Live-Streaming von Veranstaltungen stand beim diesjährigen newTV Technik Workshop im Fokus

Live-Streaming im Fokus

Das war der newTV Technik Workshop

| | Bewegtbild

Welche Herausforderungen bringen Live-Formate im Bewegtbild-Sektor mit sich? Wie können diese gemeistert werden? Und wie sehen inspirierende Cases aus? Mit diesen Fragen beschäftigte sich der diesjährige newTV Technik Workshop, zu dem die newTV Focus Group von nextMedia.Hamburg einmal im Jahr einlädt. Wir haben die Veranstaltung für euch zusammengefasst.

Rund 50 Interessierte kamen am 20. November beim newTV Technik Workshop im betahaus Hamburg zusammen, um sich über die aktuellen Trends im Live- und Online-Streaming-Bereich auszutauschen. Unter dem Motto „Live und On-Demand auf allen Wegen: Neue Tools und Produkte für Video-Produktion und Vertrieb“ stellten die Bewegtbild-Experten Sebastian Serafin (Contentflow), Jens Fischler (3Q) und Dennis Beste (nexx.tv) ihre erfolgreichen Geschäftsmodelle vor und demonstrierten, was beim Streaming-Prozess alles beachtet werden muss.

Die Veranstaltung startete mit einer Begrüßung von Ralf Klassen (CONE). Das Mitglied der newTV Focus Group stimmte die Workshop-Teilnehmer auf den spannenden Vormittag im Hamburger Schanzenviertel ein, ehe es im Anschluss schon direkt in die Arbeitsgruppen ging. Es folgten drei Workshop-Phasen á 20 Minuten, in denen vor allem verschiedenste Distributionsmöglichkeiten von Video-Inhalten diskutiert wurden.

Contentflow: Von Berlin über Hamburg nach New York. Live-Streaming und Video-to-Social in einfach und schnell

Sebastian Serafin war jahrelang als Profi-Gamer tätig, ehe er 2015 zusammen mit zwei weiteren Kollegen das Live-Streaming-Projekt Contentflow startete. Und das mit großem Erfolg: Das Berliner Start-up sammelte Millionen-Beträge von bekannten Investoren ein und expandierte vor Kurzem in die USA. Serafin selbst kam an diesem Dienstagvormittag also direkt aus New York, um die Funktionen der Contenflow-Software zu erklären und aufzuzeigen, wie Live-Streaming sicher und zuverlässig gelingen kann.

So beruhe das Erfolgsmodell von Contentflow auf einer cloudbasierten Lösung: Das Anfangssignal werde immer an die Streaming-Server versendet, die das Herz dieses Systems darstellen. Von da aus könne man dann das Signal an die Zuschauer verteilen. Dabei erkenne das Programm automatisch, mit welchen Endgeräten die Zuschauer sich einwählen und liefere dafür das passende Signal. Besonders wichtig war es Serafin, auf das Alleinstellungsmerkmal seiner Streaming-Lösung hinzuweisen: So ermögliche Contentflow einen sehr schnellen Zugriff auf Streams aus aller Welt und mache eine Videoschnitt-Bearbeitung in Echtzeit möglich. Mithilfe dieser Funktion könnten Live-Stream-Clips schon während der Veranstaltung erstellt und verbreitet werden. „Das, was wir verkaufen, ist Zeit“, fasste Serafin das Erfolgsmodell abschließend zusammen.

Online-Streaming leicht gemacht: Komplettlösung mit 3Q

Einen ähnlichen Streaming-Ansatz verfolgt 3Q, das ebenfalls beim newTV Technik Workshop vertreten war und in Person von Jens Fischler, Director Sales & Communications, seine „3Q-Video-Komplettlösung“ präsentierte. Laut Fischler sei die größte Herausforderung beim Event-Livestreaming das Produzieren des Signals, „hier müsste der größte Aufwand betrieben werden“, so der Berliner. Problemlos und flexibel läuft hingegen die Signalanlieferung. Der Anwender kann sich aussuchen, ob er Hardware-Encoder oder Software nutzt; die 3Q-Plattform ist für alle Lösungen offen.

Ein weiteres Angebot, das 3Q von der Konkurrenz abhebt: Fischler und sein Team haben eine Video–Engine auf Basis von HTML5-Technologie entwickelt, die es erlaubt, den Video-Content auf verschiedenen Endgeräten ohne Qualitätsverlust auszuliefern. Neben werbefinanzierten Inhalten setzt Fischler auf Bezahlschranken als weitere Monetarisierungsmöglichkeit. „Wir versuchen, eine ‚Plus‘-Bereich mit Login-Daten zu etablieren und am Ende sollen User für diese Premium-Inhalte bezahlen.“ Das liefe in Deutschland zwar derzeit noch recht schleppend, der Trend zu immer mehr Online-Premium-Inhalten sei jedoch deutlich erkennbar, wie Fischler anmerkt.

Professionelle Online Video Lösung inklusive Monetarisierung

Der dritte Vortrag des Tages kam von Dennis Beste, CEO bei nexx.tv. Das Unternehmen, das sich zur Monetarisierung des Contents mit Ströer einen starken Vermarkter an die Seite gestellt hat, deckt mit seinem Angebot den kompletten Video-Workflow ab – angefangen vom Upload der Videos über die Eingabe der Metadaten bis hin zur Distribution inklusive Ad-Ausspielung. Durch die cloudbasierte Skalierbarkeit der All-in-one-Lösung ist die Refinanzierung für jede Unternehmensgröße umsetzbar.

Entgegen des weitverbreiteten Ansatzes, beim Ausspielen von Bewegtbild-Content auf eine Multi-Channel-Strategie zu setzen, empfiehlt Beste, Inhalte exklusiv auf der Webseite zu teilen – dort könne man bis zu zwölf Mal so viel Einnahmen generieren im Vergleich zu einer Ausspielung auf Facebook. „Man kann einfach schneller Geld verdienen“, sagt Beste. Die klassischen Social-Media-Kanäle sollten demnach nur mit Teasern bespielt werden, die auf eigene Websiten verweisen.
Ein weiterer Grund dafür: Plattformen wie YouTube und Vimeo seien zwar bekannter, allerdings würde man bei einer Distribution über Drittanbieter auch abhängiger sein; nicht zuletzt wegen der komplexen Ausspiel-Algorithmen. Der nexx.tv-Geschäftsführer warnt: „Man hat weniger Kontrolle über die Inhalte und ist nicht Herr über die eigenen Daten.“

Weitere spannende Einblicke in zukunftsträchtige Geschäftsmodelle der Bewegtbild-Branche sowie Experten-Meinungen zu Video-on-Demand und Live-Streaming, bekommt ihr beim zehnten newTV Kongress im Frühjahr 2019. Über den genauen Termin sowie Programmentwicklungen zu Hamburgs größtem Bewegtbild-Kongress informieren wir euch im nextMedia.Newsletter und auf unseren Social-Media-Kanälen.

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