Content meets Commerce – Wie sieht der Handel der Zukunft aus?

Livestream-Shopping bei Instagram, via Augmented Reality Produkte ausprobieren oder NFTs der neuen Kollektion kaufen – es steckt enormes Innovationspotenzial in digitalen Zukunftstechnologien für den Handel. In unserem Programm Content Foresight widmen wir uns daher dieses Jahr der Schnittstelle von Content und Commerce. Wir zeigen euch, warum gerade in diesem Bereich so viel Potenzial steckt und welche spannenden Cases es bereits aus Hamburg und unserem Netzwerk gibt.

Nicht zuletzt durch die Covid19-Pandemie wachsen die Umsätze im Online-Handel in den letzten Jahren schneller als je zuvor. In 2021 konnte der E-Commerce einen Branchenumsatz von über 100 Milliarden Euro verzeichnen, ein Wachstum von 19% im Vergleich zum Vorjahr. Das ergab eine Studie des Bundesverbands E-Commerce und Versandhandel. Besonders das sogenannte Social Shopping – Einkaufen über soziale Medien wird immer beliebter und wächst sogar drei Mal so schnell wie der allgemeine Online-Handel. Dabei orientieren sich Konsument*innen vermehrt an digitalen Communities und Creator*innen als Informationskanäle für ihre Kaufentscheidungen.  Circa ein Drittel der Konsument*innen legt laut Umfrage von Bazaarvoice bereits heute Wert darauf, über soziale Medien einkaufen zu können. 

Content spielt in dieser Entwicklung eine wichtige Rolle. Sowohl im Vertrieb physischer Produkte als auch bei virtuellen Gütern ist der Einsatz von gutem Content ein notwendiges Asset für erfolgreichen Handel. Insbesondere jüngere Zielgruppen konsumieren Content auf verschiedensten Kanälen bereits hauptsächlich digital. Und auch die Contentbranche ist weiterhin von Veränderungen geprägt. Trendwenden wie die hin zum Metaverse beschäftigen heute branchenübergreifend Unternehmen. Das Metaverse hat Potenzial, als plattformübergreifendes System viele Bereiche des Lebens virtuell zu verbinden. Auch für den Handel bieten sich dadurch Chancen, Nutzer*innen an neuen Touchpoints, unter anderem in virtuellen Stores zu begegnen oder ihre Produkte als NFTs anzubieten. Im Zusammenspiel von Content und Commerce liegt daher eine enorme Zukunftskraft.

Cases aus Hamburg

In Hamburg gibt es bereits zahlreiche Unternehmen, die das Potenzial dieser Schnittstelle nutzen. Unter anderem das Unternehmen Yamuntu: eine Cashback-App, in der Social Media Nutzer*innen auch mit kleiner Reichweite für ihre Fashion-Postings von Brands gesponsert werden können. Durch diese Postings werden ihre Freund*innen auf Produkte aufmerksam, ganz im Sinne des Social Shopping. Teilnehmende Partner sind beispielsweise das Hamburger Unternehmen AboutYou und Snipes.

In der Yamuntu App können Nutzer*innen aus einer Liste von Sponsoringpartnern wählen. Quelle: Yamuntu.

Die kürzlich veröffentlichte App VRTKL beschäftigt sich mit Social Commerce in einer mobilen Shopping-App – von der Gen Z für die Gen Z. Hier werden in Entertainment-Formaten die von Creator*innen erwähnten Produkte verknüpft und können von Nutzer*innen direkt in deren Warenkorb gelegt werden.

Produkte, die Nutzer*innen in den Livestreams entdecken, können sie direkt ihren persönlichen Warenkorb hinzufügen. Quelle: VRTKL.

Auch in unserem Netzwerk wird fleißig an neuen Ideen rund um Content und Commerce gearbeitet. Unser Beiratsmitglied Snap entwickelt für seine App Snapchat AR-getriebene Shopping Lenses. Diese ermöglichen Nutzer*innen über ihre Handykamera Produkte teilnehmender Brands virtuell anzuprobieren und ihre virtuellen Styles mit anderen Nutzer*innen zu teilen. Seit Beginn letzten Jahres haben laut Aussagen des Unternehmens bereits über 250 Millionen Nutzer*innen die Lenses ausprobiert.

Die Snapchat Shopping Lenses ermöglichen Kund*innen, ihre Produkte über die Handykamera virtuell anzuprobieren. Quelle: Snap.

Content Foresight 2022

Wer als etabliertes Content-Unternehmen vorne mitspielen will, muss auf die immer schneller werdenden technologischen Entwicklungen adäquat reagieren und die eigene Geschäftsstrategie stetig an den Wandel anpassen. Interne Forschungen reichen hierbei nicht aus, es braucht aktive Teilnahme am Marktgeschehen.

Bei unserem Programm Content Foresight entwickeln wir gemeinsam mit Unternehmen zweier Branchen Zukunftsszenarien und erforschen mögliche neue Geschäftsmodelle. Durch den interdisziplinären Austausch schaffen wir neue Perspektiven, die es den Unternehmen ermöglichen, die Zukunft ihrer Branchen aktiv mitzugestalten. In den ersten beiden Runden lag der Fokus auf den Schnittstellen-Themen Mobility (2019) und Health (2020). Dieses Jahr werden wir mit Blish, Carlsen, RMS, pilot und Stein Promotions an der Schnittstelle von Content und Commerce zusammenkommen und gemeinsam das Innovationspotenzial digitaler Zukunftstechnologien erarbeiten.

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