Gamesbranche braucht Förderung für internationale Chancengleichheit (Stefan Klein)

Gamesbranche braucht Förderung für internationale Chancengleichheit (Stefan Klein)

Seit mehr als zehn Jahren sorgt gamecity dafür, dass Hamburg national und international zu den wichtigsten Städten im Gamesbusiness zählt. Vor dem gamecity Treff am 24. April im Schanzenviertel sprachen wir mit Stefan Klein über die Entwicklung der Hamburger Szene, die mit ihren vier Nominierungen schon ganz gespannt auf die Verleihung des Deutschen Computerspielpreises im Mai wartet.

nextMedia: Schon seit Jahren wird um die Standards bei der Einführung von HTML5 gerungen. Welche Auswirkungen hat das neue Format auf die Gamesbranche?
 
Stefan Klein: Mit diesem Format besteht die Möglichkeit, das Studios nicht mehr limitiert sind, auf welchen Endgeräten ihr Spiel gespielt wird. Mit Multi-Screen-Titeln haben noch kleinere Studios die Chance in neue Märkte vorzustoßen.

nextMedia: Die Gamesbranche zeichnet sich durch äußerst schnelle Zyklen aus. Waren eben noch Online-Games der Trend, sind es nun die mobilen Spiele. Womit können wir in Zukunft rechnen?
 
Stefan Klein: Mit Sicherheit werden wir im Bereich von Virtual Reality und Augmented Reality die ersten Spielkonzepte noch in diesem Jahr sehen, die das Potenzial haben ein ganz neues Genre zu entwickeln. Hinter dieser technischen Fortentwicklung steckt möglicherweise “the next big thing“.

nextMedia: Spiele leben neben der Technik von neuen Geschichten und Überraschungen im Gameplay. Wie wichtig ist also beispielsweise das Storytelling?
 
Stefan Klein: Das Beispiel daedalic aus Hamburg zeigt sehr deutlich wie wichtig gutes “Geschichtenerzählen“ ist. Das wird häufig unterschätzt.

nextMedia: Immer mehr Games bieten Firmen die Möglichkeiten zu werben, etwa in Rennspielen. Macht diese Form der Refinanzierung die Entwicklung neuer Formate einfacher?
 
Stefan Klein: Das Game Advertising ist längst noch nicht ausgeschöpft. Hier machen technologische Entwicklungen Hoffnung, mit denen Entwickler Werbeflächen vorbestimmen können, wie etwa die Lösung des Hamburger Teams um GameAdTrading.

nextMedia: Hamburg ist Europas Game-City Nr. 1. Was kann noch getan werden, damit auch internationale Entwickler und Firmen Lust auf die Hansestadt bekommen?
 
Stefan Klein: Steuererleichterungen für Games-Entwickler wie erst kürzlich in England beschlossen, verzerren den nationalen Wettbewerb. Es ist Zeit darüber nachzudenken, dass man diese Industrie  - ähnlich wie den deutschen Film -  bundeseinheitlich fördert.

nextMedia: Vielen Dank für das Gespräch.

 

Tickets für den gamecity Treff am 24. April 2014 sind hier erhältlich.