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Wofür redaktionelle Angebote Shops brauchen

Welche Bedeutung haben Onlineshops für Medienangebote? Das erklärt uns Katrin Luther, Projektleiterin des ZEIT Shops, die auch beim Digital Commerce Day in Hamburg zu E-Commernce-Interessierten sprechen wird.

Beim Digital Commerce Day in Hamburg steht am 21. und 22. April 2016 wieder E-Commerce im Zentrum der Konferenz. Zu den Speakern gehören etwa Tarek Müller (Mitglied der Geschäftsleitung beim Projekt Collins) und Anna Alex (Gründerin OUTFITTERY). Auch Katrin Luther, Projektleiterin des ZEIT Shops, wird zu den E-Commernce-Interessierten sprechen. Im Interview erklärt sie uns, welche Bedeutung Onlineshops für Medienangebote haben und wie sich das Zusammenspiel in den kommenden Jahren entwickeln wird.

Frau Luther, wofür brauchen Zeitungen wie Die ZEIT eigentlich einen eigenen Onlineshop?

Der ZEIT Shop versteht sich als die E-Commerce Plattform des Zeitverlages und der Wochenzeitung DIE ZEIT. Wir bieten den Lesern der ZEIT und unseren knapp 100.000 Besuchern pro Monat im ZEIT Shop einzigartige Produkte – ausgewählt von den Experten der ZEIT und von Manufakturen handgemacht.
Wir verstehen unser Angebot als verlängerten Arm der Wochenzeitung und möchten unseren Lesern und Kunden ein erlesenes Sortiment anbieten, welches stets den Qualitätsanspruch der Marke DIE ZEIT widerspiegelt.

Die ZEIT ist ja nicht das einzige redaktionelle Angebot mit einer Verkaufsplattform. Wie müssen sich die Angebote der ZEIT von denen der Mitbewerber – etwa des BILD Shops – unterscheiden?

Der ZEIT Shop versteht sich als Boutique von besondere Dingen und ausgewählten Geschenkideen. Wir bieten Feinkost im besten Sinne. Unsere Leidenschaft und unser Anspruch ist es, Schönes nicht nur auszuwählen, sondern auch selbst Produkte zu entwickeln, die in puncto Material, Qualität, Herstellung, Aktualität und Funktionalität höchste Standards erfüllen und übertreffen.
Das Sortiment des ZEIT Shops reicht von eigenentwickelten Buch-, Musik- und Weineditionen über limitierte Kunstwerke, Uhren, Schmuck und Schreibkultur bis hin zu handgefertigten Accessoires und Spielen für Groß und Klein. Neben den Entwicklungen aus dem eigenen Haus arbeitet der ZEIT Shop mit ausgewählten deutschen Manufakturen zusammen, um gemeinsam exklusive Produkte zu entwerfen. Qualität, Einzigartigkeit, Service und Kundenzufriedenheit stehen bei uns an erster Stelle.

Zum Angebot des ZEIT Shops gehören etwa »Die ZEIT-Bibliothek der verschwundenen Bücher« oder auch die »Die besten Reportagen aus 65 Jahren ZEIT-Geschehen«. Wie eng ist hier jeweils das Zusammenspiel von Shop und Redaktion?

Diese publizistischen Produkte entstehen in unserem Geschäftsbereich ZEIT Editionen, der unabhängig von der ZEIT-Redaktion Buch-Konzepte plant und umsetzt. ZEIT-Editionen werden grundsätzlich nicht redaktionell beworben; die Redaktion steht den Kollegen aber auf Nachfrage inhaltlich gerne beratend zur Seite.

Im ZEIT-Shop bieten sie einen Geschenkefinder an, der etwa nach Geschlecht oder Anlass filtert. Wäre der nächste Schritt dann nicht eine Personalisierung, etwa auf Basis von gelesenen Artikeln bei zeit.de oder den Facebook-Likes?

Sicherlich denken wir darüber nach, in welcher Form wir unseren Kunden sinnvoll personalisierte Angebote ausspielen können. Sie müssen hier nur stets bedenken, dass unser Shop Bedürfnisse beim Kunden weckt. Anders als amazon & Co. sucht der durchschnittliche ZEIT Shop Kunde bei uns nicht nur gezielt nach bestimmten Produkten. Durch Features, wie beispielweise den Geschenkefinder oder unsere Manufakturen-Welt, schaffen wir Bedürfnisse und leiten den Kunden durch Cross-Selling und Produktverlinkungen durch unser Sortiment. Eine personalisierte Aussteuerung von Angeboten erfordert also einen konzeptionell gut durchdachten Mittelweg, der das Sortiment nicht zu spitz werden lässt. Denn der Kunde, der sich beispielweise für Wein interessiert, könnte zu einem anderen Anlass ebenfalls ein Kinderprodukt spannend und interessant finden und andersherum.
 
Verraten Sie uns noch kurz: Welche Rolle wird in den kommenden Jahren das Zusammenspiel von redaktionellen Marken und deren Onlineshops spielen?

Meiner Meinung nach braucht zukünftig jeder Online Shop, der nicht zu den Big-Playern mit Lockpreisen, also amazon, ebay und Co., gehört Produkte, Content und / oder Service, der überzeugend einzigartig und nicht vergleichbar ist. Redaktionelle Marken haben natürlich den Vorteil, dass sie meist eine große Reichweite, Vertrauen und Strahlkraft mit sich bringen. Wenn man den Kunden aber langfristig halten möchte, muss man auch etwas anbieten, was es sonst so auf dem Markt nicht in vergleichbarer Form gibt. Sollten die Marken dies mit sich bringen, sehe ich hier großes Potenzial. Allerdings die „Lösung für alles“ ist es sicherlich nicht, „einfach noch einen Shop“ anzubieten. Da gehört weit mehr dazu.

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