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Im Gespräch über Startups: Stefanie Hagenmüller (KPMG)

Stefanie Hagenmüller, Senior Manager beim Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen KPMG, spricht in unserem Interview über Startups und den Webfuture Award 2016.

Die Betreuung und Unterstützung von Startups in wirtschaftlichen und rechtlichen Fragestellungen gehört zu den Aufgaben von Stefanie Hagenmüller, Senior Manager beim Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen KPMG. Dieses ist Partner des Hamburger Startup-Wettbewerbs Webfuture Award und versorgt die Top-3-Startups mit Beratungsgutscheinen im Wert von jeweils 1.000 Euro. Im Interview spricht Stefanie über die Startup-Szene und was etablierte Unternehmen von Startups lernen können.

KPMG gehört zu den führenden Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen in Deutschland. Wie erklärt sich in diesem Zusammenhang dein Engagement für den Webfuture Award 2016?

Der Webfuture Award ist die führende Veranstaltung für Startups aus der digitalen Wirtschaft in der Region Hamburg. Das Smart Start Team von KPMG hat sich zum Ziel gesetzt, Startups mit innovativen und kreativen Geschäftsmodellen bei allen wirtschaftlichen Fragen zu unterstützen und auf ihrem unternehmerischen Weg zu begleiten – das heißt von der Gründung, über die Entwicklung und Wachstumsphase bis zum Ausstieg. Die Veranstaltung ist daher eine hervorragende Plattform um den Kontakt zwischen Gründern und uns als Unterstützern herzustellen. Wir kennen die Tücken und Schwierigkeiten von Startups und möchten uns über den Webfuture Award als der Partner für Startups in Hamburg etablieren und unser Know-how weitergeben.

Was genau ist das Themen-Setting, was sind die Schwerpunkte von KPMG? Welche Rolle spielt auch die Startup-Szene?

KPMG gehört in Deutschland zu den führenden Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen mit 9.600 Mitarbeitern an mehr als 24 Standorten. Unsere Leistungen sind dabei in die Geschäftsbereiche Audit, Tax und Advisory gegliedert. Im Mittelpunkt von Audit steht die Prüfung von Jahres- und Konzernabschlüssen. Tax steht für die steuerberatende Tätigkeit von KPMG. Der Bereich Advisory bündelt unser hohes fachliches Know-how zu betriebswirtschaftlichen, regulatorischen und transaktionsorientierten Themen. Für die immer weiter wachsende deutsche Startup-Szene haben wir eine geschäftsbereichsübergreifende Spezialisierung vorgenommen um den speziellen Bedürfnissen der Jungunternehmer gerecht zu werden. Für diesen Zweck haben wir unser Smart Start Team ins Leben gerufen, indem wir die Expertise und Erfahrungen unserer Spezialisten aus den verschiedenen Bereichen bündeln, um Startups ganzheitlich zu beraten, anstatt nur punktuell Fälle zu lösen. Wir sind überzeugt davon, dass die heutigen Startups in einigen Jahren das Rückgrat unserer Wirtschaft sein werden. Deshalb ist es wichtig, schon früh gute Beziehungen aufzubauen.

In der letzten Zeit ist zu beobachten, dass KPMG einen Schwerpunkt auf Medienthemen legt, woran liegt das?

Die Medienbranche spielt in Hamburge eine sehr wichtige Rolle mit nicht nur ökonomischer, sondern auch politisch-kultureller Relevanz. Angesichts dieser letztlich gesamtgesellschaftlichen Bedeutung stehen Medienthemen auch bei KPMG auf der Agenda.
Zugleich ist die Medienbranche wie kaum ein anderer Sektor von der digitalen Transformation betroffen und steht hier vor großen Herausforderungen: Geschäftsmodelle ändern sich, neue Produkte enstehen und es gibt immer mehr Konkurrenz aus der Tech- und Startup-Szene.
Unser Interesse gilt jenen Unternehmen bzw. Branchen, die mit fundamentalen, ja existenziellen Turbulenzen und Veränderungen konfrontiert sind. Hier können wir als Unterstützer auftreten. Wir können und wollen den Unternehmen dabei helfen, strukturelle Wandlungsprozesse erfolgreich zu meistern. Die digitale Transformation ist dabei derzeit eine der größten Aufgaben, die Unternehmen aus fast allen Branchen bewältigen müssen. In der Medienbranche ist dieser Prozess bereits in vollem Gange, wodurch sich unser verstärktes Engagement in diesem Sektor erklären lässt.

In der Hamburger Medienbranche bewegen sich viele spannende digitale Startups. Was machen die Startups für dich als Teil der Jury des Webfuture Awards 2016 so interessant?

Wir sind fasziniert von der lebendigen Startup-Szene in der Medienbranche, die mit frischen, innovativen Geschäftsmodellen den Markt gewaltig aufwirbelt. Viele etablierte Geschäftsmodelle, die heute noch sichere Umsätze bringen, wird es in ein paar Jahren nicht mehr geben. Besonders Startups gestalten den digitalen Wandel und sind für die Umbrüche in der Medienbranche verantwortlich. Die Finalistenrunde des letzten Jahres hat gezeigt, welche Qualität und Vielfalt die Hamburger Startup Szene aufweist. Viele Startups haben das Potenzial, den Sprung zu einem internationalen Unternehmen zu schaffen und mit ihren Geschäftsmodellen die traditionelle Medienlandschaft zu beeinflussen. Ich freue mich als Jurymitglied darauf, die innovativen Ideen zu bewerten und zu unterstützen und mit der Erfahrung der gesamten Jury den Startups auf den Weg des nachhaltigen Wachstums zu verhelfen.

Was können aus Sicht von KPMG Unternehmen an Startups weitergeben und was können Unternehmen umgekehrt noch von Startups lernen?

Sowohl Startups als auch etablierte Unternehmen können viel voneinander lernen. Betrachtet man die Themen Innovationsfähigkeit, Veränderungsfähigkeit oder Geschwindigkeit, so können sich etablierte Unternehmen sicherlich von der Startup-Kultur inspirieren lassen. Vergessen darf man dabei aber nicht, dass in Startups der Grüne-Wiese-Ansatz vorherrscht, während in Unternehmen oftmals viel Kapital in Standorte und Maschinen gebunden ist, und aus diesem Grund schon nicht annähernd eine ähnliche Agilität erreicht werden kann. Es macht für Unternehmen in gewissen Feldern aber Sinn, Lean-Startup Projekte zu implementieren, um wie ein Startup als kleines agiles Schnellboot aufzutreten und starre Hierarchien und Bürokratie aufzubrechen und digitale Innovationen und neue Geschäftsmodelle zu ermöglichen. Auf der anderen Seite können Startups von dem Prozess- und Management-know-how größerer Unternehmen lernen. Das ist besonders von Bedeutung um Geschäftsmodelle zu skalieren, Mitarbeiter zu führen und um einen erfolgreichen Vertrieb zu betreiben. Weiterhin ist es für Startups sinnvoll, sich etwas von der Spießigkeit der Großunternehmen abzuschauen, die sich z. B. in Planung oder Budgetverantwortung ausdrückt.

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