, über die sich Unternehmen exklusiv mit ihren Kund*innen und Stakeholdern vernetzen und austauschen. Mit 47 Prozent kann sich fast die Hälfte der Social-Media-Nutzer*innen, die noch nicht Mitglied einer Kund*innen-Community sind, vorstellen, eine solche Plattform zu nutzen.

2. Community-getriebener Websender

Rocket Beans TV  ist ein unabhängiger und Community-getriebener 24/7-Websender. Das Hamburger Unternehmen zeichnet sich durch seine einzigartige Community aus – zahlreiche Fanprojekte und -Gruppierungen bieten die Möglichkeit, Gleichgesinnte zu finden und sich auszutauschen. In einigen WG-Anzeigen wird online sogar extra nach Rocket Beans-Fans gesucht. 2019 kamen 24% der Umsätze der Senders aus  Community-Einnahmen.

3. Wirtschaftsmagazin mit Karma-Abo

Die Mitarbeiter*innen des  Neue Narrative Magazins haben sich zum Ziel gesetzt, auf Augenhöhe mit ihrer Community zu agieren. Dafür machen sie ihre internen Prozesse und Zahlen  transparent, um mehr Verständnis für ihr Handeln und ihr Geschäftsmodell zu entwickeln. Mit unterschiedlichen Abo-Modellen können die Nutzer*innen selbst entscheiden, wie viel sie zahlen möchten. Das Karma-Abo ist beispielsweise für all diejenigen, die einen größeren Beitrag leisten möchten, um das Magazin zu unterstützen.

4. Membership-Guide für Nachrichtenredaktionen

Nach drei Jahren Forschung zu den Herausforderungen und Potenzialen von Membership-Modellen im Journalismus hat das  Membership Puzzle Project einen praktischen  Leitfaden für den Start eines eigenen Membership-Modells herausgebracht. Der Leitfaden bietet Best Practices, Fallstudien und hilfreiche Ratschläge aus der ganzen Welt, die Nachrichtenredaktionen beim Aufbau ihrer eigenen Membership-Strategie helfen.

5. Event-Reihe schafft Gemeinschaft

12min.me ist ein gemeinnütziger Verein, der in über 30 Städten regelmäßig eine Vielzahl von Menschen mit den unterschiedlichsten Hintergründen aus Wissenschaft, Wirtschaft, Kultur und Politik versammelt. Die Events finanzieren sich durch Spenden, die Partner stellen Eventflächen und unterstützen mit Technik und Catering. 12min.me ist mittlerweile zur deutschlandweit größten Meetup-Community geworden.

6. t3n wird zur Bewegung

Mit dem  Pioneers Network macht t3n seine Nutzer*innen – die digitalen Pioniere – sichtbar, vernetzt sie miteinander und erfährt ihre Bedürfnisse und Wünsche. Was ist ihre Motivation? Welche Ziele verfolgen sie? Im Mittelpunkt des Pioneers Network steht das Teilen von Wissen darüber, wie wir digital besser arbeiten und leben können. In ihrem persönlichen Profil zeigen die Mitglieder, neben Basisinformationen zu ihrer Person, welche Tools sie nutzen, wie ihr Homescreen aussieht, welche Bücher sie inspirieren, welche Podcasts sie gerne hören und wie sie arbeiten.

7. Community-finanzierter Journalismus

Krautreporter ist ein unabhängiges und werbefreies Magazin und wird ausschließlich von seinen Mitgliedern finanziert. Die Strategie: Den Mitgliedern auf Augenhöhe begegnen, komplexe Zusammenhänge in einer Sprache erklären, die jeder versteht und die eigene Haltung transparent machen. Jedes neue Mitglied wird im wöchentlichen Krautreporter-Newsletter namentlich erwähnt.

8. ZEIT-Community für junge Visionär*innen

Neben dem  „Freunde der ZEIT“-Programm, das für alle Abonnent*innen zugänglich ist und zusätzlich zu Community-Events auch kostenlosen extra Content bietet, setzt die ZEIT mit  Z2X einen besonderen Fokus auf ihre junge Zielgruppe. Z2X ist eine Gemeinschaft junger Visionärinnen und Visionäre im Alter zwischen 20 und 29. Neben dem regelmäßigen online Austausch trifft sich die Z2X-Community einmal im Jahr bei dem Z2X-Festival sowie bei thematischen Gipfeln oder lokalen Events.

 

Das Thema Community steht bei dir dieses Jahr auch ganz oben auf der Agenda? Dann melde dich noch bis zum 31. Januar für unser virtuelles Live-Event an.

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on xing
Share on print
Weitere Artikel

Neue Studie aus Hamburg: Nachrichtennutzung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen

Wie informieren sich Jugendliche und junge Menschen in Deutschland im digitalen Zeitalter – und was bleibt am Ende tatsächlich bei ihnen hängen?
Die gerade vorgestellte #UseTheNews-Studie liefert neue fundierte Erkenntnisse für Medienunternehmen und Medienpädagogik. Erstmals schlüsselt eine Untersuchung derart präzise und differenziert auf, wie junge Menschen mit Nachrichten umgehen.

Mehr lesen

Immersive Storytelling – Wie der Carlsen Verlag die Potenziale neuer Technologien nutzt

Markus Dömer ist Head of Business Development & AR/VR TechHub beim Carlsen Verlag in Hamburg und seit diesem Jahr Mitglied in unserem Beirat. Wir haben mit ihm über die Verwendung von AR, VR und KI gesprochen und erfahren, wie viel Potenzial für den Verlag in den Technologien steckt. Es geht um Edutainment, immersives Storytelling, interaktive Audioformate und digitale Produkentwicklung in Zeiten einer Pandemie.

Mehr lesen
X