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Die Hamburger App "Lines": Lebenslinien festhalten

Die Urlaubszeit steht an und natürlich sollen die Erinnerungen artgerecht festhalten werden. Unser "Spectator" Andreas Wrede, Editor-in-Chief InnoLab/Medienmanagement, Hamburg Media School, hat sich dafür die Hamburger App "Lines" angesehen.

Lines-Gründer Alexander Scholz

Lines-Gründerin Sina Singler

Im Juli 2008 standen die ersten 500 Applications im App Store, heute zählt allein Apple über 1,5 Millionen Apps in seinem Store. Wikpedia sagt uns, dass 2013 sage und schreibe insgesamt 100 Milliarden Apps heruntergeladen wurden – ihre Zahl dürfte sich bis heute sicherlich noch vervielfacht haben. Neben dem App Store hat es ja u. a. die Stores von GooglePlay und Amazon oder den Windows Phone Store.

Und nun gibt es also noch Lines – „die App für Lebensgeschichten“ (so Made in Hamburg), in Hamburg konzipiert und entwickelt. Wie heißt es bei den FAQ: „Lines is a diary app and a collection of diaries of the Lines crowd, divided into different categories: "My Stories", "Life", "Project" and "Travel".“

Für die Umsetzung sind Sina Spingler, Projektingenieurin, und Alexander Scholz, Webentwickler verantwortlich. „Im Frühjahr 2015 haben wir mit Lines begonnen, seit dem Frühjahr sind wir damit im Apple App Store“, erzählt Sina Spengler, die zur Zeit für ein Projekt im nordamerikanischen Louisiana arbeitet.

„Bei Facebook oder Instagram gehen die Urlaubserinnerungen schnell in der Masse der Posts unter [...]. Die App Lines bietet eine schöne Alternative,“ findet zu recht Made in Hamburg. Sina Spingler und Alexander Scholz kamen während eines Urlaubs auf die Lines-Idee – sie wollten ihre Eindrücke in einem digitalen Tagebuch festhalten, aber als die Beiden nach einer Plattform suchten: Pustekuchen, es gab keine, die sie richtig gut fanden.

Lines steht für verschiedene (Lebens-)Linien, die mal kürzer, mal länger erzählt werden wollen. Also etwa die Reise um die Welt, der Bau einer Baumhütte, die Einschulung des Sprößlings aufs Gymnasium, der Besuch von Christo’s kürzlichem Projekt „The Floating Piers“ in Italien, ein lässiger Tag an der Elbe in der „Strandperle“ oder einfach ein romantischer Gedanke in einer sternenklaren Sommernacht auf Ibiza. Keep your fantasy goin’, folks.

User können ihre Story anlegen und betiteln, Texte posten, Photos hochladen (bis zu 1000 Stück, darüber hinaus werden übersichtliche 99 Cent fällig) sowie Orte und Routen eingeben. So sind die Geschichten permanent à jour zu halten. Wer kann das alles sehen? Das haben die User in ihren Händen: Postings können privatisiert werden oder man teilt sie mit der Lines-Community und man lädt Freunde ein, Stories zu lesen, Photos zu anzuschauen. Gearbeitet wird an einer kostenpflichtig höher angesiedelten Weiterentwicklung. Sina Spingler dazu: „Wir wollen die Möglichkeit schaffen, dass man sein individuelles Tagebuch als ausdruckbare Datei herunterladen kann“. Klingt etwa nach einer zeitlos-schönen Geschenkidee.

„Sehr gut durchdacht ist, dass jede Story zusätzlich einen Browser Link zugewiesen bekommt, den der User per Whatsapp, Email etc. verschicken kann. Der Empfänger des Links kann hierüber, ohne die Lines App selbst installiert zu haben, dieser Story im Browser folgen“, heißt das Urteil in einem Testbericht.

Die Speicherung der jeweiligen Lines-Daten passiert übrigens auf deutschen Servern – so unterliegen Speicherung und Nutzung dem deutschen Bundesdatenschutzgesetz, das immerhin schärfer gefasst ist als in manch’ anderen europäischen Ländern.  

Und ist man gerade mal offline, kann der User gleichwohl seinen neuen Post anlegen, der – wenn sich das Smartphone in ein WLAN Netz einwählt oder wenn eine Netzwerk-verbindung wieder steht – automatisch uploadet. Noch ein Tipp: Lines ist im Appstore unter „Lines – Travel & Life Journal“ zu finden - leider etwas mühsam, die App zu indentifizieren. „Aber daran arbeiten wir bereits“, unterstreicht Sina Spengler. Dann mal los mit Lines, Leute.

von Andreas Wrede, Editor-in-Chief InnoLab/Medienmanagement, Hamburg Media School

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