NextMedia

Blog

Chefboss: Mit Stream zum Fame

Chefboss zählt derzeit zu einem der heißesten Acts aus der Hansestadt Hamburg. Auf Konzerten feiern sie mit Tausenden Fans, auf YouTube erreichen ihre Hits über 100.000 Klicks. In Zeiten von Streaming-Portalen läuft das Musikgschäft anders als früher, Altbewährtes behält aber seine Relevanz.

Alice und Maike, das sind zwei waschechte Hamburger Deerns, die Deutschlands Muskszene derzeit gehörig aufmischen. Der Mix aus Gesang (Alice) und Tanz (Maike), Texte, die ins Ohr gehen und jede Menge Partyfaktor machen Chefboss zu den Senkrechtstartern der letzten Monate. Das Musik-Business lernen sie von Anfang an als Teil der Generation YouTube und Spotify kennen. nextMedia.Hamburg erzählen sie, was sie von klassischen Bands unterscheidet, wie sie Streaming-Portale nutzen und wieso Radio auch heute noch wichtig ist.

Ihr seid durch die strikte Trennung mit Alice als Sängerin und Maike als Tänzerin kein Musik-Act im klassischen Sinne. Wie würdet ihr euch selbst beschreiben?

Alice: Chefboss ist einfach ein Live-Erlebnis, es gibt was Derbes auf die Ohren und Candy für die Augen. Es ist Party-Ekstase und gemeinschaftlicher Abriss.

Klingt nach einer Menge Spaß. Ihr selbst seid die Shootingstars der letzten Monate und gehört zu einer Generation, die vor allem mit iTunes oder Spotify groß wird. CDs, früher noch die größte Einnahmequelle für Musiker, sind meist nur noch was für echte Liebhaber und Sammler. Wie bewertet ihr diese Veränderung?

Alice: Wir sind ja erst seit knapp zwei Jahren als Chefboss am Start, insofern haben wir keinen Vergleich zu dem, wie es früher war. Für uns ist es normal, dass Musik weitestgehend über Social Media oder eben Streaming-Portale läuft. Wir sehen das daher völlig wertungsfrei.

Und verdient ihr über die diversen Streaming-Plattformen eigentlich genug Geld?

Alice: Wir haben als Chefboss wirklich aus Liebe zum Tanz und derber Tanzmucke angefangen und nie gedacht, dass es so weit kommen würde, dass wir irgendwann mal über „Cashmoney“ reden würden.

Maike: Ich weiß noch, wie ich ganz am Anfang gedacht habe: Es wäre schön, mal einen Auftritt zu haben.

Alice: Es ist ja kein Geheimnis, dass Streaming-Portale den Kühlschrank nicht ganz so füllen, spätestens seit Pharrell Williams mit „Happy“.

Stimmt, also kommen die Einnahmen eher über eure Konzerte. Aber spielt der Kanal oder das Event, auf dem ihr mit eurer Musik Geld verdient, eine Rolle bei der Produktion eurer Lieder?

Alice: Nee, überhaupt nicht! Wir haben ja als Chefboss angefangen, damit wir Mucke machen, die UNS gefällt, zu der WIR gerne tanzen und abgehen. Das ist noch immer so und wird auch so bleiben. Bisher fahren wir damit ja ganz gut [lacht].

Was ist eigentlich mit YouTube? Euer Song „Blitzlichtgewitter“ hat auf dem Kanal „Digster Pop“ über 600.000 Aufrufe. Klingt nach einer Zahl, die auch finanziell relevant ist, oder nicht?

Alice: Für den Bekanntheitsgrad haben die vielen Klicks definitiv was gebracht, das Portemonnaie haben sie nicht wirklich gefüllt. Relevanter ist es, dass die Songs viel im Radio gespielt werden.  Über YouTube erreichen wir eher die richtigen Leute. Bei Festivals und anderen Auftritten merken wir, dass plötzlich viele unsere Song kennen und mitsingen – nicht zuletzt eben wegen YouTube und Spotify.

Aber spielt es in euren Überlegungen eine Rolle, aktiver auf Plattformen wie YouTube unterwegs zu sein und euch stärker über Product Placement oder andere dort mögliche Erlösquellen zu refinanzieren?

Alice: Es klingt nach einem Klischee, aber wir haben so einen Spaß an dem, was wir machen, dass wir gar nicht über Geld nachdenken. Ich meine, unser Video zum Song „Blitzlichtgewitter“ haben wir komplett selbst finanziert. Da hieß es: Sparschwein schlachten. Einfach weil wir Bock hatten, ein geiles Video zum Song zu haben.

Und das habt ihr definitiv. Zum Abschluss aber mal Hand auf’s Herz: Kauft ihr eigentlich selbst noch Platten?

Alice: Nee, irgendwie gar nicht. Aber ich habe mir vorgenommen, mir demnächst einen Plattenspieler zu holen.

Maike: Ich bin eher auf Soundcloud und Spotify unterwegs und höre mich da durch.

Was glaubt ihr, womit Musiker in 10 bis 15 Jahren hauptsächlich ihr Geld verdienen?

Alice: Wie heute auch: durch Live-Auftritte und Werbedeals [grinst].

Ihr dann sicher auch noch. Wir wünschen euch auf jeden Fall alles Gute für die Zukunft, vor allem auch bei eurem ersten Album, das ja noch in diesem Jahr erscheinen soll.

Streaming, Chefboss, YouTube, Spotify, Musik, Hamburg, Blitzlichtgewitter, Miststück, Radio, Konzerte, Fans, Hits, Klicks, Streaming-Portal, Musikgschäft