Big in Japan

Big in Japan

Heute sind wir in Japan angekommen. Hier sitzen die vier auflagenstärksten Zeitungen der Welt. Die größte ist die konservative "Yomiuri Shimbun", sie hat eine tägliche Auflage von 13,5 Millionen Exemplaren. Nur wenige Leute kaufen die Yomiuri am Kiosk – 99 Prozent der Leser sind Abonnenten. Sie erscheint zwei Mal am Tag, morgens und abends, sieben Tage die Woche.

Heute sind wir in Japan angekommen. Hier sitzen die vier auflagenstärksten Zeitungen der Welt. Die größte ist die konservative "Yomiuri Shimbun", sie hat eine tägliche Auflage von 13,5 Millionen Exemplaren. Nur wenige Leute kaufen die Yomiuri am Kiosk – 99 Prozent der Leser sind Abonnenten. Sie erscheint zwei Mal am Tag, morgens und abends, sieben Tage die Woche.

Die Yomiuri Shimbun ist in Japan nicht nur für ihre Nachrichten bekannt. Der Zeitung gehört auch ein Fernsehsender, der Vergnügungspark "Yomiuri-Land" und das älteste und erfolgreichste Baseball-Team Japans, die "Yomiuri Giants". Man kann die japanischen Medien nur schwer mit den deutschen vergleichen.

Aber wir sind aus einem anderen Grund nach Tokio gefahren: Wir wollen uns hier angucken, wie die sozialen Netzwerke die Fukushima-Berichterstattung in Deutschland beeinflusst haben. Durch Youtube und Facebook konnten wir die nukleare Katastrophe im März 2011 fast in Echtzeit verfolgen. Konnten die subjektiven Berichte von Zeugen im Internet lesen und sehen. Menschen, die vor Ort lebten und keine Journalisten waren, wurden zu unseren Nachrichten-Quellen.

Youtube wird in der Tagesschau häufiger zitiert als der Spiegel

Was für einen Einfluss diese Menschen auf die deutschen Medien hatten, das haben die Analysten einer Schweizer Medienagentur ausgerechnet. Sie haben untersucht, auf welche Quellen sich die deutschen Fernsehnachrichten am häufigsten beziehen. Das Ergebnis: Social Media hat die Printmedien überholt. Youtube und Facebook werden in der Tagesschau häufiger zitiert als Spiegel oder Bild.

In den kommenden Tagen werden wir den Video-Blogger Richi Miyakawa treffen, der für Spiegel Online aus Fukushima berichtet hat. Wir sind gespannt auf unsere Zeit in Japan.