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Umfrage Medientransparenz

Umfrage: Medien müssen transparenter werden, um gesellschaftliche Bedeutung zu wahren

Mediennutzer fordern in repräsentativer Umfrage der Initiative nextMedia.Hamburg mehr Transparenz und die Abbildung der Meinungsvielfalt von den Medien

Öffentlich-rechtliche und private TV-Sender genießen höchste Glaubwürdigkeit, die Social-Media-Angebote der Medien müssen noch aufholen

Hamburg, 27. Oktober 2016 – Transparenz scheint der Schlüsselbegriff zu sein, damit Medien weiterhin ihre gesellschaftliche Bedeutung erhalten können: Mit 66 Prozent wird dies von den Deutschen als wichtigster Faktor genannt, wie eine aktuelle Umfrage nun zeigt. Auch das Abbilden unterschiedlicher Meinungen aus der Bevölkerung wird von knapp der Hälfte der Befragten (48 Prozent) als Möglichkeit gesehen, um die Relevanz der Medien zu wahren. Das geht aus einer Statista-Umfrage im Auftrag der Standortinitiative nextMedia.Hamburg hervor, deren Ergebnisse erstmals auf dem scoopcamp in Hamburg vorgestellt wurden. Weitere Ergebnisse der Umfrage auch rund um die „Lügenpresse“-Debatte, sollen von der Initiative Anfang November zum Erscheinen des Digitalmagazins Unified präsentiert werden.

Lösungsorientierte Berichterstattung, ein unter dem Begriff Constructive Journalism diskutiertes Konzept, wird mit 30 Prozent deutlich weniger Relevanz zum Bedeutungserhalt der Medien zugesprochen. Und eine Ausweitung der Social-Media-Aktivitäten wird in diesem Zusammenhang sogar nur von 15 Prozent als probates Mittel gesehen, damit sich Medien weiterhin ihre gesellschaftliche Bedeutung erhalten.

Transparenz macht glaubwürdig

In der Umfrage wird vor allem Transparenz als die beste Möglichkeit gesehen, um Glaubwürdigkeit zu schaffen: Drei von vier Befragten (75 Prozent; Mehrfachantworten möglich) halten Medien dann für besonders glaubhaft, wenn sie in der Berichterstattung offen legen, aus welchen Quellen ihre Inhalte stammen. Eine andere Meinung als die Regierung oder „das Establishment“ zu vertreten, wirkt dagegen nicht mal bei jedem Vierten (24 Prozent) vertrauensstiftend. Und gerade einmal 13 Prozent glauben Medien dann eher, wenn sie ihre eigene Meinung teilten.

Die höchste Glaubwürdigkeit unter den befragten 1.000 Bundesbürgern genießen allen Diskussionen um eine Vertrauenskrise zum Trotz die traditionellen Medien – mit zum Teil deutlichen Abstand. So sprechen auf einer Skala von 1 (gar nicht glaubwürdig) bis 10 (extrem glaubwürdig) 59 Prozent den öffentlich-rechtlichen und privaten TV-Sendern Werte zwischen 7 und 10 zu. Die Online-Berichterstattung der Sender erhält 58 Prozent. Für die Printmedien liegt dieser Wert bei immerhin noch 54 Prozent, während er für die Glaubwürdigkeit der Online-Angebote von Tageszeitungen und Magazinen in Summe nur noch 44 Prozent beträgt.

Überraschenderweise schneiden die „neuen Medien“, die ausschließlich online verbreitet werden, deutlich unterdurchschnittlich ab: Nur 28 Prozent der Befragten vergeben sieben oder mehr Punkte auf der Zehnerskala für Online-Only-Angebote. Noch dahinter landen die Social-Media-Angebote der Medien (20 Prozent) und Blogs von Privatpersonen (18 Prozent). Immerhin jeder Vierte hält dagegen die Social-Media-Posts namhafter Journalisten für ziemlich vertrauenswürdig, während dieser Wert für nicht-journalistische Influencer bei gerade einmal 16 Prozent liegt. Bei Postings oder Chatnachrichten von Freunden/Bekannten sind es übrigens 30 Prozent, die den Inhalten eine hohe Glaubwürdigkeit zusprechen.

Zur Umfrage: Statista befragte im Auftrag von nextMedia.Hamburg in einer repräsentativen Online-Befragung vom 30. August bis 5. September 2016 insgesamt 1000 Internetnutzer zwischen 18 bis 60 Jahren in Deutschland.
Die Ergebnisse der Befragung werden in Unified, dem Digitalmagazin von nextMedia.Hamburg, weiter vertieft. Dieses erscheint Anfang November.
Wenn Sie Interesse an weiteren Ergebnissen der Befragung von nextMedia.Hamburg haben, wenden Sie sich gerne an Kevin Finner (k.finner(at)faktor3(dot)de).