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"Als Teil der Startup-Szene möchten wir Nachwuchstalenten etwas zurückgeben."

Alexander Schwarz, General Manager DACH bei Airbnb, spricht in unserem Interview über Startups und den Webfuture Award 2016.

Es ist noch gar nicht so lange her, da war Airbnb selbst nur eine Unternehmensidee. Rund acht Jahre später wird das Konzept, Menschen bei sich übernachten zu lassen, weltweit genutzt – auch im deutschsprachigen Raum. Dieser ist der Aufgabenbereich von Alexander Schwarz, General Manager DACH bei Airbnb. Als groß gewordenes Startup fühlt sich das Unternehmen immer noch der Community verbunden und spendiert dem Gewinner des Webfuture Award 2016 einen kostenfreien Arbeitsplatz im betahaus Hamburg. Im Interview erklärt Alexander Schwarz, welche Eigenschaften Startups brauchen und was Jungunternehmen von Airbnb lernen können.

Airbnb ist ein gemeinschaftlicher Marktplatz für die Buchung und Vermietung von Unterkünften auf der ganzen Welt. Was können Startups von Airbnb lernen?

Bei Airbnb kam die Geschäftsidee beinahe zufällig. Alles begann 2008 im Silicon Valley: Geldnot und ausgebuchte Hotels während einer Designkonferenz brachten die Studenten Joe Gebbia und Brian Chesky auf die Idee, ihre WG über eine Website als Übernachtungsmöglichkeit für Konferenzbesucher anzubieten. Das kam großartig an. Die Gäste freuten sich über einen Schlafplatz auf der Luftmatratze und ein Frühstück am Morgen. Der Name war geboren: Airbed & Breakfast, kurz Airbnb. Die Geschichte zeigt sehr anschaulich, dass gute Ideen nicht beim Brainstorming in einem Meetingraum entstehen. Dafür braucht es ein wie auch immer geartetes Problem, das es zu lösen gilt. Dann kann man als Gründer auch sicher sein, dass Bedarf für das neue Produkt besteht und die Idee ein Erfolg wird.

Wie erklärt sich in diesem Zusammenhang Ihr Engagement für den Webfuture Award 2016?

Als Teil der Startup-Szene möchten wir Nachwuchstalenten etwas zurückgeben. In Deutschland blickt man oft auf Berlin, wenn es um junge Unternehmen geht. Dabei gibt es in Hamburg eine extrem starke und gut vernetzte Startup-Szene mit jungen Menschen, die tolle Ideen haben. Die Hansestadt ist in dieser Hinsicht sehr dynamisch und wir möchten junge Unternehmer mit herausragenden Ideen stärker unterstützen. Darum sehen wir es für uns als ganz besondere Chance an, bei dem Webfuture Award dabei zu sein.

Welche drei Eigenschaften braucht ein Startup, um sich langfristig am Markt zu etablieren?

Relevanz, Durchhaltevermögen und ein gutes Vorbild, dem man nacheifern kann, helfen schon ungemein, wenn es darum geht, über die erste Phase hinaus erfolgreich zu sein. Generell gibt es aber kein Patentrezept für ein erfolgreiches Unternehmen. Wie so häufig sind auch immer eine Portion Glück und gutes Timing hilfreich.

Was macht ein gutes Geschäftsmodell aus, um Investoren zu überzeugen?

Im ersten Schritt muss natürlich die Idee gut sein. Wenn dann Jungunternehmer für das eigene Geschäftsmodell brennen und von ihrer Idee überzeugt sind, ist das die beste Voraussetzung, dass auch andere an einen glauben. Für Airbnb war es am Anfang schwierig, Kapital zu bekommen. Das Gründungsteam sprach mit sieben Investoren aus dem Silicon Valley, um 150.000 Dollar zu akquirieren. Von fünf Kontakten erhielten sie in den folgenden zwei Montagen Absagen, zwei von ihnen meldeten sich gar nicht. Trotzdem hat sich das Gründerteam nicht entmutigen lassen.

Es ist bekannt, dass Hamburg eine aktive Startup-Community hat. Was machen die Hamburger Startups für Sie als Teil der Jury des Webfuture Awards 2016 so interessant?

Hamburg ist eine offene, vorwärtsgewandte Stadt mit einer bedeutenden Handelsgeschichte und war schon immer ein Vordenker in Wirtschaftsfragen. Von daher ist es nicht verwunderlich, dass die Stadt diese Tradition mit seinen Technologie-Unternehmen und Startups weiterführt. Diesen Spirit unterstützen wir und leisten unseren Beitrag dazu, Hamburg als Innovations- und Technologiestandort
zu fördern. Die Airbnb-Community blüht auf in lebendigen, dynamischen Städten wie der Hansestadt. Dort zu leben oder zu Besuch zu sein, macht besonders Spaß. So ist es nicht überraschend, dass Hamburg einer der Orte ist, der unter Airbnb-Gästen immer beliebter wird. Vor diesem Hintergrund bedeutet uns Hamburg als Reiseziel sehr viel, da unsere Gäste die einzigartige Atmosphäre der
Hansestadt sehr genießen. Als erfolgreiches Startup sind wir aber auch sehr daran interessiert, aufstrebende Talente in Hamburg zu fördern. Daher ist es für uns nur konsequent, die Startup-Szene in Hamburg mit Sponsorings und Kooperationen zu fördern. Wir haben etwa die Delegation zum SXSW 2016 unterstützt und stellen den Gewinnern des Webfuture Awards ein Jahr lang ein kostenloses Büro im betahaus Hamburg, das als Inkubator und Coworking-Space für lokale Gründer eine wichtige Säule in Hamburgs Unternehmerszene ist.

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