Ist zu Gast beim newTV Kongress: Hala Baviere (STUDIO+)

Hala Baviere (STUDIO+) über Bewegtbild-Trends

„Monetarisierungsmodelle werden weiterhin nebeneinander existieren“

| | Bewegtbild

Am 22. März ist Hala Baviere (STUDIO+) zu Gast beim newTV Kongress, wo sie mit Wolfgang Elsäßer (Telekom), Kai Wiesginer und Tac Romey (beide Phantomfilm) über innovative Content-Formate und passende Plattformen diskutieren wird. nextMedia.Hamburg hat im Vorfeld des größten Bewegtbild-Kongresses Hamburgs mit der Mobile-Expertin aus Frankreich gesprochen.

Studio+ ist spezialisiert auf die Produktion von Kurz-Serien für mobile Endgeräte. Warum brauchen Nutzer überhaupt ein spezielles Content-Format für ihre Smartphones?

Mobile Geräte entwickeln sich zu den am häufigsten genutzten Bildschirmen für den Videokonsum (70% der Konsumenten sehen TV und Video auf ihrem Smartphone, doppelt so viele wie 2012). Und es gibt kein qualitativ hochwertiges, mobiles Unterhaltungsangebot, das neue Zielgruppen anspricht, die nicht immer die Zeit haben, sich eine 50-minütige Episode oder einen Film anzusehen. Mit Studio+ schließen wir diese Lücke, indem wir einer Generation, die ständig in Bewegung ist, kurze Serien mit hohem Produktionswert, in neuen kurzen, modularen Formaten von 10×10, 5×20 anbieten. 

VR gewinnt im Medienbereich zunehmend an Bedeutung. Ist die Integration von Cardboards für mobile Videos eine natürliche Konsequenz dieses Trends?

Für einen echten Durchbruch bei der Verbraucherakzeptanz sind VR-Geräten und gute Inhalte gleichermaßen wichtig. Ungeachtet der jüngsten Preissenkungen werden die Kosten für VR-Headsets immer noch als das Haupthindernis für die Akzeptanz durch die Verbraucher angesehen. Cardboards bieten immer mehr authentische Erlebnisse für eine geringere Investition, aber sie haben ihre eigenen Grenzen. Ich glaube, dass das, was Ausrüstung und Nutzung wirklich vorantreiben wird, gute, ansprechende Inhalte sind. Es gab einige Initiativen rund um emotionale transformative Erlebnisse (z.B. die Carne Y Arena von Inarritu), aber noch nichts für den Mainstream. Die Industrie hat immer noch nicht erkannt, was den Verbraucher dazu veranlasst, den zusätzlichen Schritt zu tun, um die Ausrüstung zu kaufen und neue Sehgewohnheiten zu erleben. 

Netflix, YouTube, Vimeo – was sind die besten Vertriebskanäle für Kurz-Serien auf dem Handy?

Für Studio+, einen SVOD-Dienst für Premium-Skriptserie, haben wir uns für einen Mix aus verschiedenen Vertriebsansätzen entschieden: Ein Direct2Consumer-Ansatz, indem wir unsere App auf die verschiedenen App Stores verteilen. Das stärkt die Markenbekanntheit und etabliert Studio+ im Ökosystem.  Dann haben wir noch eine Distribution über Telcos und OTT-Content-Plattformen (TIM, Telefonica, Orange etc.). Dies trägt dazu bei, eine breite Kundenbasis mit geringeren Investitionen in die Kundenakquisition zu erreichen.

Am 22. März sind Sie zu Gast beim newTV Kongress in Hamburg, wo Sie darüber diskutieren, wie sich die Bewegtbild-Branche verändern wird. Was sind zukünftige Modelle, um Videoinhalte zu monetarisieren?

Ich glaube, dass die Monetarisierungsmodelle, wie wir sie kennen, weiterhin nebeneinander existieren werden: AVOD, SVOD, Hybridmodelle mit einem Mix aus AVOD und SVOD. Mit Ad Noise, Ad Blockern und Ad-Free Plattformen vollzieht sich ein Wandel in der Werbebranche hin zum Content Marketing. Daher könnten Marken eine zunehmende Quelle für Investitionen in die Content-Produktion sein. 

Und nicht zuletzt die zentrale Frage, die viele junge Videoproduzenten interessiert: Welches Format ist besser, horizontal oder vertikal?

Alles hängt vom Gerät und von der Plattform ab. Heute hat sich der Videokonsum zunehmend auf Mobiltelefone verlagert. Auf unseren Smartphones sehen wir alle Arten von Inhalten. Premium-Inhalte, die traditionell für die Großbildleinwand produziert und optimiert wurden, werden in der Regel horizontal betrachtet, während sich soziale Plattformen verschieben und zunehmend vertikal ausgerichtet sind. Daher konzentrieren sich Verlage und Marken darauf, mehr vertikale Inhalte zu schaffen, um die Nachfrage zu befriedigen. Es erscheint logisch, denn laut Snapchat sehen Werbetreibende die Abschlussquoten ihrer vertikalen Videoanzeigen, die neunmal höher sind als ihre horizontalen Videoanzeigen. Aufstrebende Talente finden im Hochformat einen neuen Weg, ihre Kreativität auszudrücken und fesselnde Videos zu kreieren. Mit Studio+ haben wir Querformate produziert, die für ein mobiles Erstbeobachtungserlebnis (z.B. mit engeren Winkeln) konzipiert sind, und wenn es mit der Erzählung sinnvoll ist, haben wir Serien im Hochformat (z.B. Deep Dive) produziert.

 

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