Smartspeaker auf dem Vormarsch: Warum kein Weg an Alexa, Siri und Co. vorbei führt

Die zunehmende Beliebtheit von Sprachassistenten führt zu einer Reihe an Veränderungen.

Viele nutzen sie bereits, andere sind noch skeptisch, aber allen sind sie bekannt – Smartspeaker wie Alexa, Siri und Cortana haben ein riesiges Potenzial und sind aus dem Alltag vieler Menschen gar nicht mehr wegzudenken. Doch wie weit sind die Assistenzsysteme bereits ausgereift? Welche Auswirkungen haben sie auf die Medienbranche? Und wie wird sich der zukünftige Content-Konsum durch die digitalen Helfer verändern? Im Vorfeld des Voice Assistant Day zeigen wir euch, warum Sprachassistenten sowohl für Konsumenten als auch Produzenten immer wichtiger werden.

Sprachassistenten sind längst im deutschen Markt angekommen – das belegen nicht zuletzt die Zahlen der im Mai veröffentlichten Statista-Studie, die nextMedia.Hamburg in Auftrag gab: 70 Prozent der Nutzer von Sprachassistenten hatten damals angegeben, diese bereits für Service- und Newsangebote zu verwenden. Ein Trend, der sich in den kommenden Jahren weiter verstärken dürfte. Die Zahl der Suchanfragen über Voice-Search nehmen stetig zu und damit auch die Nachfrage nach Voice optimierten Content. Das hat Folgen für weite Teile der Medienbranche.

Sprachassistenten verändern das Suchverhalten im Netz

Medienhäuser müssen zukünftig mehr denn je sicherstellen, dass sie von Alexa und Siri gefunden werden und den Voice-Assistenten alle notwendigen Informationen zur Verfügung stellen. Das Ziel: Daten auf der Website so zu strukturieren, dass sie das Endgerät direkt versteht. So können bestimmte Bereiche im Quelltext der Website so deklariert werden, dass sie von Google erkannt und im Zuge von Suchanfragen vorgelesen werden. Insgesamt ist davon auszugehen, dass sich der Kampf um die erste Position im Suchranking durch diese Veränderungen weiter verschärfen wird. Denn Smartspeaker wollen nicht die drei am besten gerankten Ergebnisse ausspucken, sondern korrekte, verständliche und hilfreiche Informationen liefern.

Die häufige Verwendung der sprachbasierten Texteingabe dürfte außerdem dazu führen, dass die Natürlichkeit der Sprache bei Suchanfragen wieder in den Vordergrund rückt. Für Unternehmen hat das vor allem einen Vorteil: Die Suchintention des Nutzers wird deutlicher und es kann exakter herausgefunden werden, an welchem Punkt sich ein Kunde gerade in der Customer Journey bewegt.

Angepasste Medienformate für Voice-Anwendungen

Das Aufkommen von Sprachassistenten wird auch dazu führen, dass neue und speziell für Smartspeaker angedachte Medienformate entwickelt werden müssen. Insbesondere der Konsum von Nachrichten wird sich grundlegend verändern. Für die Redaktionen heißt das: Aktuell relevante Informationen müssen herausgefiltert und dem Nutzer in der richtigen Länge bereitgestellt werden. Die Kommunikation mit dem Nutzer wird entsprechend persönlicher. CNN und BBC sind die ersten Medienhäuser, die sich an die Umsetzung einer solch speziellen Content-Aufbereitung für Voice-Assistenten gemacht haben. Sie entwickelten erste Zusammenfassungen für das Wetter und die Nachrichten.

Die Entwicklung hin zu einem Special-Voice-Content lässt sich aber auch in anderen Bereichen beobachten: So füllen sich App-Stores zunehmend mit Voice-Anwendungen für Sprachassistenten. Und auch Radiosender wollen vom Audio-Boom profitieren. Denn Alexa, Siri, Cortana und Co. ermöglichen neue Distributionswege mit viel Entwicklungspotenzial und schaffen einen rückkanalfähigen Markt, der die Sender viel schneller auf Nutzerbedürfnisse reagieren lässt. Sprachassistenten sorgen in den verschiedensten Segmenten für Bewegung und erweitern die Palette der Kommunikation für Medienunternehmen.

Monetarisierungswege für Voice-Inhalte noch offen

Wie mit diesem Voice-Content Geld verdient werden kann und wie sich Werbung in die neue Medienwelt integrieren lässt, ist dagegen noch offen. Die Vermischung von Antworten und Anzeigen dürfte beim Nutzer nämlich eine eher irritierende Wirkung haben. Am ehesten erfolgsversprechend scheint es, das Angebot der Anwendungen um zusätzliche Features zu erweitern, wie man es von Smartphone-Apps kennt.

Dort wird bekanntlich auf kostenpflichtige Bezahl-Apps, In-App-Käufe und auch die reine Nutzergenerierung gesetzt. Ein solches Szenario wäre auch bei Voice-Anwendungen denkbar. Ob und wann Amazon den Skills Shop allerdings für bezahlte Alexa Skills öffnet, ist nicht bekannt. Noch sind die Anwendungen nämlich kostenlos.

Der Voice-Trend zieht parallel eine neue Industrie mit neuen Berufsbildern nach sich. Große Player stellen neue Mitarbeiter ein, die sich mit den Themen Voice-Strategie, Voice-Identity und der Entwicklung von Anwendungen für Sprachassistenten beschäftigen sollen. Wenn auch du dich für das Thema Voice interessierst und dein Wissen in diesem zukunftsträchtigen Segment vertiefen möchtest, solltest du dich unbedingt zum Voice Assistant Day anmelden, der am Freitag, den 23.11. in der Hamburg Media School stattfindet und bei dem wir als Kooperations-Partner wieder mit am Start sind. Es ist der perfekte Einstieg für Marketer, Designer, Projektmanager und Entwickler und alle anderen, die sich für Voice interessieren. So don’t miss out.

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